Über das Buch hatte ich vorher gehört es sei sehr kritisch und deshalb wieder die alten Geschichten erwartet so "jaja, alles haben wollen, Karriere, Porsche, Haus mit Garten, Sushi, Reisen ... und dann beleidigt sein, weil das Kind zur Krönung des Lifestyle fehlt und die bösen Mediziner nutzen das schamlos aus" usw. Aber nein. Spiewak diskutiert das Thema einfühlsam und mit großem Sachverstand von allen Seiten, schön rund, aus Sicht der Mediziner, der Wissenschaftsethik allgemein und beschreibt vor allem auch die Wünsche, Ängste und das Verhalten der Betroffenen. Alles auf Basis von gründlicher Recherche, Literaturstudium sowie vielen Gesprächen. Pflichtlektüre für Journalisten, Autoren, Politiker und andere, die unbedingt über das Thema berichten oder diskutieren wollen, um sich vorher einen gründlichen und umfassenden Überblick zu verschaffen. Sehr interessant finde ich auch die ausführlichen Überlegungen über die "Grenzendiskussion", die ich leider bisher noch nirgendwo so vielschichtig gelesen/gehört habe.
Fazit: Sehr empfehlenswert.