Ja, verbrannt hätten wir sie noch vor ein paar hundert Jahren, vorher noch gefoltert,
um ihr auf die heiße Spur zu kommen. Vergebens, denn nicht mit Macht und nicht von außen können wir verstehn. Sie nimmt uns mit nach innen, ganz nach innen, in den Kern der Frau, der Schöpfung, Erde, Heilung..wo der Mann sie in der Schwebe hält mit den feinen Kreisen und Spiralen um die Penisspitze bis ins Herz. Kein Zepter, eher Zauberstab. Der Held kommt ohne Schwert in voller Würde, sein Stolz kommt tief aus ihm. Die Frau heißt ihn willkommen in seiner wildesten Natur. So folgen wir der Priesterin durch Rituale der Fruchtbarkeit und Heilung, der Einheit mit der Erde in der liebenden Kraft des Matriarchats. Da, wo der Mann noch Mann war, ohne sich zu brüsten. 5000 Jahre liegen dazwischen, doch beim Lesen steigt die Erinnerung wie Heimat wieder auf. Hier wird die ganze Natur erkannt, tief in uns, rein und heil und immer da, zum Greifen nahe. Da gehn die Zellen auf beim Lesen...
Und dann jene präzisen Analysen vom Patriarchat und seiner Unbewußtheit im Umgang mit der Frau, der Erde und sich selbst. Doch kein Schimpfen, der Blick bleibt liebevoll nach vorne: die Wiedergeburt des Goldenen Zeitalters ist hier und jetzt in uns.
Dazwischen reist sie mit sibirischen Schamaninnen und man ahnt, was die Autorin auf sich nimmt, um uns dieses Wissen zurückzubringen. Einfach lesen und die goldenen Visionen fürs eigene Zeitalter kommen wie von selbst.
5***** ganz klar