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Wie man mit Fußball die Welt erklärt
 
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Wie man mit Fußball die Welt erklärt [Gebundene Ausgabe]

Franklin Foer , Wolfgang Müller
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 268 Seiten
  • Verlag: Heyne; Auflage: N.-A. (15. Februar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453120647
  • ISBN-13: 978-3453120648
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 13,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 477.590 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Beim Fußball geht's nicht um Leben und Tod«, wird ein Trainer aus Liverpool zitiert, »es geht um viel mehr.«

Um was, das erklärt Franklin Foer in zehn brillanten Reportagen, für die er einmal um die Welt gereist ist.

»Natürlich kann man Fußball nicht mit Bach oder Buddhismus vergleichen. Allerdings wird er oft tiefer empfunden als Religion und gehört wie sie als Hort für Traditionen zur Struktur eines Gemeinwesens. Im Spanien unter Franco bildeten die Vereine Athletic Bilbao und Real Sociedad San Sebastián die einzige Plattform, wo Basken den Stolz auf ihre Kultur zum Ausdruck bringen konnten, ohne im Gefängnis zu landen. In der deprimierenden Ödnis kleiner englischer Industriestädte wie Coventry und Derby sorgten Fußballclubs für Gemeinschaftsgefühl« ("Franklin Foer"). Von Rio bis Teheran, von Glasgow bis Barcelona reist Foer auf den Spuren von Fußballkultur und -unkultur. Er begegnet Fans, Spielern, Geschäftemachern, Menschen aller Hautfarben, Nationalitäten und Religionen, die für den Fußball leben, ihre Freiheit riskieren, betrügen und sogar töten. So zeigt sich am Beispiel Fußball, was die Welt im Innersten zusammenhält. Franklin Foers Reportagen, »jede einzelne ein journalistisches Meisterwerk« ("Library Journal"),können vielleicht die Welt nicht ganz erklären, aber sie halten ihr einen großartigen Spiegel vor: 105 Meter lang und 68 Meter breit.

Klappentext

Diese spannenden, tragischen und auch komischen Reportagen aus der Welt des Fußballs bieten einen ungewöhnlichen Blick über den Stadionrand und zeigen, wie sich die Probleme und Hoffnungen der Welt im Fußball spiegeln.
Jürgen Klinsmann

Das beste Sportbuch des Jahres. Sensationell.
ESPN

Ein Buch, das die Augen öffnet, exzentrisch und faszinierend.
New York Times Book Review


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Zehn Reportagen aus der globalisierten Welt des Fußballs, 16. Juni 2006
Von 
Boris Theobald "www.RockTimes.de" (St. Wendel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wie man mit Fußball die Welt erklärt (Gebundene Ausgabe)
Der Washingtoner Journalist Franklin Foer ließ sich im Herbst 2001 für acht Monate bei seiner Zeitung New Republic beurlauben, um eine Reise um die Welt anzutreten und einige berühmte Fußballstadien zu besuchen und die Geschichte(n) zu erfahren, die der Fußball dort schreibt und geschrieben hat. Dabei entstanden die in diesem Buch niedergeschriebenen zehn einzelnen Reportagen, die den Fußball vor allem unter dem Gesichtspunkt der Globalisierung betrachten. Es geht um Hooligans, deren Hassgefühle gegen traditionelle Intimfeinde auch in der größer gewordenen Fußballwelt nicht schwächer geworden sind, um die scharenweise einsetzende Spielermigration, welche die einst stereotypen Spielweisen einzelner nationaler Ligen aufmischte, um rasante Aufstiege und steile Fälle von Klubs und der Rolle, welche Korruption dabei spielt, und immer wieder um "altmodischen Nationalismus", der fest mit der Anhängerschaft bestimmter Klubs verwurzelt zu sein scheint. Die erste Reportage führt nach Serbien, wo als paramilitärisch organisierte Anhänger von Roter Stern Belgrad als "politische Hooligans" im Stadion als einer "Bastion des Nationalismus" Lieder über Massaker an Kroaten singen und sich Fußball auf höchster offizieller Ebene nahtlos mit organisiertem Verbrechen vermischt. Weiter geht es nach Glasgow, wo sich Foer im Stadtderby unter die Celtic-Anhänger mischt, die in einer "Perversion der Konfessionen" genau so Lieder über das Blut der Gegner singen und ethnischen Hass schüren - ein Hass, der über eine gewöhnliche Lokalrivalität weit hinausgeht. In "Fußball und die jüdische Frage" geht es um den in den 1920er Jahren gegründeten rein jüdischen und sehr erfolgreichen Verein Hakoah Wien, der nach dem Anschluss an Deutschland aus der ersten Liga ausgeschlossen wurde. Es geht um eine "ideologische Mission", um Antisemitismus und dann im Kapitel "Fußball und der sentimentale Hooligan" um Fans im modernen englischen Fußball, wo sich die Tottenham-Anhänger selbst als "Yids" bezeichnen und den Chelsea-Fans namens "Headhunters" (die "Speerspitze der faschistoiden nationalistischen Bewegung in England") Lobgesänge auf die Vergasungen im 2. Weltkrieg singen. Auf beiden Seiten stehen dabei Fußballkucker jüdischer und nicht-jüdischer Herkunft - so unverblümt Foer das erzählt, so irrwitzig und zum Kopfschütteln ist diese Realität. Weiter geht es nach Brasilien mit Erstligaklubchefetagen als "Zufluchtsort für Halunken", marode Stadion und weitere Gründe für den "Talente-Exodus" und Pros und Contras von Peles Taten in einer kurzen Zeit als Sportminister in einem Land, wo Spieler bis dato selbst nach Auslaufen eines Vertrages ihren Klub nicht ohne weiteres verlassen durften. Foer zeigt dann, wie in der Ukraine nach 1990 die Globalisierung praktisch nachgeholt wurde und wie ein Nigerianer lieber sein Glück in Lviv suchte als wie sein Vater Guavenbauer in der Heimat zu werden. Foer wirft erschreckende Blicke hinter die Kulissen des italienischen Fußballs und zeigt die Verquickungen von Politik, Wirtschaft und Fußball an Beispielen wie Silvio Berlusconi und den Einfluss von Spitzenklubs auf die Schiedsrichterauswahl - wohl bemerkt bevor er wissen konnte, dass kurz vor der WM 2006 ein riesiger Skandal ausbrechen sollte. Eine ganz besondere Geschichte bietet "Fußball und der diskrete Charme des bürgerlichen Nationalismus". Selbst in den katalanischen Verein verliebt erklärt Foer den "Geist von Barca" und mit der "persönlichen Vendetta gegen Barca" des Diktators Franco eine Widerstandsbewegung, die sich "im Fußballstadion entzündete". "Fußball und die Hoffnung des Islam" führt durch die Entwicklung des Fußballs im Iran, wo das Regime nicht gerade Fußball-freundlich eingestellt ist, Frauen ohnehin kein Stadion besuchen dürfen und es dem Regime nach der heldenhaften WM-Quali 1997 doch nur übrig blieb, die ausgelassenen Feiern in den Straßen zu erdulden und per Radio zu warnen "vor weltlichen Feierlichkeiten, die nicht den Gesetzen Allahs entsprächen". Ein unfreiwillig komisches Kapitel zum Thema Fußball-Globalisierung bietet dann schließlich noch Foers eigenes Heimatland, die USA, wo sein Sport teilweise als "Bedrohung für den American Way of Life" angehen wird und trotzdem beim Heimspiel gegen die Honduras das Stadion proppevoll war - mit 50 Prozent Honduras-Fans.

Obwohl vieles zuweilen deprimierend wirkt, klingt auch immer wieder viel Hoffnung mit, wenn der Fußball sein unglaubliches Potenzial entfacht und ganzen Nationen, ethnischen Gruppen, Völkern und Regionen Stärke und Zusammenhalt verleiht.

Foers Reportagen sind kurzweilig zu lesende Geschichten. Der Autor beschreibt die Zustände so lebendig, wie es wirklich nur möglich ist, wenn man es selbst vor Ort erlebt. Immer wieder streut er gekonnt historische Hintergründe mit ein, die helfen, die Gegenwart zu verstehen - eine Gegenwart in der großen und schnelllebigen Fußballwelt, die er ganz fein recherchiert hat. Die Geschichten leben von den persönlichen Eindrücken der Leute, die er trifft, wobei er in seiner Auswahl nicht zimperlich ist - mitunter spricht er mit dem Mann, der in den 70ern die erste organisierte Hooligan-Truppe Englands anführte. Dabei erweist er sich als aufmerksamer Beobachter, der auf Details achtet und mitunter mit skurrilen Vergleichen die Lust am Weiterlesen nährt. Dabei schreibt er sehr direkt und immer wieder mit zynischem Unterton - wobei dieser oft gar nicht nötig ist, um mit den irrwitzigen Wahrheiten des tatsächlichen Fußballerlebens für ungläubiges Kopfschütteln zu sorgen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Zwiespältig, 7. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Wie man mit Fußball die Welt erklärt (Gebundene Ausgabe)
Vorab: es ist ein Buch über Fußball - aber eben auch nicht. Foer geht es um die Darstellung der Phänomene der Globalisierung in den letzten zwanzig Jahren anhand des Untersuchungsobjekts "Fussball". Dabei gelingen ihm teilweise brilliante Studien (Roter Stern Belgrad, Hakoah Wien, Ukraine), teilweise aber auch nur gediegenes (Hooliganismus, Fußball in Italien und Brasilien), was von anderen Autoren bereits weitaus kenntnisreicher und knackiger beschrieben und analysiert wurde.

Schlimm wird es, wenn er seine persönlichen Vorlieben zum "role model" für die Welt erklärt (Barcelona) und dort einen vermeintlichen "kosmopolitischen Nationalismus" in den höchsten Tönen lobt - während er ein paar Seiten vorher noch die Vorliebe für "romantisierende Politik" der Italiener in die Tonne tritt.

Alles in allem ist das Buch o.k. - aber eben auch nur eine Erklärung der Welt, so wie sie F.Foer sieht.
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5.0 von 5 Sternen Eines der intelligentesten und vergnüglichsten Bücher über, 27. Juli 2011
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Wie man mit Fußball die Welt erklärt (Gebundene Ausgabe)
Fußball - und das von einem US-Amerikaner! Franklin Foer ist ein liberaler Journalist, der für die New Republic, NYT und das New Magazine schreibt. Ein Jahr lang ließ er sich von dieser Tätigkeit beurlauben, reiste rund um die Welt und besuchte Fußballstadien, sprach mit Fans, Funktionären und Spielern. Heraus kamen dabei zehn fesselnde Reportagen, die unter dem Untertitel "An Unlikely Theory of Globalization" miteinander verknüpft sind. Behandelt wird u.a. der Einfluss von Gangstern und Kriegsverbrechern auf den serbischen Fußball, die jüdische Frage, Bestechlickeiten, die den brasilianischen Fußball fast zugrunde gerichtet haben, wie alte und neue Oligarchen (Agnelli und Berlussconi) den italienischen Fußball beeinflussen, die Rolle alternder Hooligans und vieles mehr. Auch wenn dieses Buch 2001 verfasst wurde, kann die Lektüre nur dringend empfohlen werden, weil Foer nicht nur pointiert und witzig formuliert, sondern weil seine Thesen darüber, dass die Globalisierung der (Fußball-)Welt weitreichende Auswirkungen auf das Spiel hat, originell und hcöhst bedenkenswert sind. Zudem wird auch der versierteste Fußballkenner die eine oder andere Anekdote erfahren, die ihm bisher nicht bekannt war. Oder wissen alle, warum die Tottenham Fans ihre Lieblingsspieler als Juden bezeichnen und Jürgen Klinsmann mit folgendem Gesang ehrten: "Chim-chiminee, Chim-chiminee, Chim-chim churoo, Jürgen was a German, but now he's a Jew"?
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