Ein Buch, das sich eher liest wie ein Filmscript. ' Eine fulminante Exposition, die schon bunuelsche Surrealität entwickelt aus der Reibung zwischen Alltagshandeln und 'fühlen eines Berliner Szenetypen und in diesen Alltag eingebundenen eigenartigen Geschehnissen. Da gerät das sprichwörtliche Zigaretten holen und nicht wiederkommen der Hochzeitsnacht zeitweise zur kafkaesken Satire aufs Singledasein. Dort nämlich am Anfang entwickelt der Roman seine größte Eigenständigkeit und Kraft, wo er Ausdruck für eine gewisse Befindlichkeit hippen Berliner Lebensgefühls findet. Schon bald wechselt die Schreibrichtung zu atmosphärisch dicht und sprachlich virtuos eingefangenen Actiongenreszenen, in denen aber gleich zu Beginn klar wird, dass der fesselnde Anfang nicht weiter verfolgt wird. Wer die Polizeiautos der Sparstadt kennt, die arm aber sexy ist, traut ihnen nicht einmal die Hälfte der beschriebenen Verfolgungsjagd zu, die keineswegs als Satire daherkommt. Stattdessen entwickelt sich der Roman nun zu einer Abfolge bekannter Kinoblockbuster-Dramaturgien und-Plots. Der Protagonist kabbelt sich mit seinem Bruder wie einst Nick Nolte und Eddy Murphy in '48 Stunden', Schurken, Plot und nicht nur der Name des Bondgirls erinnern deutlich an 'Goldfinger' auf Russ-Meyer-Weise in die Gegenwart transponiert, um in einem Finale à la 'Die hard' zu enden. Dabei sind die Guten gut und die Bösen böse. Zur anfänglichen ästhetischen und inhaltlichen Form findet das Buch nicht zurück, liest sich aber weg wie Popcornkino einschließlich der üblichen Unwahrscheinlichkeiten im Handlungsverlauf. Wer im Urlaub Mußestunden vertreiben will findet ein strandtaugliches Buch vor ' nicht mehr, aber auch nicht weniger.