Kurzbeschreibung
Doch was gilt es der interessierten Öffentlichkeit zu berichten? Es geht darum, zu überzeugen: von der eigenen Unternehmerpersönlichkeit. Und vom eigenen Unternehmen. Ziel des Buches ist es, Reden und damit den Redner selbst zu einem eigenen unverkennbaren Markenzeichen zu machen, nicht unähnlich Mercedes-Benz, Coca-Cola oder den vielen mittelständischen Unternehmen mit ihrem unverwechselbaren Profil.
Behrens liefert zu den Themen Hauptversammlung, Investorentreffen, Quartalszahlenvorstellung, Pressekonferenzen, Festreden, Betriebsversammlungen Tips und Tricks für eine treffsichere Rede. Fallbeispiele gelungener Reden profilierter Wirtschaftsführer sowie 50 persönliche Dos and Donts promineter Unternehmenslenker verdeutlichen den gelungenen Aufbau einer »Unternehmer«-Rede.
Über den Autor
Auszug aus Wie Unternehmer Reden schreiben von Michael Behrens. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Um eine gut improvisierte Rede halten zu können, braucht man mindestens drei Wochen.
Mark Twain, Schriftsteller
Eine gute Rede beginnt mit einer noch besseren Recherche. Und gleicht mit seiner logistischen Herausforderung dem Auslaufen einer Fischfangflotte, bei der man eine Vielzahl von Netzen auswirft, um Informationen einzuholen, bevor man mit dem gesammelten Wissen im Hafen (der eigene Schreibtisch, der PC) landet. Damit sind nicht die Punkte für den Faktenzettel, sondern das Einlesen und Einarbeiten in das Thema des Vortrags. Das kostet Zeit und Aufwand, die sich jedoch in jedem Fall lohnen. Denn eine fundierte Rede verleiht dem Sprecher Autorität, Kredit und Macht.
Wie viel Zeit und Arbeit muss man investieren? Die Manangementberaterin Gertrud Höhler merkte einmal an, dass sie für eine Rede oder Präsentation etwa zehnmal soviel Material sammelt, wie sie anschließend verwendet. Das bedeutet: Für jeden Gedanken, den sie zu Papier gebracht hat, wurden neun verworfen. So schrieb auch schon der Dichter Matthias Claudius: Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse alles, was Du sagst.
Als Faustregel gilt:
- 30 Prozent = Die Recherche sollte mindestens ein Drittel Ihrer gesamten Vorbereitungszeit betragen.
- 20 Prozent = Für das Sammeln der einzelnen Punkte des Faktenzettels sind ein Fünftel der Zeit einzuplanen.
- 50 Prozent = Das eigentliche Schreiben, Redigieren und Einüben nimmt die restlichen Hälfte der Zeit in Anspruch.
Erste Bestandsaufnahme
Als erstes breiten Sie all das einmal vor sich aus, was Ihnen bereits vorliegt. Das ist zumeist schon eine ganze Menge. Dieser Grundstock besteht aus:
- Zahlen, Daten, Fakten, die Sie nennen möchten (Broschüren, Geschäftsberichte, Pressematerial, Memos).
- Anekdoten, Erinnerungen, persönlichen Eindrücken, die Sie unbedingt erzählen wollen.
- Informationen aus Hintergrundartikeln, (Fach-)Büchern, Bibliografien, Lexika, Mitschriften, Protokollen, Ratgebern.
- Alte Reden mit wiederverwertbaren Versatzstücken und Kernaussagen.
- Gegenstände, wie zum Beispiel Bilder (Fotos der Fabrik vor 25 Jahren), Objekte (der Meisterbrief Ihres Vorarbeiters, den Sie verabschieden).
- Videomitschnitten (Eindrücke vom letzten Betriebsfest) und Präsentationen (Finanzzahlen, Risikoanalysen, Investor Relations-Material).
Erst wenn dieses Material vor Ihnen ausgebreitet liegt, wenn Sie es zumindest grob nach Themen und Punkten sortiert und jeweils in eine eigene betitelte Klarsichthülle (Allgemeine Wirtschaftslage, Geschichte des Unternehmens X, Zahlenmaterial zur deutschen Schraubenindustrie) gesteckt haben, wenn Sie die wichtigsten Stellen mit Textmarker gekennzeichnet und spontane Gedanken, die Ihnen beim Lesen gekommen sind, gleich am Rand vermerkt haben - erst dann sollten Sie tiefer einsteigen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie dieses Material auch irgendwie und irgendwo aufgehoben haben. Legen Sie also ruhig ein paar Kartons mit Material für mögliche Reden an oder sammeln Sie Material zu immer wiederkehrenden Redethemen. Das Sortieren ist dabei nicht so wichtig, Hauptsache, Sie haben Ihren Grundstock nicht vorher weggeworfen.