Die Aufnahme des "Wiener Blut" aus dem Jahr 1951 unter der Leitung von Hans Lenzer ist mit Abstand das Beste, was es zu dieser Operette gibt. Das liegt in erster Linie am Orchester der städtischen Oper Berlin, das mit einem derartigen Herzblut und Schmiss spielt, wie sie sonst nur noch bei den großen Wiener Orchestern zu finden sind. Die Solisten sind eine Besetzung der Extraklasse. Rita Streich als Pepi zeigt hier, daß sie DIE Strauss-Stimme des 20.Jahrhunderts war, Klaus Gunter Neumann verkörpert den Kammerdiener Josef derart, wie man sich einen Kammerdiener nur vorstellen kann, Fritz Hoppe setzt der Rolle des etwas etepetetrigen Fürsten mit seinem sächselnden Nasal einen echten Charakterstempel auf. Die Hauptfiguren der Dreierbeziehung sind mit Traute Richter, Irma Beilke und Sebastian Hauser ganz hervorragend besetzt. Diese Aufnahme ist ein echter Klassiker der Interpretationsgeschichte und hat 10 Sterne verdient.
Schade, daß die vorliegende CD nur etwa die Hälfte der Nummern wiedergibt, die auf der Schallplatte vorhanden waren. Ich würde mich über eine ECHTE Gesamteinspielung sehr freuen.