Die Arbeit von Samuel Ernst ist mit wissenschaftlichem Anspruch geschrieben, wegen ihrer allgemein verständlichen Sprache und begrifflichen Klarheit aber ohne weiteres auch für den Laien gut lesbar und von erheblichem Erkenntniswert. Interessant und instruktiv ist die Herausarbeitung der Eigenheiten des 'Web 2.0' als des neuen Internet-Instrumentariums, das eine Kommunikation zwischen den Nutzern nicht nur erlaubt, sondern speziell zu diesem Zweck geschaffen wurde (soziale Netzwerke wie z.B. Facebook, Myspace usw., Blogs und Twitter); die Beschreibung seiner Charakteristika und auch seiner Risiken (unter dem Gesichtspunkt von Daten-. Jugend- und Verbraucherschutz) ist höchst aufschlussreich, sowohl für die mehr oder weniger regelmäßigen Nutzer der verschiedenen Dienste wie auch für nicht so sehr mit ihnen Vertraute. Das zentrale Thema, die Nutzung des Web 2.0 als politisches Kommunikationsmittel in Deutschland, wird eingängig behandelt und überzeugend analysiert. Es wird deutlich, dass in dieser Hinsicht das Web 2.0 in Deutschland noch Neuland darstellt, auf dem sich die Politiker ' anders als in den USA, wo Barack Obama seinen Wahlsieg vor allem der meisterhaften Nutzung dieses Mediums zu danken hat ' in ihrer großen Mehrheit noch unsicher und mit unvollkommener Kompetenz bewegen, dass es aber in seiner Bedeutung ständig wächst und nicht nur den politischen Akteuren sondern auch allen politisch Interessierten große Möglichkeiten für eine intensivierte und vor allem direkte gegenseitige Kommunikation bietet und zugleich auch die Politik selbst verändert. Ein abschließendes Interview, das der Autor mit dem Internetspezialisten Matthias J. Lange geführt hat, vertieft die von ihm präsentierten Fakten und Analysen und enthält zugleich Anregungen zur Förderung einer verstärkten Medienkompetenz in unserer unwiderruflich digitalen Gesellschaft. Fazit: Das Werk von Samuel Ernst ist für alle Politik- und Medieninteressierten höchst lesens- und empfehlenswert.
Rudolf Barth, Buenos Aires