Dieses Buch ist typisch Keri Smith. Ein analoges Buch, jedoch interaktiv. Ein Animationsbuch, die Welt einmal wieder mit neuen Augen zu betrachten. Grundthese: Es ist ausnahmslos alles interessant, was uns umgibt, egal, wo wir gerade sind. Smith will unseren Forscherdrang wieder beleben, diesen Blick auf die Welt, der nichts Besonderes war, als wir noch Kinder waren, der uns aber heute völlig abhanden gekommen ist. Es ist ein Feldführer für Alltagsexperimente. Beispiele? Gern. Erkundung #4 "Der tägliche Weg". Sammle jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit oder zur Schule Gegenstände. Versuche, dreißig zusammen zu bekommen. Oder Erkundung #13 "Schriften Sammeln". Dokumentiere Schriften, die du draußen findest. Notiere dir, wo und wann du die Beispiele gefunden hast. Besonders schön: Erkundung #59 "Wie man ziellos umherstreift".
1. Such dir einen Tag und eine Zeit aus
2. Pack dir eine Tasche
3. Geh in irgendeine Richtung los. Folge nur deinem Instinkt
4. Mach das Gegenteil dessen, was du glaubst, tun zu sollen
5. Wenn dir der Gedanke kommt, dass du deine Zeit verschwendest, machst du alles richtig
6. Geh weiter. Schenk deine Aufmerksamkeit den Details. Verlier jedes Gefühl für Ort und Zeit.
Tja, dann hört der Vorschlag auf. Und man kann tun und lassen, was man will. Ich weiß nicht, ob das Zufall war, aber mir ist dann nach eineinhalb Stunden rumlatschen ein Teddybär vor einem Mülleimer begegnet. Einmal habe ich im Hinterhof einer Fabrik vor einem Altholzconztainer ein wunderschönes altes Puppenschränkchen gefunden. Und so weiter. Weil ich den Kopf frei machen konnte vom "Alltagsgeschäft", sind mir interessante Dinge begegnet und aufgefallen. Smith sagt, man sollte sie sammeln, dokumentieren und ausstellen. Klar, warum nicht? Ich habe mich entschieden, den Kofferraum meines Kombi zum mobilen Minimuseum zu machen. Mit vielem von dem, was ich so finde, denke und dokumentiere.
Manch ein phantasieloser Zeitgenosse wird sich nun wohl fragen, was das alles soll. Das Komische ist, dass ich das auch nicht erklären kann. Aber Aktivitäten dieser Art sind genauso charmant wie "bookcrossing", spontane Aktionskunst oder die von Roger-Pol Droit in seinem Buch "Fünf Minuten Ewigkeit - 101 philosophische Alltagsexperimente". Man kann das schlecht beschreiben, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Aber man sollte nicht verpassen, es einmal zu versuchen.
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