Wie kommt das Neue in die Welt?
Deutschland scheint das Land der Dichter und Denker (gewesen) zu sein. In letzter Zeit sind aber viele Neuentwicklungen an uns vorbeigezogen, ohne große Effekte auf die Volkswirtschaft zu haben. Nicht daß es an Präsenz von Visionären und Visionen mangelt, nein, es sind lediglich die Systembewahrer und Vergangenheitsgebundenen, die das Neue nicht Fördern.
In Zusammenarbeit von Siemens und The Boston Consuting Group (BCG) entstand ein Konglomerat von interessanten Interviews und Artikeln der Vordenker dieses Jahrtausends. Heinrich von Pierer und Bolko v. Oettinger fassen in diesem lesenswerten Werk viele Ansichten von Persönlichkeiten des wirtschaftlichen wie kreativen Lebens zusammen. So kommen unter anderem Ron Sommer (Telekom AG), Michael Hilti (Hilti AG) und Katja Blomberg (FAZ), zu Wort, um nur einige zu nennen. Mit beeindruckender Leichtigkeit liest sich das Werk sehr flüssig. Die einzelnen Kapitel bauen zwar nicht aufeinander auf, dennoch entsteht das Gefühl, als lese man einen Roman. Eben dieses macht süchtig nach mehr. Nach nächtelangem Aufsaugen des Lesestoffes bin ich nunmehr so voll Tatendrang und Veränderungswillen, wie lange nicht.
Dieses Buch muß jeder lesen, der wissen will, warum Reformen so schwer zu realisieren sind. Danach steht genügend Diskussionsgrundlage bereit, um nicht länger gegen Mauern zu rennen, sondern Stein auf Stein in die Höhe zu bauen.
Hoffentlich gibt es bald "Wie kommt das Neueste in die Welt". Eine Fortsetzung wäre sinnvoll. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)