Martin Losada und sein Freund Dalmau Reyes kämpfen auf Seiten der Republikaner im spanischen Bürgerkrieg. Nach deren Niederlage finanzieren sie ihren weiteren Widerstand mit Banküberfällen. Bei einem dieser Banküberfälle wird Martin Losada gefaßt und Dalmau Reyes entkommt. Für eine derartige Trennung haben sie ein Treffen in Havanna vereinbart. Nach 10-jährigem Gefängnisaufenthalt reist Martin Losada auf einem Dampfer nach Havanna und trifft dort im Herbst 1958 ein. Damit beginnt der Kriminalroman (?) "Wiedersehen in Havanna" (List 60072 - "Amanezer con hormigas en la boca", 1999) von Miguel Barroso. Mit Hilfe von Kid Despanier, Taxifahrer und Ex-Boxer, macht er sich im vorrevolutionären, korrupten, verkommenen und dennoch pulsierenden und faszinierenden Havanna auf die Suche nach seinem Freund. Seine Ermittlungen ergeben, daß Dalmau tatsächlich 1947 in Havanna ankam, sich dann einer politischen Bande anschloß und 3 Jahre später nach einem Banküberfall spurlos verschwand. Obwohl ihm mehrfach versichert wird, daß Dalmau tot ist, kann er es nicht glauben und sich damit abfinden. Mit seinen weiteren Recherchen sticht er in das Wespennetz der regierenden Clique, die sich schamlos bereichert. Nur mit Glück entkommt er dem Tod. Und in der Silvesternacht 1958 gelingt es ihm,seine Frage nach dem Schicksal Dalmaus beantwortet zu bekommen - in der Nacht, in der die revolutionären Einheiten Fidel Castros Havanna besetzen. Alles in allem ist "Wiedersehen in Havanna" mehr als ein Kriminalroman - eine Liebeserklärung an das Havanna der fünfziger Jahre. Dies ist insofern erstaunlich als der Autor erst 1954 geboren wurde. Es gelang ihm dennoch - offenbar unter Heranziehung von Personen, die dieses Havanna noch gekannt haben, und von entsprechenden schriftlichen Quellen.