Damals "anno boom" haben wir drei Tage am Stück durchgearbeitet - weils Spass gemacht hat obwohl man trotzdem einen krummen Rücken bekam. Heute sitzt man nach Erscheinen drei Tage hintereinander spät abends auf dem Balkon, schmökert durch "Wie Wir Waren", streichelt zwischendrin mal "remote" den AIBO, der tatsächlich seit Monaten ohne Saft verschlafen in der Ecke vor sich hingammelt und denkt an die Zeit zurück, wo man jeden Tag etwas in die Welt gesetzt hatte, das man vormittags noch nicht kannte.
Gillies ist es gelungen, in "Wie Wir Waren" einzufangen, wie wir waren. Höhepunkte, die eigentlich Abgründe waren. Scheitern, das sich als gesund herausstellte: Grotesk und trotzdem treffend.
Klar: Es stellt sich die Frage, wieso Gillies die Szenerie, Akteure und die Handlungen in einem Buch nicht auf DVD bündelt?! Aber Gillies hat sich entschieden: Er schreibt halt und schubst keine Pixel.
Er dokumentiert, was bisher so nicht dokumentiert wurde. Mit (Sprach-)Witz und aus der Sicht eines Insiders. Man bekommt zwischendrin den Eindruck, dass er die Distanz zum Thema völlig auflösen kann und macht es so noch spannender.
Es schreit nach Sammlung der noch nicht notierten Stories, die noch an vielen anderen Stellen schlummern. In einer zweiten Auflage?