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Roger, der Grund für die ganzen Aufregung, Roger-Konstantin, wird am Weihnachtstag 1196 auf dem Marktplatz von Jesi geboren. Doch seinen Vater stört die Namengebung. Kalt und eigenwillig entreißt er Konstanze von Sizilien das Kind und lässt es auf den Namen des Großvaters Barbarossa taufen: Friedrich. Mit beinahe nichts außer seinem gewinnenden Charme und seiner überwältigenden Überzeugungskraft überquert der Jüngling 1212 die Alpen, um sich zum deutschen König krönen zu lassen.
Ein packender, dickleibiger historischer Wälzer, mit schönen Buchillustrationen, in den es sich wunderbar eintauchen lässt. Schade ist jedoch, dass Tilman Röhrig mit der Person Friedrich II. stellenweise etwas zu oberflächlich umgeht: Wie auch manch heutigen, machtvollen Weltpolitiker trieben extreme sexuelle Triebe den Monarchen um, aber das und Grausamkeiten bei der Bestrafung von Säumigen, Faulenzern und Feinden war sicher nicht das einzige, was die historische Figur des Barbarossa-Enkels ausmachte. Gerade sein Hang zur arabischen Welt, sein Mäzenatentum der Literatur, Malerei und Wissenschaften aller Art, seine grandiose Bauherrentätigkeit und sein politisch prägender Einfluss auf Europa bis hin zum Nahen Osten, sein Kampf gegen das dogmatisierende Papsttum, diese Facetten des Staufers kommen in diesem Buch einfach zu wenig zur Geltung. --Manuela Haselberger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Ist die Historie auch detailliert und einleuchtend beschrieben, erscheinen einige Charaktere, insbesondere der des Kaisers selbst, seltsam schematisch. Der Kaiser ist ein Mensch, der seinen Prinzipien folgt - und seinen sexuellen Bedürfnissen. Werden einerseits Jahre der Geschichte in wenigen Zeilen zusammengefasst, werden andererseits sexuelle Vorgänge und Körperfunktionen in grösster Ausführlichkeit beschrieben. Annähernd jede Gelegenheit der Handlung wird hierzu penetrant genutzt; abgesehen davon, dass diese Beschreibungen aufgesetzt und sensationsversessen wirken, erhält die Triebhaftigkeit des Kaisers als Charaktermerkmal dadurch viel zuviel Gewicht.
Nicht zuletzt deshalb folgt man dem Leben des Kammerdieners Tile mit mehr Mit-Gefühl, er ist menschlich beschrieben und als Charakter greifbarer.
Störend fällt auf, dass die Redewendung "-jährig" (der fünfzehnjährige...der sechzigjährige) regelmässig als Personalpronomen genutzt wird, was der Erzählung stellenweise den Anschein eines Sachberichtes gibt.
Abgesehen von diesen Kritikpunkten ist "Wie ein Lamm unter Wölfen" ein echter Schmöker, den ich kaum aus der Hand legen konnte, auch wenn gewisse Stellen (s.o.) überlesen werden wollten.
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