Kein Mensch will ja normalerweise freiwillig seine Beziehung ruinieren - daher ist klar, dass der Titel des Ehepaars Sachse ironisch gemeint ist. Natürlich klingt ein solcher Titel aber humorvoller als die hundertste Wiederholung von "Wie rette ich meine Beziehung?"
Dass die Sachses reiche therapeutische Erfahrung haben, wird in diesem Buch schnell klar.
Sie postulieren plausibel sechs Grundbedürfnisse des Menschen: Anerkennung, Wichtig sein, Verlässlichkeit, Solidarität, Autonomie und Territorium.
Das Hauptpostulat der Autoren ist: In der Beziehung muss sich jeder der Beteiligten dafür einsetzen, dass dem jeweiligen Partner diese Bedürfnisse befriedigt werden.
Aktiven Anstrengen - und das immer wieder -, so könnte man das Werk auf einen einfachen Nenner bringen.
Die Autoren schildern für jeden Schritt detailliert, wie dessen Nichtbeachtung die Beziehung ruiniert ("Loben Sie Ihren Partner nie"). Manchmal fühlt man sich direkt ertappt.
Im zweiten Teil bieten die Sachses dann noch "Strategien für Fortgeschrittene", so etwa das "Arme-Schwein-Spiel" ("Ich kann dies/jenes nicht tun, übernimm du die Verantwortung"), das "Opfer der Umstände/Personen"-Spiel ("Äußere Umstände oder Personen sind schuld, nicht ich"), das "Blöd"-Spiel ("ich kann das nicht"), das Spiel "Unterwerfung" ("Alle Wünsche des Partners erfüllen, um nicht verlassen zu werden"), das Spiel "Regel-Setzer" ("Ich bestimme, wie andere sich zu verhalten haben") oder das Spiel "Mords-Molly ("Ich bin etwas besonderes und will so behandelt werden").
Vieles ist dabei aus dem Leben gegriffen, auch wenn das eine oder andere Beispiel dabei ein wenig arg ausgewalzt wird.
Was das Buch aus dem therapeutischen Einerlei heraushebt, sind der ironische bis sarkastische Ton und der Humor, welche hier durchaus zur Erkenntnis führen.
Sicher hätte man an der einen oder anderen Stelle etwas straffen können, wenn die Autoren zu sehr ins Schweifen geraten (insbesondere ein paar der erwähnten Spiele zusammenfassen), aber im gesamten ist das Buch ein unbedingt empfehlenswerter Einblick in den Beziehungskampf und jedem zu empfehlen, der eine dauerhafte Beziehung führt oder führen will/muss. Im übrigen lassen sich die Verhaltensmuster aber auch auf nicht paarbezogene soziale Verhalten übertragen.