Zwar galt Marily Monroe in den 50er Jahren als Sexsymbol, dennoch war in ihren Filmen nie viel nackte Haut zu sehen und auch die Handlungen haben kaum etwas Erotisches. Dafür aber haben diese herrlichen Komödien mit MM etwas, was heute kein Film mehr zustande bringt, das ich auch kaum beschreiben kann. Vielleicht ist es dieser Gegensatz, den die eigentliche Handlung zu dem bildet, was man damals vielleicht doch Erotik nannte. Heute geht man viel direkter mit Sex im Kino um und es genügt nicht, dass eine Frau eine gute Figur hat, die sie in engen Kleidern zur Geltung bringt. Fantsie spielte damals sicherlich eine grössere Rolle als heute. Die Handlung besteht darin, dass drei gut aussehende, teils naive, teils berechnende (Lauren Bacall) Frauen eine teure Wohnung anmieten, um darin potentielle Ehemänner zu empfangen, die, selbstredend, Millionäre sein müssen, denn Diamanten sind ja die besten Freunde von Frauen. Leider fällt die Liebe dann doch nicht dahin, wohin sie fallen soll und so schleppt die eine einen Verehrer aus der Käseabteilung bei Woolworth an, die andere fährt fürs Wochenende mit einem verheirateten Mann in die Berge und verliebt sich ausgerechnet in einen Förster. Und Lauren Bacall verlíebt sich auch gleich in den "Käsemann von Woolworth", den sie unweigerlich für einen Tankwart hält...Am Ende sitzen drei Ehepaare nach der Hochzeit in einem Imbisslokal und dann erlebt eine doch noch eine Überraschung.
"Wie angelt man sich einen Millionär" ist ein Film, wie es ihn heute einfach nicht mehr gibt. Zwar kommen massenhaft Liebeskomödien auf den Markt, aber eine Atmosphäre, wie die Produzenten sie in den 1950er Jahren ins Kino bringen konnten, sucht man vergeblich. Der Humor ist viel versteckter und wird dem Zuschauer nicht mit der Faust aufs Auge gedrückt. Und Schauspielerinnen mit der Aura einer Marilyn Monroe und Lauren Bacall gibt es auch nicht mehr, schade. Gut dagegen ist, dass wir diese Perlen Hollywoods heute in wunderbarer Qualität geniessen können und die brillanten Farben der Technicolor kommen auf den neuen Bildschirmen klar und herrlich zur Geltung. Wie gut, dass man damals schon Farbfilme drehen konnte.