Der Verlag wirbt auf dem Umschlag mit Sätzen wie "Glücklicher kann man als Leser nicht werden". Klingt gut, aber schließlich stehen Sätze wie diese auf jedem zweiten Buch - bei "U&I" aber vollkommen zu recht. (Natürlich ist mein Nachsatz die plattere Floskel, aber man wird eben wirklich glücklich mit diesem Buch.) Da schreibt Nicholson Baker eine Hommage an Updike, ausgehend von der Frage, wie er von seinem Vorbild beeinflußt wurde. Und während er überlegt, fällt ihm auf, daß er in Wirklichkeit nur ein Bruchteil von Updikes umfangreichem Werk gelesen hat. Ganz subtil endet Baker nach allerlei Gedankenspielen und bizarren Erinnerungen (in denen seine Mutter in Updikescher Manier eine wichtige Rolle spielt) bei der Frage, ob nicht auch er, Baker, Updike hier und da beeinflußt hat. Er stellt sich vor, wie der große Kollege - natürlich auf dem Golfplatz stehend - zum Kollegen Tim O'Brien sagt: "Hm, I guess, this Nick Baker ist not to be underestimated". "U&I" ist ein vergnügliches, beeindruckendes und überaus intelligentes Buch. Die Lektüre der deutschen Ausgabe hat einen entscheidenden Vorteil: Sie besteht eigentlich aus zwei Büchern, denn "U&I" und die Aufsatzsammlung "Wie groß sind Gedanken?" sind hier zusammen abgedruckt - und Eike Schönfeld hat beides hervorragend übersetzt.