Das Buch erzählt die auf einem tatsächlichen Fall basierende Geschichte eines Serienmörders und -vergewaltigers, der in Berlin während des zweiten Weltkriegs sein Unwesen trieb. Er nutzte die wegen der alliierten Bombardements vorgeschriebene Verdunkelung und seine Position als Arbeiter bei der S-Bahn aus, um sich in den Zügen an alleine fahrende Frauen heranzumachen und beging auch mehrere Verbrechen in den damals als Wohnviertel dienenden Schrebergärten in Karlshorst im Südosten Berlins. -ky orientiert sich eng an den wahren Begebenheiten, ergänzt sie aber um eine fiktive Liebesgeschichte zwischen einem Kriminalbeamten und einer Kollegin und gibt den Charakteren durch die Schilderung ihrer privaten Lebensverhältnisse und ihrer Sorgen und Nöte mit dem Naziregime mehr Substanz, als eine reine Reportage sie liefern würde. Leider ist diese Mischung nicht besonders gut gelungen. Die fiktiven Teile wirken aufgesetzt und sind insgesamt zu flach und klischeehaft, um wirklich zu überzeugen. Bisweilen wird -ky fast schon fahrlässig naiv bei der Darstellung des Lebens in Nazideutschland, zu begierig werden da Selbstdarstellungen des Regimes zitiert. Das schlägt sich auch in den Anleihen aus Zeitungsberichten und Akten nieder: Der Titel „Wie ein Tier" und vor allem die ihn ausführenden entsprechenden Dialoge im Text liegen doch arg nah an der Nazitheorie des kriminellen als tierischem Untermenschen. Zugegeben, in einem Anhang macht -ky seine Sorgen in dieser Hinsicht offenbar, aber es scheint in mehr zu bewegen, ob man überhaupt ein Buch über einen Serienmörder schreiben sollte, weniger scheint in die eigene Rhetorik zu stören. Angesichts der Tatsache, daß sich hinter dem Pseudonym ein Berliner Soziologieprofessor verbirgt ist das schon ein wenig fragwürdig. Davon abgesehen ist das Buch durch aus spannend, als Krimi also brauchbar, wenn auch Charaktere und Atmosphäre bisweilen etwas zu kurz kommen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)