Von Haus aus ist die Autorin dieses Buches, Heike Faller, eine Journalistin und sie ist es mit Leib und Seele. Das Schreiben ist ihre Welt und nicht das Spekulieren. Jahrelang hat sie ihr Geld auf einem Sparkonto gehabt, doch Anfang 2008 will Heike Faller es wissen und startet, natürlich um es später entsprechend publizistisch auszuwerten, ein Geldvermehrungsexperiment. Sie verlässt ihre Kollegen in der Redaktion und taucht für zwölf Monate hinein in das Leben und das Arbeiten der Investoren, Spekulanten und auch der Spieler. Sie beginnt zu zocken und hat ein Ziel vor Augen. Sie will ihren Einsatz von 10 000 Euro verdoppeln. Dabei ist es ihr egal wie. Wenn sie ethische Bedenken bei einem Deal hat, notiert sie sich : "Später überprüfen", dann lässt sie es aber. Der Spieltrieb hat gewonnen.
Heike Faller gerät in die Welt des Goldes, der Optionsscheine und der Termingeschäfte. Dort, wo richtig Geld gemacht wird, und dort wo im übrigen die Finanzkrise auch ihren Ausgange nahm. Interessante Menschen lernt sie kennen auf diesem Weg, etwa jenen Mathematiker im Casino in Baden-Baden, wo schon Dostojewski seinem Spielwahn verfiel und sein ganzen Geld verzockte.
Sie lässt sich mitreißen vom steigenden Goldpreis und kauft Optionsscheine eine indischen Goldmine. Die Suche nach gewinnbringenden Investments führt sie gemeinsam mit einem schwedischen Abenteuerinvestor bis nach Bagdad , wo sie irakische Hotelaktien kauft - und schließlich nach New York, wo sie sogar George Soros begegnet.
Heike Faller erzählt von ihren Erlebnisse als Laieninvestorin sehr offen. Stellenweise ist das Buch regelrecht komisch zu lesen. Das Buch bietet einen anekdotischen, aber zugleich auch aufschlussreichen Blick hinter die Kulissen der Finanzwelt.
Übrigens: reich ist sie nicht geworden mit ihren Spekulation, aber vielleicht wird sie es nun mit ihrem Buch.