Schade eigentlich, wenn mans ausgelesen hat. Die Sprache dieses Buches ist das schönste. Gut, es gibt jede Menge Prügel von Halbstarken, in Zeitlupe sogar, aber am schönsten sind doch die inneren Monologe von Felix, denn wie er redet, dieses andauernde Gestammel in Superlativen, die sich die ganze Zeit wiederholen und aufeinander einschlagen und sich aufeinander türmen, unübersichtlich und überwältigend, verwirrend, das kommt dem brutal nahe, wie man als junger Mensch, Post-Kind, gerade mal Sackhaare und so, von seinem eigenen Erwachsenwerden überfahren wird. Wie einen das mitnimmt und wegschwemmt, was man da säuft und kifft und sich zudröhnt, zumal, wenn man in einem Vorort wohnt, der von Schlägern und Mutanten bevölkert ist. Das ist so gut, dicht (und lustig) beschrieben, dass es ansteckt.
Dieses Buch sollte man nach Neukölln, Marzahn, Bergedorf und wie die Schlägergegenden alle heißen, schaffen. Nicht, weil es aus Schlägern Lämmchen machen wird. Das können Bücher nicht. Aber es wird all denen, die auf der Kippe stehen, Mut machen. Es wird eine kraftvolle Begegnung mit Buchstaben sein, mit Sprache.
Ich habe Wie lange Noch? wahnsinnig gerne gelesen. Die Musik und ein paar Ortsbeschreibungen geben Aufschluss zur Ära, in der WLN? spielt. Ich warte auf die Fortsetzung? Was passiert mit noch alles Felix? Ich freu mich auf mehr!