Durch die Erwähnung in Heidenreichs Fernsehsendung „Lesen!“ kommt ein Buch noch einmal zu Ehren, das eigentlich schon aus dem Jahr 2000 stammt. Kurzweilig und unterhaltsam beschreibt Rainer Groothuis, wie ein Buch entsteht: vom Schreiben und Anbieten, Verlegen und Lektorieren, vom Drucken und Binden, von Papiersorten und Lesebändchen, Typographie und dem richtigen Umschlag. Starker Tobak für 140 Seiten, doch das Anliegen des Autors ist es erklärtermaßen NICHT, ein umfassendes Lehrbuch abzuliefern, sondern vielmehr einen ersten Überblick über das Büchermachen zu geben, über den Aufwand, der hinter jedem Buch – und sei es ein Taschenbuch – steckt. Er möchte Lust auf Bücher wecken und wirbt dafür, den Wert eines Buches (materiell und ideell) wieder schätzen zu lernen und ein gut gemachtes Buch von Ramsch zu unterscheiden. All das gelingt Groothuis mit seinem locker gestalteten, reich bebilderten und mit Autoren- und Verlegerzitaten gespickten Werk vortrefflich.
Was ist ein Schmutztitel, was ein Satzspiegel, was versteht man unter der Titelei? Welche Schriftart eignet sich für welches Buch? Was passiert „in der Technik“, beim Setzen und Drucken? Was macht ein schönes Buch aus? Wie viel verdient der Verlag an einem Buch? (Erschreckend wenig, wie die Aufrechnung zeigt.) All das spielt eine Rolle dabei, wie die Bücher auf die Erde kommen. Und immer wieder zeigt der Autor, was wir gewohnheitsmäßig gar nicht mehr bemerken, den Aufbau der ersten Seiten etwa oder die richtige Form des Impressums.
Rainer Groothuis weiß, wovon er redet. Er hat eine Buchhändlerlehre absolviert und war 15 Jahre Hersteller und Geschäftsführer des renommierten Verlages von Klaus Wagenbach. Er ist jemand, für den Bücher eine Leidenschaft sind (beispielgebend kann man hier sein Plädoyer für das der Vergessenheit anheim fallende Lesebändchen anführen). Vorsicht: Seine Leidenschaft ist höchst ansteckend.