Evelyn Waugh's erstes nicht-satirisches Werk "Wiedersehen mit Brideshead" spielt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Engländer Charles Ryder erzählt im Rückblick über seine Bekanntschaft mit der katholischen Adelsfamilie der Marchmains. Sein Zusammentreffen mit den Leuten, die sein Leben stark beeinflussen sollen, beginnt an der Universität, wo er sich mit Sebastian Flyte befreundet, dem exzentrischen Sohn von Lord und Lady Marchmain, Sebastian, der einen großen Teddybären namens Aloysius besitzt, Sebastian, der sich scheinbar nicht kümmert um das, was andere über ihn sagen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, die zwar zum Teil auf gegenseitigem Unverständnis beruht, aber trotzdem einige Jahre anhält. Charles lernt Sebastian's Familie kennen, und wird immer tiefer in deren Konflikte mithineingezogen, Konflikte zwischen der von ihrem Mann verlassenen, streng katholischen Lady Marchmain und ihren Kindern, von denen Sebastian und Julia nicht so vom Glauben ihrer Mutter überzeugt sind, wie ihre Geschwister Cordelia und Earl von Brideshead. Als Sebastian immer mehr dem Alkohol verfällt, wendet sich Charles in seiner Hilflosigkeit von ihm ab. Später wird diese intensive Bindung an Sebastian durch eine Liebesbeziehung zu dessen Schwester Julia ersetzt, an der schließlich Charles' Ehe zerbricht. Trotzdem können Charles und Julia nicht miteinander glücklich werden, weil Julia doch durch den strengen Katholizismus ihrer Familie geprägt ist, und zu ihrem Mann zurückkehrt. Das Buch ist wunderschön geschrieben, Stimmungen auf dem Herrensitz Brideshead sind voller schwelgerischer Melancholie, und die Problematik des Katholizismus wird ernsthaft angegangen. Die Freundschaft zwischen Charles und Sebastian ist voll tiefer Hingabe aber auch Unsicherheit, und läßt den Leser sicher nicht unberührt. Ich empfehle dieses Buch jedem, der schöne Sprache liebt und auszukosten weiß. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)