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Wie wir verschwinden
 
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Wie wir verschwinden [Taschenbuch]

Mirko Bonné
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 339 Seiten
  • Verlag: Fischer; Auflage: 1 (1. März 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596187648
  • ISBN-13: 978-3596187645
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 545.758 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Mirko Bonné
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wie wir verschwinden, der erwartete neue Roman von Mirko Bonné, erzählt eine große Geschichte der Erinnerung: Raymond, Witwer mit zwei so lebhaften wie eigensinnigen Töchtern, erhält nach Jahrzehnten des Schweigens einen Brief seines todkranken Jugendfreundes Maurice, der ihn in die gemeinsam erlebte Vergangenheit zurückversetzt: nach Villeblevin, wo 1960 Albert Camus bei einem Autounfall ums Leben kam. Ein französisches Dorf und ein historisches Ereignis werden für zwei Jugendfreunde zum symbolischen Angelpunkt, um die fünfzig zurückliegenden Jahre zu erinnern und ihre Schicksalhaftigkeit anzuerkennen. Erinnerung an die eigene Jugend und Sterben eines Idols verbinden sich zu einem ergreifenden Roman, der Mirko Bonné als einen der bedeutenden Autoren unserer Zeit zeigt. Wie wir verschwinden ist ein großes Buch der Erinnerung, ein Roman unseres Lebens wie des Sterbens einer Ikone des letzten Jahrhunderts: Albert Camus. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Über den Autor

Mirko Bonné, geboren 1965 in Tegernsee, lebt in Hamburg. Neben Übersetzungen der Lyrik von u. a. John Keats, E. E. Cummings und William Butler Yeats veröffentlichte er drei Romane und vier Gedichtbände. Mirko Bonné wurde u. a. mit dem Wolfgang-Weyrauch-Preis (2001), dem Ernst-Willner-Preis (2002), dem Förderpreis zum Kunstpreis Berlin (2004) sowie zuletzt mit dem Ernst Meister-Förderpreis (2008) ausgezeichnet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Der Titel des vierten Romans des Hamburger Schriftstellers Mirko Bonné ist mehrdeutig. Verschwinden? Wohin? Wer? Und warum? Verschwinden - ein Wort, das vielschichtig gedeutet werden kann. Davonlaufen, sich fortstehlen, abhanden kommen, nicht mehr vorhanden sein oder sich entfernen, sind nur ein paar Synonyme, die dazu einfallen. Und alle treffen sie mehr oder weniger auf die im Buch agierenden Personen und/oder deren Gefühle und Empfindungen zu.
Zudem scheint der Tod, das Sterben, ein alles verbindendes Element zu sein. Dies klingt ziemlich düster, schwarz und destruktiv. Aber nicht so Bonnés Erzählung. In seiner Grundstruktur ist "Wie wir verschwinden" ein durch und durch optimistischer Roman.

Gekränkt und verletzt ist auch der Ich-Erzähler Raymond Mercey, ein frühpensionierter 63-jähriger Witwer, der sich von einer Herzerkrankung erholt. Als er nach längerem Klinikaufenthalt zu Hause eintrifft, erwartet ihn ein Brief seines ehemaligen besten Freundes Maurice Ravoux, inzwischen Schriftsteller im letzten Stadium einer unheilbaren Lateralsklerose, der ihn nach "46 Herbste[n], 46 Winter[n] und eine[m] Jahrhundertsommer" um Verzeihung bittet. Doch Raymond, seit dem Tod seiner Frau Veronique apathisch und depressiv, kann nicht verzeihen.
Hervorgerufen wurde diese Verletzung durch einen Verrat. Gemeinsam hatten Maurice und Raymond die "Große Maschine des Verschwindens" gebaut - eine Draisine -, auf der sie aus ihrem engen Dorf Villeblin südöstlich von Paris fliehen wollten. Doch Maurice verrät ihr Geheimnis, zuerst der Jugendliebe von Raymond - Delphine, um sich dann mit jener ganz aus dem Staub zu machen. Für Raymond geht seine Kindheit an diesem verhängnisvollen Tag, dem 4. Januar 1960, zu Ende.

Verhängnisvoll ist auch der schwere Verkehrsunfall, der sich just in dem Moment ereignet, als die beiden Halbwüchsigen Villeblin den Rücken kehren wollen. Einer der beiden Unfalltoten ist derer beider Idol, der Schriftsteller und Philosoph Albert Camus (dessen Freund- und Feindschaft zu Jean-Paul Sartre Analogien zu Maurice und Raymond aufweist). Sein Geist und sein berühmtes Werk "Mythos des Sisyphos" stehen über der Handlung des gesamten Romans. Maurice beginnt über den Vorfall einen Roman zu schreiben, dessen Entwurf er Raymond in seinem ersten Brief beilegt und der in den folgenden Korrespondenzen langsam Gestalt annimmt.

Mirko Bonnés Roman beginnt ganz leise und unspektakulär. Anfangs umkreist der Plot den Leser wie ein trudelnder Schmetterling. Es fehlt etwas klar Greifbares, Substantielles. Bonnés Stoff, seine Wesenheit, ist zunächst schwer fassbar und der Hintergrund diffus, die Zeit scheint nahezu gedehnt. Man weißt noch nicht, worum es eigentlich geht. Doch mit zunehmendem "Geschehen" bekommt die Handlung mehr und mehr Klarheit. Der Plot verdichtet sich und nimmt Gestalt an. Licht und Schatten gewinnen Konturen. Zunehmend kommt die "Maschine des Verschwindens", die so lange auf dem toten Gleis stand, in Fahrt. Und Schritt für Schritt gewinnt auch Raymonds Leben wieder an Struktur und Helligkeit. Nicht der Verlust des Lebens, sondern der Lebendigkeit ist das Schlimmste was einem passieren kann. "Wie wir verschwinden" setzt sich ganz nach Albert Camus mit der Frage auseinander, wie man die Liebe zum Leben erhalten kann.

Fazit:
"Wie wir verschwinden" ist der leise, aber intensive, unzeitgemäße Roman einer Freund- und Feindschaft im Gestern und im Heute. Angesiedelt in Frankreich ist auch sein gelassen erzählerischer Ton durch und durch französisch. Ein Buch von der Liebe und der Eifersucht, von Tod und Verlust, aber und vor allem vom Leben.
Der Roman ist einer von 20 Titeln, der für die Longlist zum Deutschen Buchpreis 2009 nominiert wurde.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
ans herz 1. Februar 2010
Von Aura Poku
Format:Gebundene Ausgabe
Das Verschwinden ist leicht und schwer zugleich in diesem Roman, ebenso unausweichlich wie unmöglich, jenachdem. Menschen werden aus der Erinnerung gelöscht, tauchen wieder auf, müssen erneut dem Verschwinden überlassen werden. Dazwischen passiert so einiges, das die Protagonisten in existentielle Prozesse verwickelt und den Leser an dieses Buch fesselt. Die Lebenslinien einiger Menschen werden, mal kraftvoll, mal zart erzählt, ineinander verflochten: der sterbende Albert Camus im Wagen der Galimards, zwei entzweite Jugendfreunde, eine durch den Tod versehrte Familie, die Bewohner eines Dorfes.
Mirco Bonnés Roman liest sich spannend, ist anrührend ohne rührselig zu sein und nimmt den Leser gefangen von der ersten bis zur letzten Seite.
Geht ans Herz, wie gute Literatur es eben auch vermag.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wie wir enttäuschen 14. September 2011
Von dreamjastie TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
"Welchen Sinn ergab das alles, fragte ich mich noch am nächsten Tag." Was als Zitat auf Seite 87 des Romans "Wie wir verschwinden" von Mirko Bonné zu lesen steht, bewegte mich zum Zeitpunkt des Lesens tatsächlich. Und ich fragte es mich 150 Seiten später immer noch. Wenig Greifbares, wenig Spannendes, die Handelnden gehen hierhin und dorthin, und dann gehen sie wieder zurück, und es ist auch egal.
Der Brief eines im Sterben Liegenden wühlt alte Jugenderinnerungen wieder auf, einer Jugend, als mit einer in Schwung gebrachten Draisine eine Maschine des Verschwindens kreiert werden sollte. Stimmungsvoll die Bilder aus Kindheit und Jugend, doch bleibt gerade die Frage nach den Beweggründen für das Verschwindenwollen unbeantwortet. Vorübergehend dachte ich, dass hier ein großer Selbstmord inszeniert werden soll, aber Fehlanzeige.
So wie die Protagonisten sich durchs Leben wursteln, wurstelt sich der Autor durch seinen Text. Und dann kommt auch noch Albert Camus ums Leben. Sicher, die Konstellation der Jugendfreunde Raymond - Maurice taucht im Spannungsverhältnis Camus - Sartre wieder auf, aber abgesehen davon hätte auch James Dean vor den Augen des Protagonisten krepieren können oder sonstwer, es hätte wenig zur Sache getan. Das lange Hinhalten beinhaltet immerhin die Erwartung, dass am Ende des Romans eine grandiose Kehrtwende, Auflösung oder Erkenntnis steht, aber nichts da.
Der Grundkonflikt - bester Freund spannt die Freundin aus und macht sich aus dem Staub - ist schnell klar, doch wird der Konflikt nicht weiterentwickelt, ergibt sich keine verblüffende Wendung. Alles läppert sich so hin, na schön, am Ende will einer ins Reine kommen mit der Welt und es gibt noch eine nackige Tochter, aber im Grunde ist auch nach fast 340 Seiten kaum etwas passiert. Das allein mag noch nicht so schlimm sein. Doch obendrein reißt sich der Autor auch sprachlich nicht gerade ein Bein aus. Von einem "bedeutenden Autor" ist im Klappentext des Buches die Rede, von einem "großen Buch". Für mich blieb es eine große Enttäuschung.
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