Pressestimmen
Spiewak gelingt das Kunststück, in einem seit Jahren von ideologischen Grabenkämpfen vermessenen Gebiet eine nachdenkliche, wohlinformierte Bestandsaufnahme vorzulegen, voller Anregungen für Leser. Er erzählt Geschichten von Menschen, die sich mit Hoffen und Bangen auf das Abenteuer künstliche Zeugung einlassen. Er berichtet davon, dass sie sich alleine gelassen fühlen von den Experten, denen sie sich anvertraut haben. Und er erklärt, was eigentlich in diesen Prozessen passiert. Nicht nur, dass Spiewak auch Laien erklären kann, wie diese Verfahren mit den komplizierten Namen eigentlich funktionieren, er stellt die Fortpflanzungsmedizin auch in ihren gesellschaftlichen und ökonomischen Kontext. (...) Es finden sich nicht viele Darstellungen, die die Perspektive der Betroffenen so sensibel verbinden mit einem kritischen Blick auf die Nebenwirkungen dieser Verfahren, sowohl für Hilfesuchende als auch für die Gesellschaft insgesamt. Deshalb ist es beileibe nicht nur für Politiker lesenswert. Spiewak wollte ausdrücklich keinen Ratgeber schreiben, aber sein Buch ist für alle hilfreich, die überlegen, ob sie sich auf den Heilsbringer Reproduktionsmedizin einlassen. --
Ex-Gesundheitsministerin Andrea Fischer in der Frankfurter Rundschau (19.11.2002)Es ist ein Hindernisrennen, bei dem nur wenige ans Ziel kommen: Die unerfüllte Sehnsucht nach einem eigenen Kind treibt in Deutschland jährlich rund 40.000 Frauen zur In-vitro-Fertilisation (IVF), bereits jedes 80. Kind wird heute in der Petrischale gezeugt. Doch die Paare, die sich auf eine IVF einlassen, sind sich über den hohen Aufwand und die geringen Erfolgsaussichten der künstlichen Befruchtung meist nicht im Klagen. Durch das Labyrinth der Fortpflanzungsmedizin führt Wissenschaftsautor Martin Spiewak in seinem Buch (Wie weit gehen wir für ein Kind, Eichborn 22,90). Der faktenreiche Überblick über sämtliche Methoden der ärztlichen Babymacher, die in den USA sogar einer 63jährigen noch zum Mutterglück verholfen haben, bezieht auch die Betroffenen selbst ein: Wie Paare unter den seelischen Belastungen der Unfruchtbarkeit leiden (Plötzlich sieht du überall Kinder), wie sie die aufwendigen Prozeduren der künstlichen Befruchtung als geheimes zweites Leben erfahren, wie die teure Behandlung nach der fünften, sechsten oder gar siebten IVF-Runde zur Sucht werden kann, beschreibt der Autor einfühlsam. --
DER SPIEGEL 40/2002 (30.09.2002)Klug und kenntnisreich stört der Wissenschaftsjournalist die Allianz der guten Hoffnung aus Ärzten und Anwärtern auf die Elternschaft. Unaufgeregt entlarvt er das Doppelgesicht der medizinischen Fortschritts der mit jeder Lösung Probleme schafft , während die Ethik dem Möglichen und Machbaren hinterhergaloppiert. Orientierung und Einblicke erwachsen ganz nebenbei aus der Lektüre seines Buches und geben solide Eckdaten für die persönliche Entscheidung , wie weit genau ein Paar für ein Kind gehen will. --
Psychologie heute November 2002
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.