Dieses Buch habe ich gesehen und gekauft. Super, dachte ich, endlich ein Buch, welches Hochbegabten hilft sich selber zu helfen. Aber es ist leider kein Buch, was wirklich hilft.
Es ist ein Bericht von einem Menschen, der unstrukturiert, chaotisch, hin und herspringend schreibt. Die Überschriften sind kein Hinweis auf den Text, der folgt. Höchstens vom ersten Absatz. Danach wiederholt sich alles. Das Buch hätte gerne 25% des Umfanges haben können und hätte immer noch alles wichtige bemerkt.
Das Buch ist geschrieben, als säße man in der Kneipe und man unterhielte sich über das Thema Hochbegabung.
Herr Scheer kritisiert die Vorurteile über Hochbegabte von Nicht-Hochbegabten. Er wirft ihnen vor über die Hochbegabten nur zu denken, sie wären zwar genial, aber im Alltag unbrauchbar. Komischerweise bringt Herr Scheer selber genau diese Punkte alle paar Seiten selber an. Immer wieder resümiert er, dass Hochbegabte mit Alltäglichem Probleme haben. Nur wenn er diese These vertritt, dann sind die Nicht-Hochbegabten die bösen Menschen, die jetzt neidisch sind.
Es ist schade. Ich habe immer wieder einen neuen Anlauf genommen. Ab und an kommen Absätze vor, die man mit einem Nicken notiert und weiterliest. Aber dann folgen wieder chaotische Absätze, die einem das Lesen in diesem Buch verübeln. Ein außenstehender Blick hätte vielleicht geholfen, das Buch, die Themen zu strukturieren.
Scheer hat den Anspruch hochbegabten Menschen zu helfen. Nur frage ich mich, wobei? Er gibt keine Tipps oder Anregungen. Er reiht persönliche Meinungen, Vorurteile und wirres Durcheinander aneinander. Keine Aussage wird wissenschaftlich hinterlegt oder beschrieben wo man sich Hintergrundinformationen besorgen kann. Außerdem ist es auf Dauer nervig, dass er immer wieder auf die Nicht-Hochbegabten einschlägt. Ich frage mich, wo da der Unterschied ist. Er jammert, dass die Nicht-Hochbegabten nicht verstehen, dass sie sich nicht informieren, sondern das sie nur schimpfen und voller Neid auf die Hochbegabten sehen würden. Seine Haltung gegenüber den Nicht-Hochbegabten kann ich allerdings auch nicht als respektvoll betrachten. Im Gegenteil.
Der Schreibstil ist anstrengend. Die Aussagen bleiben an der Oberfläche und werden allgemeingültig geäußert.
Vielleicht hätte ich es besser wissen sollen. Denn sein Buch über die 25 Mythen der Hochbegabung, wurden genauso chaotisch geschrieben. Es wäre ratsam in einem Sachbuch einen Schreibstil zu benutzen, der lesbar ist und nicht ab dem 25. Satz nur noch stört und nervt.
Leider, leider, leider ist das kein Buch, was sich ein Hochbegabter kaufen sollte. Es hilft nicht, außer Sie möchten sich bei jedem Satz ärgern, dass Sie das Buch gekauft haben.
Vielleicht überarbeitet der Autor das Buch. Es wäre schön, denn das eigentliche Thema ist interessant und notwendig.