als philosoph interessieren mich natürlich besonders beikirchers hoch-theoretische und gleichermaßen doch sehr praktisch anwendbare erkenntnisse zum thema DIALEKTIK: these, anti-these, synthese: sie haben für mich durch seine rheinischen vorträge eine zusätzliche, nun auch emotionale griffigkeit erhalten. selten waren sprach-wissenschaftliche analysen unterhaltsamer: die "ja-sicher-schleife" dürfte aus germanistischen promotions-versuchen nun bestimmt nicht mehr wegzudenken sein, die "rhetorische frage" war zwar bereits bekannt (aber noch nie so einleuchtend in ihrer funktion veranschaulicht), keinesfalls genügend durchleuchtet aber war die geschickte assoziations-technik unter dem einleitungs-satz "wo Sie jrad sage..."; von den sprachphilosophen fichte bis wittgenstein, humboldt bis noam chomsky - sie würden alle bestimmt aus beikirchers ergänzungs-vorlesungen etwas zu lernen haben. dass beikircher sich nicht nur für germanistik und musik, philosophie und mundart-forschung interessiert, sondern auch noch, nicht ohne gescheites ergebnis, psychologie studiert hat, bemerkt man in seinen erörterungen zum thema SELLEVSMORD, VERZWEIFLUNG und: DÄ FIESE RHEINLÄNDER; ähnliches hat roger willemsen in seinem buch DEUTSCHLANDREISE in verschiedenen kapiteln mit anderen methoden anzuschneiden versucht - beikircher jedoch ist verdaulicher, belebender; während willemsen einem zuweilen den letzten lebensmut zu nehmen scheint, pumpt beikircher einen förmlich mit optimismus auf - nicht zuletzt, wenn er sagt: "et hätt noch immer jutjejange ..."