Man nimmt dieses Buch im Folio-Format zur Hand, weil man schon dem
Titel nicht widerstehen kann und denkt, das kann ich gut verschenken.
Aber dann sieht man hinein und denkt weiter, das behalte ich lieber
selber und verschenkt eine Flasche Wein.
Die Schnitzel hat Eva Menasse ausgesucht , deren Vater bekanntlich
in der österreichischen Fußballnationalmannschaft gespielt hat.. Sie
berichtet, dass die Leute lachen, wenn sie das erzählt, und man muss auch
lachen, wenn man es niederschreibt, merkwürdig. Es gibt ein Foto darin,
wo man ihn im Zweikampf mit Ernst Happel sieht.
Gerade denkt man, das ist so schön gemacht, wie die Abschlussarbeit einer
Hochschule für Buchgestaltung, das müsste doch einen Preis bekommen, da
sieht man, ist schon geschehen : Den ITB BuchAward für 'Das literarische Reisebuch'.
Selbst zwei dicke fast nackerte Hallodris auf der Donauinsel sehen hier plötzlich
ganz sympathisch aus.
Viele Texte von Peter Altenberg, Béla Balázs, Thomas Bernhard, André Heller,
Karl Kraus, Georg Kreisler, Helmut Qualtinger, Joseph Roth, Heimito von Doderer,
Sigmund Freud oder Romy Schneider über Wien Wien, nur Du allein.
Wenn man es angeschaut hat kann man es getrost ins Regal neben Carl Schorskes
berühmtes Buch 'Wien, Geist und Gesellschaft im Fin de Siècle' stellen.
Oder neben Thomas Bernhards 'Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen'.
Eine Szene daraus geht so:
Fräulein Schneider: Der Charme der Wiener ist berühmt.
Peymann: Inzwischen habe ich den Charme der Wiener kennengelernt.
Ernst Happel hat früher gern mal einen hochfliegenden Ball mit dem Hintern gestoppt.
Etwas von diesem Geist ist auch in diesem Buch vorhanden.