| ||||||||||||
Produktinformation
Möchten Sie die Produktinformationen aktualisieren oder Feedback zu den Produktabbildungen geben?
Ist der Verkauf dieses Produkts für Sie nicht akzeptabel? |
Ecos Anspruch mag scheitern an der Wirklichkeit des durchschnittlichen deutschen Studenten, der gerade als Geisteswissenschaftler schon im Studium möglichst berufsgerecht jobben und Praktika ableisten muß. Aber jedem nützen Ecos Tricks -- der Meister verrät, wie er selbst wissenschaftliche Arbeiten schreibt -- und Insidertips à la "Wie man verhindert, daß man vom Betreuer ausgenutzt wird".
Ein weiteres Plus: Fast ebenso spannend wie seine Romane hat Eco auch diesen dialogischen Ratgeber geschrieben. Was ja bei solcher Lektüre -- angesichts knochentrockener Kompendien, die für jegliche Fachrichtung angeboten werden -- keineswegs selbstverständlich ist. --Frank Rosenbauer
Bis dahin hatte ich eigentlich einen geschichtlichen Überblick zur amerikanischen Filmkomödie geplant. Doch hier erfuhr ich, daß meine Vorstellungen viel zu allgemein gehalten waren. Eine solche Arbeit würde gezwungenermaßen zu viele Lücken enthalten, und wäre daher von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Eco brachte mich dazu umzudenken. Er servierte mir zwar kein fertiges Thema, doch seine Tips halfen mir enorm dabei, einen eigenen Forschungsbereich zu erarbeiten. Nun konzentriere ich mich auf das Lachen im Kino im Hinblick auf verschiedene Zuschauergruppen. Meine Professorin war sofort begeistert von diesem Vorschlag und erklärte mir, daß sie meine erste Überlegung auch rundweg abgelehnt hätte.
Aber nicht nur für angehende Magisterkandidaten ist Ecos Buch eine fabelhafter Ratgeber. Studenten in den ersten Semestern dürfen sich von seinem Titel nicht beirren lassen. Sie finden dort alle grundsätzlichen Fragen zum Verfassen ihrer Referate und Seminararbeiten beantwortet: Was muß ich beim Anfertigen einer Literaturliste beachten? Wieviele Bücher muß ich für meine Seminararbeiten lesen? Und was versteht man überhaupt unter ‚Wissenschaftlichkeit'?
Ecos leicht verständlicher Sprachstil und die kleine Priese Ironie in seinen Darstellungen, erleichtern geplagten Studenten die Lektüre, lassen sie sogar oftmals zum Vergnügen werden.
Besonders amüsant fand ich Ecos ‚Bibliotheks-Experiment': Er überlegt sich ein Thema, mit dem er sich nicht auskennt, begibt sich in eine kleine, italienische Bibliothek und erklärt seinen Lesern Funktion und Nutzen der Literaturrecherche.
Fazit: Wer sich schon zu Beginn des Studiums mit diesem Buch beschäftigt, dem werden viele schlaflose Nächte erspart bleiben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
Brechtigterweise kritisieren einige Rezensenten, daß das Werk nicht mehr ganz aktuell und eher auf den italienischen Studenten zugeschnitten ist. Hier erlaube ich mir aber, entgegen zu halten, daß es nicht Sache des - im Zweifel diesbezüglich wenig informierten - Übersetzters sein kann, hier Abhilfe zu schaffen. Man sollte überdies von einem Studenten auch erwarten können, daß er die entsprechenden Informationen selbst besorgt (zumal hier auch fachbereichsspeziefische Unterschiede bestehen können). Ich persönlich lobe die textnahe Übersetzung. So bleibt es dem geneigten Leser überlassen, was er aus der Lektüre des Buches macht, oder eben nicht.
Und auf eine wirklich gute Ergänzung sei an dieser Stelle hingewiesen:
Das Buch "Promotion" von Ingo von Münch bringt in ähnlich augenzwinkender Art die Probleme der Promotion auf den Punkt, allerdings auf den deutschen Studenten "gemünzt". Mit beiden Büchern zusammen sollte der Informationsdurst eines Betroffenen sowie die Leselust des Interessierten angemessen befriediegt werden. So schreibt Dr. Georg Neureither aus Frankfurt (NJW 2003, 1026): "Während Eco also Wasser spendet, schenkt von Münch Sekt ein. Am Ende einer Doktorarbeit wird man beides getrunken haben: am Anfang Eco, am Ende von Münch." Dem ist nichts hinzuzufügen!
|
|
|