Safi Nidiaye ist ohne Zweifel eine der vielen Vorboten eines Umbruchs, der die Psychotherapieszene insgesamt erschüttern wird, nämlich der Wechsel von einer kognitiven zu einer emotionalen Weltsicht. Auch wenn der Umschlag natürlich nicht ausschlaggebend sein sollte, aber der Verlag hat es geschafft, sie auch optisch aus der Esoterik-Szene rauszuholen. Leider ist das bei einem anderen wirklich guten Buch von ihr ("Der letzte Schritt zur Wunscherfüllung") nicht geglückt. Wer unter Therapeuten ein Buch empfehlen möchte und dann erstmal mit einem schauderhaften Kitschumschlag und einem schauderhaften Titel kämpft, der hat einen schweren Stand. Das wurde bei diesem Buch vermieden. Der Umschlag und die Aufmachung sind ästhetisch ansprechend und strahlen eine Seriosität aus, die das Buch auch verdient. Safi Nidiaye bietet in diesem Buch Ideen und Übungen an, die sich sofort in die alltägliche Praxis integrieren lassen und dort auch gut ankommen. Denn, das Problem, dass sie zu weit entfernt von ihren Gefühlen sind, haben ja viele Menschen. Die Sprache von Nidiaye ist klar, einfach, deutlich aber dabei nicht banal. Es gelingt ihr einen überaus komplexen Gedanken wie der, dass Gefühle keine Tatsachen sind, für Laien verständlich und nachvollziehbar darzustellen. Insgesamt ein wirklich lohnendes Buch, sowohl für die Praxis als auch zur Selbsthilfe.