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Wie wir waren. Die wilden Jahre der Web-Generation
 
 
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Wie wir waren. Die wilden Jahre der Web-Generation [Gebundene Ausgabe]

Constantin Gillies
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Wie wir waren! www. Alles klar? Doch wer ist wir? Obwohl Constantin Gillies jegliches Wirgefühl als vereinsmeierhaft "spießig" abtut (absolute Lieblingsvokabel des Autors), kann er einen gewissen Stolz nicht verhehlen, zum exklusiven Zirkel derer gehört zu haben, die den Dotcom-Hype hautnah miterlebten. Experten schätzen heute, dass nur etwa 50.000 Menschen in Deutschland direkt etwas mit dem Internetboom zu tun hatten. Start-up-Gründer, Webdesigner, Investoren, PR-Menschen und Informatiker bildeten das Net-Set, den "digitalen Hochadel". Heute handelt es sich größtenteils um verarmten Adel und der Autor wirft einen bedauernden, aber durchaus amüsanten Blick zurück auf die wilden Jahre der Web-Generation.

Der selbst ernannte Geschichtsbewahrer Gillies präsentiert keine "pingelige Chronik", sondern launige bis traurige Stories über Auf- und Aussteiger in einer Zeit, in der sich die ganze Nation in die Wirtschaft verliebt hatte. War 1995 das Internet hier zu Lande noch weit gehend unbekannt, so herrschte zum Milleniumswechsel bereits Goldgräberstimmung. Mit einem Knopfdruck machten Kids auf einen Schlag mehr Geld als ihre Eltern in einem ganzen Arbeitsleben. Cargohose und Ziegenbärtchen waren plötzlich in den Vorstandsetagen der Großkonzerne salonfähig geworden.

Wir erleben innovative, aber schreibschwache Glücksritter, die mit Adressen wie "foegeln.de" ihre schicksalhafte Visitenkarte abgaben, Kids, die direkt vom Sandkasten zum "Managing Director Europe" mutierten -- bis hin zur "nemax nation", dem absoluten Tollhaus des Kapitalismus. Am Ende durchstreift Gillies, der seine Helden gerne mit Western-Metaphern bedenkt, Geisterbüros von Unternehmen, die einst das Börsengeschehen bestimmten. Geblieben sind abgeschaltete Server, formatierte Festplatten, Firmen ohne Geschichte. Eines der Phänomene in einer digitalen Welt.

Übrigens gingen nicht alle Dotcoms im New-Economy-Orkus unter. Besonders ein gewisses, von Gillies häufig erwähntes Unternehmen und sein Gründer finden seine uneingeschränkte Bewunderung. Wir zitieren: "1995: Trip zum Buchhändler. Sieht schlecht aus. Müssen wir bestellen. Nach sechs Wochen wieder in die Stadt fahren. Das bestellte Buch ist natürlich nicht da. Heute: Ein Wort: Amazon. Das nur zur Erinnerung." -- Entschuldigung, aber ein wenig Eigenlob darf erlaubt sein. --Ravi Unger

manager magazin (9/2003)

Als die Hose Seitentaschen hatte

Constantin Gillies unterhält seine Leser mit allerlei Schnurren aus der Zeit des großen Dotcom-Booms.

Eigentlich ist sie längst überfällig: die soziologische Analyse des Internet- Taumels, der Ende der 90er Jahre von den Deutschen Besitz ergriff. Eine Aufarbeitung jener Ära, in der plötzlich jeder Kegelklub über den Börsengang von T-Online diskutierte.

Constantin Gillies, ehemaliger Internet-Redakteur der "Welt", hat sich daran versucht, leistet diese Analyse aber nicht. Er hat für sein Buch den einfacheren Weg gewählt und schüttet einen großen Sack voller Anekdoten vor seinen Lesern aus. Gillies erzählt von Praktikanten, die für Dax-Konzerne die ersten Internet- Seiten bauen durften. Er lässt die absonderliche Büromode jener Ära auferstehen (Hosen mit Seitentaschen!) und begleitet uns zu den Pink-Slip-Partys der frisch entlassenen Content-Manager und Business-Developer. Wenig Tiefgang, aber eine amüsante Weißt-du-noch-Lektüre für alle, die damals dabei waren.

© manager magazin - Vervielfältigung nur mit Genehmigung

Kurzbeschreibung

"Wir zeigten der alten Wirtschaft die lange Nase. Alles ging, so lange es in eine PowerPoint-Präsentation passte - und man selbst unter 30 war. Klar hatten wir im Hinterkopf ein ungutes Gefühl bei unserer Großmannssucht. Aber das ließ langsam nach. Wenn an einem Tag wieder zehn Headhunter anriefen oder wir mit Aktien im letzten Monat mehr verdient hatten als unsere Eltern in 20 Jahren Bausparen. Wenn in der Zeitung stand, dass Yahoo mehr wert war als General Motors, wenn die Dotcom-Kids im T-Shirt in Davos der versammelten Weltwirtschaft die Show stahlen, wenn der Abteilungsleiter uns bat, ihm Outlook zu erklären. Das waren Beweise dafür, dass wir Recht hatten. Um mit Leonardo di Caprio zu sprechen: Wir waren die Könige der Welt. Wir schrieben Geschichte. Da wehte einen so was an.

Eines war klar: unsere neue Version der Wirtschaft sollte vor allem eines sein - anders. Doch die Sache stellt sich als schwieriger heraus, als wir angenommen hatten. Denn anders zu sein bedeutete auch, von Gummibärchen zu leben, Ledersofas vor dem Aufsichtsrat zu verstecken und nachts um drei Strategiesitzungen abzuhalten. Und, dass der Kickroller vor dem ferngesteuerten Auto Vorfahrt hatte."

Constantin Gillies schreibt über den Sommer, in dem sich alle in die Wirtschaft verliebten, als Studenten Millionäre werden wollten und die Börsenkurse explodierten. Er gibt das Lebensgefühl und die Euphorie der Dotcom-Ära wider und zeigt, welche Spuren diese Zeit überall hinterlassen hat. Denn: Wir arbeiten jetzt alle bei Dotcoms.

Über den Autor

Constantin Gillies hat den Aufstieg und Fall des deutschen Webwunders hautnah miterlebt. Als Korrespondent bei der Welt hat er beim Aufbau der Beilage WebWelt mitgewirkt. Heute arbeitet er als freier Journalist unter anderem für die Welt, die FAZ, das Handelsblatt und die Financial Times Deutschland.
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