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Schade, denn eigentlich würden wir schon gerne gefragt werden, wenn Zukunftsforscher unser Schicksal in die Hand nehmen. Zumal das Horxsche Bühnenbild der Welt von morgen zwar vielfältig und bunt, zugleich aber auch aalglatt und unterkühlt ist: Die globale Wissensgesellschaft, an der wir künftig unsere Biografien abarbeiten, wird nämlich bevölkert von eingefleischten Individualisten, deren Lebens- und Liebesglück darin besteht, im Dienste des Ego permanent zu optimieren, zu selektieren und zu kompensieren. Und Sex? Ja, bitte. Aber gezeugt wird keimfrei in der Petrischale, damit der Spross auch garantiert die besten Gene mitbekommt. Ist ja auch erfolgsentscheidend in einer Arbeitswelt, in der die kreative Klasse das Kommando übernommen hat und hypersensible Google-Minds sich pausenlos empowern, um originell zu sein und die komplexen Probleme der Wissensökonomie zu knacken.
Horx hätte ruhig auf ein paar kritische Geister hören sollen, als er mit seinem Raumschiff in die Zukunft abhob. Seiner Zukunft, nicht unbedingt unsere! -- Gundula Englisch
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
fundierte Analysen und lesenswerte Perspektiven ... selbst wenn man nicht allem zustimmen mag,
Von Stephan Kleiber "buchtippse.de" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Wie wir leben werden: Unsere Zukunft beginnt jetzt (Gebundene Ausgabe)
°"Wie wir leben werden" von Matthias Horx ist ein sehr optimistischer Gegenentwurf zur aktuellen Zukunftsdepression. Ganz klar geht er davon aus, dass Zukunft generell gestaltungsoffen ist und wir heute die Weichen für morgen stellen können, müssen oder wollen sollten. Zielgruppe für das Buch sind dann auch besonders die Macher unserer Gesellschaft, Entscheidungsträger, Selbstständige und - wie er es oft nennt - die kreative Klasse. Dass Horx als Zukunftsforscher nicht nur ein fleißiger Arbeiter, Datensammler und analytischer Denker ist, das merkt man diesem Buch an. Es fließt mindestens ebenso viel von Horx Leidenschaft für sein Sujet mit ein und seine beschwingte, klar verständliche Schreibe macht Laune. Gleichzeitig profitiert man als Leser davon, dass Horx enorm viele Ausblicke auf die Arbeiten verschiedenster Wissenschaftler und Autoren bietet. Er fasst deren Ergebnisse im Kern und spinnt daraus ein komplexes Netz. Sowohl Entwicklungen vergangener Zeiten werden deutlich, als auch gegenwärtige Perspektiven und Zukunftstrends werden offenbar, die in der steigenden Informationsflut sonst schwer auszumachen sind. Mit Horx lässt sich also wunderbar über einige Tellerränder blicken und der eigene Horizont erweitern. Ansprechend ist seine Wahl der einzelnen Kapitel, denn die betrachten ... * Geburt * Lernen * Liebe * Arbeit * Wohlstand * Krieg und Katastrophe * Politik * Glaube * Das ganze Leben * Tod * ... und decken somit ein breites Spektrum ab, was jeden Leser interessieren und selbst betreffen dürfte. Allerdings etwas gewöhnungsbedürftig fand ich anfangs die futuristischen Geschichten rund um die Zukunftsfigur Ayla. Spotlightartig wird deren Lebensgeschichte gezeigt - ihre Lebensweise, Arbeit, Partnerschaften etc. - und mit allerlei unbekannten Begriffen garniert. Ich sehe ja ein, dass vor 100 Jahren wohl auch noch keiner von Internet, Email, blind date, sabbatical usw. gesprochen hat, dennoch hätten mich diese Geschichten beim ersten Querlesen beinahe vom Buch abgehalten. Also nicht davon irritieren lassen. Selbst wenn man als Leser nicht allen - oder gar keiner - seiner Zukunftsprognosen zustimmen mag, es bleibt dennoch ein lesenswertes Buch, in dem Horx zeigt, dass er sich intensiv mit viel Literatur auseinandergesetzt hat und nicht nur ins Blaue hinein fantasiert. Seine Literaturliste ist beeindruckend lang und er verweist auch im Text immer auf seine Quellen. Positiv also dass er sich nicht mit fremden Federn schmückt und seinen Lesern die Kerngedanken anderer Autoren näher bringt. Gelegentlich bin ich mir nicht sicher, ob Horx mit manchem Szenario nicht lediglich provozieren und zum Nachdenken über aktuelle Entwicklungen anregen möchte - wer weiß? Auf jeden Fall ein schlaues Buch mit vielen neuen Ideen und lesenswerten Perspektiven. ~ Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Zukunft? Viel besser als ihr Ruf,
Rezension bezieht sich auf: Wie wir leben werden: Unsere Zukunft beginnt jetzt (Gebundene Ausgabe)
Autor Matthias Horx ist einer der bekanntesten Trendforscher Deutschlands, aber auch einer der unbeliebtesten, denn: Statt das Morgen als grauschwarze Drohung zu malen, wie es bei uns zur Zeit als politisch korrekt gilt, zeigt er die Chancen. Statt sich nur um die Technik und die Wissenschaft zu kümmern, die unser Leben angeblich so grundsätzlich und ins Negative verändern werden, nimmt er sich der Menschen an.Horx schildert, wie es mit Liebe und Sex, Geburt und Lernen, Glauben und Arbeit weitergehen wird (übrigens sehr einleuchtend und verständlich!). Er spart auch Krieg und Katastrophen, Arbeit, Wohlstand und Politik (jeweils in eigenen Kapiteln) nicht aus, aber er vertraut darauf: Wir haben die Evolution vom Höhlen- zum Hochhausbewohner erfolgreich überstanden, also werden uns auch die richtigen Strategien zur Bewältigung des 21. Jahrhunderts einfallen. Das Horxsche Zukunftsszenario kommt sozusagen auf leisen Sohlen daher, nicht mit schweren Tritten. Es verspricht zwar keine Regenbögen, droht aber auch nicht mit dem Untergang des Abendlandes oder der Apocalypse. Wissenschaftlich gut fundiert liefert "Wie wir leben werden - die Zukunft beginnt jetzt" klare Informationen. Dass sie sich oft witzige lesen, ist ein Zusatzplus, das Pessimisten stören wird, aber das Lesen zur Freude macht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Stoff für ein Leben,
Von Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen (#1 HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 50 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Wie wir leben werden: Unsere Zukunft beginnt jetzt (Gebundene Ausgabe)
Die Überschrift ist natürlich übertrieben. Oder zumindest zweideutig. Doch sie soll etwas Wesentliches auf den Punkt bringen. Was uns Matthias Horx auf fast 400 Seiten liefert, liest sich nicht in ein paar Stunden oder als Gutenachtlektüre. Zwar kommt der renommierte Trend- und Zukunftsforscher Horx auch auf die knappen Güter „Aufmerksamkeit“ und „Zeit“ zu sprechen. Doch mit seinem Buch erinnert er mich an die Lehrer meiner Gymnasialzeit, als bei der Verteilung der Hausaufgaben jeder meinte, sein Fach sei das wichtigste und rechtfertige daher den Mehraufwand bei der Stoffverarbeitung. Immerhin zeugt das meist von einer persönlichen Begeisterung für die eigene Materie. Bei Matthias Horx ist das bestimmt der Fall. Trotzdem hätte ich mir gewünscht, dass er bei seinen amerikanischen Kollegen abgeschaut hätte, wie sich so viel Inhalt noch leserfreundlicher vermitteln lässt. Kurz: die Form begeisterte mich weniger als der Inhalt.Obwohl das Buch seit Februar 2006 auf dem Markt ist und viele meiner eigenen Themen betrifft, machte ich mich erst jetzt an die Lektüre. Den Ausschlag gab ein Live-Erlebnis. Von einer grossen Schweizer Bank eingeladen, referierte Matthias Horx darüber, welche Mega-Trends die Geschlechterfrage beeinflussen werden. Der Auftritt war super. Allerdings steuerte die klare, anschauliche und geraffte Präsentation auch meine Erwartungen an das Buch. Doch für Horx sind Bücher ganz offensichtlich andere Schauplätze, die andere Inszenierungen ermöglichen. In „Wie wir leben lernen“ geht er in die Tiefe. Und was er dort findet und ausgräbt, hat oft kulturgeschichtliche Dimensionen, auf die man sich einlassen muss. Davon zeugen auch die 13 Seiten Literaturverzeichnis und die 22 Seiten Anmerkungen. Da Matthias Horx nur bedingt daran glaubt, dass in ökonomischen Zahlenwüsten Brauchbares wächst, lenkt er seinen Blick auf Kulturelles, auf Alltägliches. Daher lauten die Kapitelüberschriften: Geburt, Lernen, Liebe, Arbeit, Wohlstand, Krieg und Katastrophe, Politik, Glaube, Das ganze Leben, Tod. Das Unterfangen von Matthias Horx erinnert mich an den aufklärerischen Versuch Diderots, das Weltwissen einzufangen. Was vor über 250 Jahren schon ein kühnes Unternehmen war, wird heute ein Ding der Unmöglichkeit. Und doch lohnt sich der Versuch immer wieder. Das zeigt mir das Buch von Horx. Auch wenn er bei mir als Analytiker, Berichterstatter und Weissager besser ankommt als Geschichtenerzähler. Und wenn ihn die Stofffülle dazu veranlasste, die Leser bei Begriffsdefinitionen allein zu lassen, so hat dies kaum Folgen. Einzig wenn es um das Wort „Rational“ geht, habe ich das Gefühl, Horx weiche der unbequemen Erkenntnis aus, dass unser Verhalten zum grössten Teil vom Unbewussten gesteuert wird. Für Neurologen ist jedenfalls „rational“ und „ökonomisch“ definitiv nicht das gleiche. Das ist deshalb kein Detail, weil es künftig auch darum gehen wird, die Zeichensprachen des Unbewussten besser zu ergründen und anzuwenden. Mein Fazit: Matthias Horx ist Optimist. Das ist er auch, weil er die Vergangenheit genau betrachtet, Ideologien als solche aufdeckt und der Evolution mehr zutraut als es die Kulturpessimisten tun. „Wie wir leben lernen“ ist ein Buch für alle, die sich auf die Zukunft freuen und ihre Freude gerne mit Fakten begründen möchten oder müssen. Und sich die Zeit nehmen, die Horx von seinen Lesern einfordert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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