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Wie wir verschwinden
 
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Wie wir verschwinden (Gebundene Ausgabe)

von Mirko Bonné (Autor)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 344 Seiten
  • Verlag: Schöffling; Auflage: 2. (20. Februar 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3895614033
  • ISBN-13: 978-3895614033
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,8 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 41.486 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Mirko Bonnés Gedichte und Romane sind schon viel gelobt worden, aber er wird immer noch nicht gebührend geschätzt. In WIE WIR VERSCHWINDEN erzählt er so ruhig und gelassen von der Kunst des Lebens und Sterbens, vom Umgang mit Trauer und Schuld, dass das ernste Thema alles tragische Pathos verliert. Sein Roman ist voll von französischer Leichtigkeit und Esprit.« (Martin Halter, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

»Während die jugendlichen Romanhelden gerade mit ihrer Maschine des großen Verschwindens , einer seit Monaten heimlich restaurierten Draisine, in die Welt aufbrechen wollen, rasen der Literaturnobelpreisträger und Gallimard in den Tod. Bonné schafft hier eine Kollisionsstelle zwischen (literatur-)historischer Realität und literarischer Fiktion, die zu den eindruckvollsten Szenen zählt, die die deutsche Literatur der letzten Jahre hervorgebracht hat.« (Ulrich Baron, Süddeutsche Zeitung)

»Mit WIE WIR VERSCHWINDEN ist Mirko Bonné ein genialer Plot gelungen, der die Geschichte einer alten Freundschaft und ihrer Vergänglichkeit um den (wahren) Unfalltod Albert Camus' aufbaut. Absolut lesenswert.« (Barbara Meixner, BuchMarkt)

Kurzbeschreibung

Wie wir verschwinden, der erwartete neue Roman von Mirko Bonné, erzählt eine große Geschichte der Erinnerung: Raymond, Witwer mit zwei so lebhaften wie eigensinnigen Töchtern, erhält nach Jahrzehnten des Schweigens einen Brief seines todkranken Jugendfreundes Maurice, der ihn in die gemeinsam erlebte Vergangenheit zurückversetzt: nach Villeblevin, wo 1960 Albert Camus bei einem Autounfall ums Leben kam. Ein französisches Dorf und ein historisches Ereignis werden für zwei Jugendfreunde zum symbolischen Angelpunkt, um die fünfzig zurückliegenden Jahre zu erinnern und ihre Schicksalhaftigkeit anzuerkennen. Erinnerung an die eigene Jugend und Sterben eines Idols verbinden sich zu einem ergreifenden Roman, der Mirko Bonné als einen der bedeutenden Autoren unserer Zeit zeigt. Wie wir verschwinden ist ein großes Buch der Erinnerung, ein Roman unseres Lebens wie des Sterbens einer Ikone des letzten Jahrhunderts: Albert Camus.

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Möglichkeiten, das Leben zu lieben, 4. September 2009
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Der Titel des vierten Romans des Hamburger Schriftstellers Mirko Bonné ist mehrdeutig. Verschwinden? Wohin? Wer? Und warum? Verschwinden - ein Wort, das vielschichtig gedeutet werden kann. Davonlaufen, sich fortstehlen, abhanden kommen, nicht mehr vorhanden sein oder sich entfernen, sind nur ein paar Synonyme, die dazu einfallen. Und alle treffen sie mehr oder weniger auf die im Buch agierenden Personen und/oder deren Gefühle und Empfindungen zu.
Zudem scheint der Tod, das Sterben, ein alles verbindendes Element zu sein. Dies klingt ziemlich düster, schwarz und destruktiv. Aber nicht so Bonnés Erzählung. In seiner Grundstruktur ist "Wie wir verschwinden" ein durch und durch optimistischer Roman.

Gekränkt und verletzt ist auch der Ich-Erzähler Raymond Mercey, ein frühpensionierter 63-jähriger Witwer, der sich von einer Herzerkrankung erholt. Als er nach längerem Klinikaufenthalt zu Hause eintrifft, erwartet ihn ein Brief seines ehemaligen besten Freundes Maurice Ravoux, inzwischen Schriftsteller im letzten Stadium einer unheilbaren Lateralsklerose, der ihn nach "46 Herbste[n], 46 Winter[n] und eine[m] Jahrhundertsommer" um Verzeihung bittet. Doch Raymond, seit dem Tod seiner Frau Veronique apathisch und depressiv, kann nicht verzeihen.
Hervorgerufen wurde diese Verletzung durch einen Verrat. Gemeinsam hatten Maurice und Raymond die "Große Maschine des Verschwindens" gebaut - eine Draisine -, auf der sie aus ihrem engen Dorf Villeblin südöstlich von Paris fliehen wollten. Doch Maurice verrät ihr Geheimnis, zuerst der Jugendliebe von Raymond - Delphine, um sich dann mit jener ganz aus dem Staub zu machen. Für Raymond geht seine Kindheit an diesem verhängnisvollen Tag, dem 4. Januar 1960, zu Ende.

Verhängnisvoll ist auch der schwere Verkehrsunfall, der sich just in dem Moment ereignet, als die beiden Halbwüchsigen Villeblin den Rücken kehren wollen. Einer der beiden Unfalltoten ist derer beider Idol, der Schriftsteller und Philosoph Albert Camus (dessen Freund- und Feindschaft zu Jean-Paul Sartre Analogien zu Maurice und Raymond aufweist). Sein Geist und sein berühmtes Werk "Mythos des Sisyphos" stehen über der Handlung des gesamten Romans. Maurice beginnt über den Vorfall einen Roman zu schreiben, dessen Entwurf er Raymond in seinem ersten Brief beilegt und der in den folgenden Korrespondenzen langsam Gestalt annimmt.

Mirko Bonnés Roman beginnt ganz leise und unspektakulär. Anfangs umkreist der Plot den Leser wie ein trudelnder Schmetterling. Es fehlt etwas klar Greifbares, Substantielles. Bonnés Stoff, seine Wesenheit, ist zunächst schwer fassbar und der Hintergrund diffus, die Zeit scheint nahezu gedehnt. Man weißt noch nicht, worum es eigentlich geht. Doch mit zunehmendem "Geschehen" bekommt die Handlung mehr und mehr Klarheit. Der Plot verdichtet sich und nimmt Gestalt an. Licht und Schatten gewinnen Konturen. Zunehmend kommt die "Maschine des Verschwindens", die so lange auf dem toten Gleis stand, in Fahrt. Und Schritt für Schritt gewinnt auch Raymonds Leben wieder an Struktur und Helligkeit. Nicht der Verlust des Lebens, sondern der Lebendigkeit ist das Schlimmste was einem passieren kann. "Wie wir verschwinden" setzt sich ganz nach Albert Camus mit der Frage auseinander, wie man die Liebe zum Leben erhalten kann.

Fazit:
"Wie wir verschwinden" ist der leise, aber intensive, unzeitgemäße Roman einer Freund- und Feindschaft im Gestern und im Heute. Angesiedelt in Frankreich ist auch sein gelassen erzählerischer Ton durch und durch französisch. Ein Buch von der Liebe und der Eifersucht, von Tod und Verlust, aber und vor allem vom Leben.
Der Roman ist einer von 20 Titeln, der für die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2009 nominiert wurde.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Das operierte Herz, 9. September 2009
Erst war ich skeptisch, wegen des kalten Umschlags und des etwas wabernden Titels. Aber schon bald hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Wie der altgewordene Witwer nach der Herzoperation menschlich wieder auftaut und sich, nach heftigem Sträuben, für eine neue Liebe öffnet, ist sehr subtil und amüsant erzählt. Die Todesstunde von Albert Camus ist meisterhaft in die Geschichte einer zerbrochenen Jungenfreundschaft hineingewoben. Ich habe den Roman nicht mehr aus der Hand legen können. Dabei ist es kein Schmöker, sondern gute Literatur. Wie allerdings dieses warme, einfühlsame Buch, dessen ganze Geschichte auf dem französischen Lande spielt, zu diesem kühlen Meer-Cover gekommen ist, bleibt mir ein Rätsel.
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5.0 von 5 Sternen ans herz, 1. Februar 2010
Das Verschwinden ist leicht und schwer zugleich in diesem Roman, ebenso unausweichlich wie unmöglich, jenachdem. Menschen werden aus der Erinnerung gelöscht, tauchen wieder auf, müssen erneut dem Verschwinden überlassen werden. Dazwischen passiert so einiges, das die Protagonisten in existentielle Prozesse verwickelt und den Leser an dieses Buch fesselt. Die Lebenslinien einiger Menschen werden, mal kraftvoll, mal zart erzählt, ineinander verflochten: der sterbende Albert Camus im Wagen der Galimards, zwei entzweite Jugendfreunde, eine durch den Tod versehrte Familie, die Bewohner eines Dorfes.
Mirco Bonnés Roman liest sich spannend, ist anrührend ohne rührselig zu sein und nimmt den Leser gefangen von der ersten bis zur letzten Seite.
Geht ans Herz, wie gute Literatur es eben auch vermag.
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