Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Wie sollen wir leben?: Ethik in einer egoistischen Zeit
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Wie sollen wir leben?: Ethik in einer egoistischen Zeit [Taschenbuch]

Peter Singer , Hermann Vetter
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Sondereinband --  
Broschiert --  
Taschenbuch, 1. Juni 1999 --  

Hinweise und Aktionen

  • Valentinstags-Special: Zusätzlich zu Ihrem Amazon-Einkauf jetzt das Album Classical Music from Romantic Movies für nur 1 EUR herunterladen. Alle Infos zur Aktion.



Produktinformation

  • Taschenbuch: 304 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: 4. A. (1. Juni 1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423361565
  • ISBN-13: 978-3423361569
  • Originaltitel: How are we to live?
  • Größe und/oder Gewicht: 19,2 x 12,1 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 270.036 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Krisensicherer Lebenssinn

Peter Singer wirbt für Weltverbesserung

Fünf Tage in der Woche, elf Monate im Jahr seien viele seiner Kollegen an der New York University für eine Stunde mit ihrem Analytiker verabredet gewesen, erzählt Peter Singer in seinem Buch «Wie sollen wir leben?». – «Ich hätte sie am liebsten am Kragen gepackt und durchgeschüttelt.»

Am Kragen packen und durchrütteln: an dieser doppelten Handbewegung sind Menschen mit dringendem Anliegen sofort zu erkennen. Singers Anliegen ist es, die Leiden in der Welt zu vermindern, und zwar die aller Leidtragenden. Mit dem Buch «Animal Liberation», das von der «Gewaltherrschaft des Menschen über die Tiere» handelt, wurde Singer in den siebziger Jahren zu dem weltweit wohl wichtigsten Theoretiker der Tierrechtsbewegung. Schmerz und Leiden, so führt der Utilitarist Singer aus, sollten ohne Ansehen der Rasse, des Geschlechts oder der Gattung des leidenden Wesens vermindert werden. Das rücksichtslose Schlachten und Peinigen von Tieren, dessen sich die Menschheit schuldig mache, folge aus einer Parteilichkeit zugunsten der eigenen Spezies, die moralisch ebenso verwerflich sei wie der Rassismus. Vegetarische Lebensweise sollte daher für Singer nicht (oder nicht in erster Linie) aus der Sorge um die eigene Gesundheit entspringen, sondern aus dem Bewusstsein moralischer Verantwortung.

Die Kehrseite des Tierbefreiungsarguments bilden Singers medizinethische Stellungnahmen, bei denen für viele der Spass aufhört. Sein «Antispeziesismus» führt zu permanenten Beleidigungen des moralischen Gefühls. In seinem philosophischen Hauptwerk, der «Praktischen Ethik», erschreckt er sein Publikum mit der Folgerung, das Leben eines Neugeborenen habe weniger Wert als das Leben eines Schweins. Sie ergibt sich aus der konsequenten Durchführung des utilitaristischen Grundsatzes, allein die Fähigkeit zu leiden (nicht die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gattung) bestimme den Wert des Lebens.

Auch Kindstötung ist für ihn kein Tabu. Zwischen geistesgestörten Menschen und höher entwickelten Säugetieren besteht laut Singer kein moralisch relevanter Unterschied. Viele haben daher gemeint, er ziehe das Lebensrecht geistig Behinderter in Zweifel. Doch Singer will – wie er beteuert – nicht den moralischen Status geistesgestörter Menschen verschlechtern, sondern den der Tiere verbessern. Paradox gesagt, verlangt er von den Menschen, dass sie die Tiere humaner behandeln sollen, als sie es unter der Apartheidsregelung des jüdisch-christlichen Speziesismus gewohnt sind.

Singer gehört zu der Sorte von Menschen, die man – als sie noch häufiger anzutreffen waren – gerne bittersüss «Weltverbesserer» nannte. Er will in seinen Büchern immer auf etwas hinaus, was ihm wichtiger scheint als alle Bücher. Sein Beitrag zu der Frage, wie man leben solle, bleibt diesem Antrieb verbunden und behauptet die Harmonie zwischen politisch-moralischem Krisenbewusstsein und persönlicher Selbstverwirklichung.

Der Sinn des Lebens besteht für ihn darin, nicht vor der Grösse der Aufgabe zu kapitulieren, die das ubiquitäre Leiden dem Menschen stellt. Depressiv mache der Gedanke an diese Aufgabe nur die Ausweicher und Weitermacher. Wer dagegen eine Lebensform wähle, die sich im Bewusstsein der globalen Skandale – Hunger, Folter, Unterdrückung – formiere, sei mit Lebenssinn ausreichend versorgt.

Zu den betrüblichen Tatsachen, von denen Singer in «Wie sollen wir leben?» ausgeht, gehört nicht allein, dass die moderne Welt ein Gewebe vermeidbarer Leiden bildet. Vielmehr empört ihn, dass der rücksichtslose Ressourcenverbrauch die Menschen im Westen noch nicht einmal glücklicher gemacht habe. Die Gesellschaft, in der alle immer nur fragten, was für sie selbst dabei herauskomme, sei glücksökonomisch am Ende. Ein sinnerfülltes Leben kann nach Singer nur führen, wer sich «einer Sache verpflichtet, die grösser ist als das eigene Ich».

Sachen, die bedeutender zu sein beanspruchen als das eigene Ich, gibt es viele. Doch nur das ethisch gerechtfertigte und geforderte Anliegen ist laut Singer krisensicher. Wer moralisch lebe, lege sein Vernunftvermögen sicher an. «Je mehr wir über unser Engagement für einen Fussballverein, eine Firma oder sonst ein beschränktes Interesse nachdenken, desto weniger Sinn werden wir wahrscheinlich darin erkennen. Im Gegensatz dazu wird noch soviel Nachdenken die Entscheidung für ein ethisches Leben niemals als trivial oder sinnlos erscheinen lassen.» Zu erwähnen, dass auch die engagierte Existenz vor depressiven Einbrüchen und Schlussstrichen nicht sicher ist, hält Singers werbende Schrift nicht für opportun.

Anknüpfend an Max Weber, erklärt sie die egoistische Gesinnung westlicher Individuen für eine Reformationswirkung. Keineswegs sei Egoismus – wie Singer anhand von Beispielen zwischen Japan und Yad Vashem umständlich entwickelt – eine übermächtige und stets sich durchsetzende Anlage. Erst die puritanische Verbrämung des Gelderwerbs habe die Herrschaft des Eigennutzes ins Werk gesetzt und das Leben in die Falle einer inneren Leere geführt. Der inneren Zerstörung der Menschen entspreche die äussere der Natur. Doch sei es möglich, dieser Entwicklung höchstpersönlich zu widerstehen.

Den Einwand, dass es nichts ändern werde, wenn man selbst auf ein saturiertes Leben verzichte, hält er für eine Ausflucht. «Jeder Mensch kann Teil der ‹kritischen Masse› werden, die uns eine Aussicht bietet, die Welt zu verbessern, ehe es zu spät ist. Wenn Ihre heutige Lebensweise einer unparteiischen Bewertung nicht standhält, können Sie sie ändern. Das kann bedeuten, den Beruf aufzugeben, das Haus zu verkaufen und nach Indien zu gehen, um für eine Hilfsorganisation zu arbeiten.»

Michael Schefczyk -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Singer wendet sich vor allem an den einzelnen Menschen. In der Fixierung auf das Ich sieht er den 'kennzeichnenden psychologischen Irrtum der Generationen der 70er und 80erJahre'. Er erinnert an die alte Weisheit, daß der Weg zu Glück oder anhaltender Zufriedenheit der ist, etwas anderes als Selbstfindung anzustreben ... Das neue Buch, das im Harald Fischer Verlag erschienen ist, der auch 'Muß dieses Kind am Leben bleiben?' herausbrachte, nachdem der Rowohlt Verlag die druckfertig vorliegende öbersetzung nach Angriffen von Behinderten zurückgezogen hatte, ist auch für philosophische Laien leicht lesbar." (dpa)
"Besonderer Vorzug: Es geht um praktische Ethik, das heißt um Anregungen zur geglückten Lebensführung, Anleitungen zum Glücklichsein undnicht um Moral im Sinne der Befolgung ideologisch gefärbter Regelkataloge." (Badisches Tagblatt)
"Singer geht es um mehr als diese 'betriebswirtschaftliche' Dimension der Ethik. Ethisch leben heißt für ihn: 'öber Dinge nachdenken, di e jenseits des eigenen Interesses liegen.'" (Neues Deutschland)
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Tags, die Kunden mit diesem Produkt verbinden

 (Was ist das?)
Klicken Sie zum Suchen verwandter Artikel, Diskussionen oder Personen auf ein Tag.
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

 

Kundenrezensionen

8 Rezensionen
5 Sterne:
 (2)
4 Sterne:
 (4)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
3.8 von 5 Sternen (8 Kundenrezensionen)
 
 
 
 
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel:
Die hilfreichsten Kundenrezensionen

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Praktische Philosophie in Reinkultur, 15. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Wie sollen wir leben?: Ethik in einer egoistischen Zeit (Taschenbuch)
Zunächst war ich sehr skeptisch, ob der Autor es geschafft hat, philosophische Auffassungen mit praktischem Tun in Verbindung zu bringen.

Wer die Schriften von Habermas kennt, weiß, wovon ich rede. Deshalb war ich angenehm überrascht, wie Philosophie - noch dazu von einem Philosophie Professor - auch vermittelt werden kann: Einfache Worte, klare verständliche Sätze, wenn auch nicht in allen Passagen inhaltlich einfach zu verstehen. Trotzdem liest sich das Buch auch ohne Vorwissen angenehm leicht, was durch die vielfältigen, aus dem Leben gegriffenen Beispiele möglich ist. So wird selbst Kants Kategorischer Imperativ plastisch und lässt sich im wirklichen Leben ganz konkret wiederfinden.

Der Aufbau hat eine klare Struktur und bringt den Leser zu einem Punkt,

an dem er Philosophie als angewandte Lebensweisheit erfährt - jenseits von

jedem akademischen Elfenbeinturm. Nebenbei vermittelt Peter Singer ein

Allgemeinwissen, dass uns verstehen lässt, auf welchen Überzeugungen unsere Kulturen basieren. "Wie sollen wir leben" trifft so sehr den Kern

unserer heutigen Zeit, dass ich das Buch fortan bei jeder Gelegenheit verschenke und empfehle!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Sozialphilosophie, Ethik, Entscheidungsdilemmas, das Streben nach Glück, 4. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Wie sollen wir leben?: Ethik in einer egoistischen Zeit (Taschenbuch)
Ein hervorragendes Buch über Ethik, unterhaltsam (und doch natürlich ernst zugleich) geschrieben. Das Kapitel "Wie du mir, so ich dir" enthält eine sehr gute Beschreibung des Gefangenendilemmas (Spieltheorie). Neben Ethik und Sozialphilosophie handelt das Buch auch vom Sinn des Lebens und der Frage des Glücklichseins.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Machen wir die Welt zu einem besseren Ort!, 11. März 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wie sollen wir leben?: Ethik in einer egoistischen Zeit (Taschenbuch)
Tolles Buch, das ohne religiösen Bezug den Sinn des Lebens und die dazu erforderliche persönliche und gesellschaftliche Ethik erarbeitet. Das Schlußwort des Autors sagt alles:

"In einer Gesellschaft, in der die Verfolgung des materiellen eigenen Interesses die Norm darstellt, ist der Übergang zu einem ethischen Standpunkt etwas radikaleres, als viele meinen. Verglichen mit den Bedürfnissen der Menschen, die in Somalia verhungern, wird der Wunsch, die Weine der führenden französischen Weingüter zu kosten, völlig unbedeutend. Wir können nicht erwarten, daß dieses höhere ethische Bewußtsein alle erfassen wird. Es wird immer Menschen geben, die sich um nichts und niemanden kümmern, noch nicht einmal um sich selbst.

Zahlreicher werden andere sein, die berechnender sind und sich ihren Lebensunterhalt damit sichern, daß sie andere übervorteilen, vor allem Arme und Machtlose. Wir können uns nicht leisten, auf einen fernen Tag zu warten, da alle in Frieden und Harmonie miteinander leben werden. Wir haben keine Zeit, unsere Gedanken auf die Möglichkeit einer fernen utopischen Zukunft zu konzentrieren. Es besteht eine verzweifelte Notwendigkeit, JETZT etwas für die Bedingungen zu tun, unter denen Menschen leben und sterben, und die soziale als auch die ökologische Katastrophe abzuwenden.

Würden sich 10 % der Bevölkerung eine bewußte ethische Lebenseinstellung zu Eigen machen und entsprechend handeln, dann wäre die Veränderung bedeutender als irgend ein Regierungswechsel. Die Kluft zwischen einer ethischen und einer egoistischen Lebenseinstellung ist viel grundsätzlicher als die zwischen rechter und linker Politik.

Jeder Mensch kann Teil der "kritischen" Masse werden, die uns eine Aussicht bietet, die Welt zu verbessern, ehe es zu spät ist.

Sie können über Ihre Ziele neu nachdenken und sich fragen was Sie aus ihrem Leben machen. Sie können sich verändern. Das kann bedeuten, den Beruf aufzugeben, das Haus zu verkaufen und nach Indien zu gehen, um für eine Hilfsorganisation zu arbeiten.

Aus Ihrer neuen Perspektive wird die Welt anders aussehen. Am wichtigsten dabei ist vor allem, Sie werden wissen, daß Sie nicht umsonst gelebt haben und gestorben sein werden, denn Sie werden in die große Tradition derer eingegangen sein, die auf das Ausmaß von Schmerz und Leiden in der Welt damit reagiert haben, daß sie versuchten, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel: Eigene Rezension erstellen
 
 
Die neuesten Kundenrezensionen






Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen



Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar