Kate Hudson (damals 24) sieht man ihre Mutter Goldie Hawn nicht auf den ersten Blick an - die Tochter nervt nicht so schrill rum und zieht sich geschmackvoll an, während die Mutter einst mit ihren Haaren und der zierlichen Figur punktete. In der berufliche Ausrichtung allerdings unterscheidet sich die Tochter nicht von der Mami: Liebeskomödien. In der 2003 erschienenen, 50 Millionen Dollar(!) teuren Komödie von Donald Petrie steht ihr der texanische "Womanizer" Matthew McConaughey (34) in einer neuen Variante des Kampfs der Geschlechter gegenüber.
Kate, Redakteurin einer Frauenzeitschrift, muss für die Aufklärungs-Story "Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen?" Männermaterial recherchieren, während der ehrgeizige Weiberheld eine große Diamanten-Kampagne nur dann in seiner Agentur gestalten darf, wenn er es schafft, innerhalb von 10 Tagen eine verliebte Frau vorzuzeigen.
In einem Szenelokal suchen Kates Chefin und Bens Boss die geeigneten Partner aus - wer wird es wohl werden? Was wir an dieser Stelle ebenfalls noch nicht verraten wollen, ist der Ausgang des Duells: Wird Kate es schaffen, Ben zu verärgern? Wird Ben es schaffen, zum ersten Mal in seinem Leben eine Frau mehr als einen Tag um sich herum zu ertragen und sie auch noch verliebt zu machen? Wird vielleicht sogar alles ganz anders laufen, und die beiden verlieben sich ineinander?
Solche Komödien sind naturgemäß ein Eiertanz zwischen unzähligen bekannten Stories um den ältesten Zeitvertreib der Welt, aber auch zwischen lächerlichen Albernheiten und großer Liebe. Da schwingen Natürlich Blonde, Prada tragende Teufelinnen und manches mehr durch Notting Hill, wo sich bekanntlich Pretty Woman in einen Buchhändler verliebt hat - nein, nicht in den mit den E-Mails.
Im vorliegenden Fall hätte man sich jedenfalls gewünscht, die Wetten wären nur über fünf Tage abgeschlossen worden - das alberne Verhalten Kates, über das man in ersten Szenen noch lachen konnte, hat zwar programmgemäß Ben nicht genügend nerven können, die Zuschauer möglicherweise aber wohl - 10 Tage könnten für manchen einfach etwas zu viel werden. Vielleicht hätte man stattdessen die Liebesgeschichte etwas besser herausarbeiten können. Auf die schrecklich falsch gesungenen öffentlichen Gesangsauftritte könnte man dagegen mal wieder verzichten - es nervt mehr als es belustigt.
Man hat sicher bessere Komödien gesehen. Aber der Vergleich ergibt auch Vorteile: Matthew McConaughey ist doch natürlich der perfekte Macho und wird Frauenherzen höher schlagen lassen als - nun, ich will niemanden verärgern. Ähnlich ging es mir mit Kate Huston, die bei der obligatorischen Modenschau einfach mehr anmacht als manch andere, bei denen man sich fragt, welcher Mann eigentlich im wahren Leben so eine Frau begehren würde.
Und beim zweiten Anschauen auf der großen Leinwand gefiel mir der Film auch schon etwas besser. Leider kam die Musik manchmal übertrieben laut, so dass man häufiger die Lautstärke nachstellen musste, und die Dialoge waren oft weniger gut zu verstehen.
Apropos Goldie Hawn. Erinnern Sie sich an "Kaktusblüte" mit Walter Matthau und Ingrid Bergman? Früher hat man sich mit Buch und Dialogen einfach mehr Mühe gegeben, oder? Für "Wie werde ich ihn los - in 10 Tagen" verschliss man fünf(!) Autoren. Mon dieu, da muss ja jeder fast zwei Gags geschrieben haben!
Who cares? Im Leben gibt es nicht nur Sternstunden - aber auch Mittelmaß kann ja noch Spaß machen. Warum sollte das mit Hollywood-Komödien so anders sein?
Originallänge 116 Minuten, 35 mm Film, Seitenverhältnis 1,85:1 (IMDB)
jury 3* A0298 9.12.2011r 10A