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Wie der Soldat das Grammofon repariert: Roman
 
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Wie der Soldat das Grammofon repariert: Roman (Gebundene Ausgabe)

von Saa Staniic (Autor)
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 324 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (28. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630872425
  • ISBN-13: 978-3630872421
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (26 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 256.988 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb 2005 lag er in der Publikumsgunst ganz vorn. Dennoch machte Am Seil, Thomas Langs “Kammerspiel auf der Tenne” (Jurymitglied Heinrich Detering), das Rennen. Nun winkt dem Publikumsliebling auch noch der renommierte Deutsche Buchpreis. Saša Stanišiæ? Wer ist das? Was ist passiert? Nicht viel. Ein junger Bosnier hat lediglich uns Deutschen auf deutsch ein kleines Meisterwerk vorgelegt. Vom heiter-sentimentalen bosnischen Familienidyll zum blutigen Massaker und Verlust der Heimat. Eine solche Erfahrung lässt sich offenbar nur träumend und fabulierend bewältigen. Saša Stanišiæ tat dies, in einer Sprache, in der sich Wehmut, Verlustschmerz, Erinnerungswonne und der Kinderblick auf den Wahnwitz einer tollwütigen Welt aufs Schönste vereinigen. Man kann sich gut und gerne in ihr verlieren.

Verantwortlich für Aleksandars (Sašas alter ego) Überlebenswerkzeuge war Opa Slavko, der kurz vor seinem Tod seinem Enkel Zauberhut und Stab vermacht hatte. Erfindung und Fantasie, so der Opa, seien die wertvollsten Gaben. „Merk dir das und denk dir die Welt schöner aus“. Und war gestorben, schnell wie Carl Lewis, der im Fernsehen gerade in Tokio den 100-Meter-Weltrekord brach. Was auf den ersten Blick lächerlich wirkt, waren simple aber mächtige Instrumente. Die Erinnerungssterne, mit denen Aleksandar fortan seinen Zauberhut beklebte, wandelten sich zu Schreckensbildern, als der 14-Jährige 1992 mitansehen musste, wie serbische Truppen in seine Heimatstadt Višegrad einfielen und sie dem Erdboden gleichmachten. Hier half auch kein Zauberstab.

Eine Restfamilie und ihr zukünftiger Autorensohn fand damals Zuflucht in Deutschland. Essen, dann Heidelberg. Welch anheimelnde Neue Heimat! Und doch wurde auch in der merkwürdigen Kältezone namens Deutschland Aleksandars Zauberhut mehr als nötig. Wegträumen. Bilder aufkleben. Nicht verdrängen, spielend verarbeiten. Aleksandars Briefe an die zurückgebliebene Freundin Asija zerreißen fast das Herz. Saša Stanišiæ studierte die deutsche Sprache. Wie sehr ihm dies gelang, liegt nun vor uns. Ein Kind als Spielball zwischen massakrierenden Horden, gefangen im Epizentrum der Kriegsgräuel und Unmenschlichkeit. Und die poetische Reise in eine Heimat die einst Jugoslawien hieß, zurück zur quirligen Tante Taifun, zurück an die Drina, den ewigen Schicksalsstrom, zurück in eine Zeit, als alles gut war. Was Aleksandars Zauberstab berührt, bleibt für immer am Leben. Und ist -- man darf es sagen --, eindringlicher als manche Kriegsberichterstattung. --Ravi Unger

kulturnews.de

Vielleicht ist sein großer Vorteil, dass Deutsch nicht Erstsprache ist. Die Distanz schafft Raum für intelligente Sprachspiele, macht Sa a Stanicic zum wortgewaltigen Erzähler. Mit 14 kam er als bosnischer Flüchtling nach Heidelberg, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Heute ist er 28, studiert am Leipziger Literaturinstitut und veröffentlicht mit "Wie der Soldat das Grammofon repariert" den besten deutschsprachigen Debütroman seit vielen Jahren. Durch Kinderaugen vom Schrecken des Krieges zu erzählen, ist fast schon konventionell. Wenn aber Stanicic den kleinen Jungen Aleksandar vom Bürgerkrieg in Bosnien berichten lässt, setzt er nicht auf weinerliche Niedlichkeit, sondern eliminiert die Moral. Soldaten stürmen Aleksandars Heimatstadt, Granaten fallen, und er beschreibt, was er nicht versteht. Die Wahrheit frisiert er lieber dann, wenn er seine Familie in tragikomische Heldenlegenden fantasiert. Auch in der zweiten Hälfte des Romans will Stanicic mit Hilfe seines Erzählers nicht analysieren und verurteilen. Aleksandar ist inzwischen als Flüchtling im Ruhrgebiet gelandet und sehnt sich nach der Heimat, bis er bei einer Reise ins Nachkriegsbosnien erkennen muss, dass er sich längst entfremdet hat. Sein kindliches Unwissen wird mit Fakten und Beobachtungen gefüttert, doch mündet das noch lange nicht in ein Verstehen. Glaubwürdiger und viel wichtiger, dass Stanicic ihm die richtigen Fragen mitgibt - und sie in unvergessliche Bilder kleidet. (cs)

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38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein großer Geschichtenerzähler liefert sein Debut ab, 6. September 2006
Von Rebekka Barnhusen "sparrow" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Auf Seite 16 habe ich das erste Mal geweint. Auf Seite 20 habe ich herzhaft gelacht. Später habe ich gelacht und geweint und gelungene Bonmots und Wortspiele laut vorgelesen. Gänsehaut hatte ich und einen Kloß im Hals. Gelesen, bis ich nicht mehr wusste ob die Bilder in meinen Kopf Buch oder Traum sind.

Großartig ist der spielerische Umgang des Autors mit der Sprache, die genüßlichen Wortspiele, die feinsinnige Ironie und der kilometerweite Abstand zu blöden Floskeln. Großartig auch die Art, wie die Sinnlosigkeit des Krieges durch die Kinderaugen deutlich wird.

Ein fantastischer Roman mit unbedingter Leseempfehlung.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wann etwas ein Ereignis ist, wann ein Erlebnis..., 11. Juni 2008
"Oma möchte vorne fahren, Miki parkt aus, sie sagt: einmal hat Slavko für mich die Wohnung in Blumen gelegt, einmal hat er vor dem ZK, statt einer Rede, Rotkäppchen in einer eigenen Fassung vorgetragen, einmal hat er prophezeit, es kann nicht gut ausgehen, dass wir alle nur Ideale haben, aber keine Alternativen zu den Idealen, und einmal hat er darüber nachgedacht, mich zu betrügen, ich habe es an seinen Küssen geschmeckt."

Sasa Stanisic erzählt Geschichten, erzählte Geschichten, Geschichten des Großvaters, eigene Geschichten, der durchs Leben stolpernde Aleksandar macht Listen und sucht seine Asija, seine Liebe in den Wirren des Krieges...

"Ich nenne sie nicht Flüchtlinge, ich sage: Schützlinge. Sie haben ein Mädchen mit so hellem Haar beschützt, dass ich meinen Vater fragen muss, ob es für so ein Hell einen Farbnamen gibt.
Er sagt: Schön.
Ich sage: Schön ist keine Farbbezeichnung.
Schön und ihr Onkel mit dem gezwirbelten Schnurrbart essen mit uns im Keller. Ibrahim wartet, bis Schön mit dem Kopf auf seinem Schoß eingeschlafen ist und erzählt leise von ihrer Flucht. (...) Wir sind die Letzten aus unserem Dorf, Ibrahim überlegt kurz, wir sind die Letzten aus unserem Nichts."

Man erfährt, "wann etwas ein Ereignis ist, wann ein Erlebnis, wie Mister Hemingway und Genosse Marx zueinander stehen, was hinter Gottes Füßen gespielt wird und wofür sich Kiko die Zigarette aufhebt". Geschichten von Bildern, die nicht fertig gemalt werden, von der Großmutter, von der Tante Taifun, die gegen Carl Lewis läuft, Geschichten vom Fluss...

"Cika Hasan und Cika Sead angeln nicht aus Vergnügen, sie angeln nicht aus Lust am Kampf mit dem Fisch, sie angeln nicht weil sie Ruhe suchen, sie angeln nicht, weil man nichts Schlechtes denken kann, während man in der Drina angelt. Hasan angelt, weil er mehr Fische fangen will als Sead, Sead angelt, weil er mehr Fische fangen will als Hasan. Ich bin es, der aus all den anderen Gründen angelt, und weil mir gebratener Fisch schmeckt, und ich fange trotzdem mehr als die beiden zusammen."

Geschichten auch vom Fussballschiedsrichter, der im falschen Moment nach Hause kommt, Geschichten vom "Genossen Tito", Geschichten, wie richtig und falsch Geschichten sein können.
All dies könnte verworren sein, chaotisch und wirr. All dies ist einfach nur das eindringlichste Buch gegen Gewalt und für Menschlichkeit, welches man seit langem gelesen hat.
Man könnte endlos zitieren, lässt es aber gut sein. Nur einen noch...

"Viele Geschichten kennt Zoran nicht. Das kommt daher, weil ihm im eigenen Leben etwas so Unglaubliches passiert ist, dass er nichts mehr erfinden muss."

"Wie der Soldat das Grammofon repariert" - wie viele Sterne gibt es hier zu vergeben? - einfach noch ein paar dazuzählen.

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28 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Die wertvollste Gabe ist die Erfindung, der größte Reichtum die Fantasie., 28. Februar 2007
Von Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REVIEWER)    (REAL NAME)   
Diese Lebensweisheit gibt Opa Slavko seinem Enkel Aleksandar am Tag seines Todes mit auf den Weg. Und Aleksandar hält sich daran. Fortan findet er alles Abgeschlossene unnötig, unglücklich und unverdient und versucht sich als "Fähigkeitenzauberer". Er erzählt mit unbändiger Lust die irrwitzigen Geschichten seiner Kindheit, von der großen Familie und den kuriosen Begebenheiten im kleinen Vi¨egrad, zuweilen brüllend komisch.
Als 1992 der Bürgerkrieg ausbricht, lässt er uns in seiner naiv-altklugen Kindersicht daran teilnehmen. Angst spielt dabei eine geringe Rolle. Politische Hintergründe werden fast vollständig ausgeblendet, Kriegsereignisse lediglich beschrieben, ohne sie zu interpretieren. Es ist vielmehr die Ungläubigkeit der großen Kinderaugen, die lediglich die Fakten benennt, ohne sie in einen großen Zusammenhang zu stellen.
Hier wird deutlich, wie kindliche Beobachtung funktioniert.
Immer nüchterner wird der Erzählstil, als der junge Aleksandar mit seinen Eltern nach Deutschland flieht. Zu stark waren die traumatischen Erlebnisse, zu kühl die Atmosphäre in dem neuen Land und immer "erwachsener" wird er. Zwischenzeitlich flieht er in frühe Kindheitserinnerungen, "als alles noch gut war", was sich sogar in den Kapitelüberschriften widerspiegelt (sie sind jetzt wesentlich kleiner dargestellt)
Erst bei einem Besuch seiner geliebten Heimat nach zehn Jahren Exil kommt die Fabulierfreude wieder zum Vorschein, obwohl ihn das immer noch traumatisierte Land und seine verbliebenen Bewohner stark erschüttern.

"Wie der Soldat das Grammofon repariert" ist ein märchenhaft schönes und wahrlich beeindruckendes Meisterwerk. Gerade wegen des manchmal stark übertriebenen und daher schon fast verzweifelt anmutenden Erfindungsreichtums des Protagonisten Aleksandar, der sich mit aller Macht eine heile, idyllische Welt voller wundersamer Begebenheiten erschaffen möchte, spiegelt dieses Buch eindringlicher als so manche Kriegsberichterstattung die Gräuel des Krieges wider.
Sicherlich trägt dieser Roman stark autobiografische Züge, denn es war 1992, als der 1978 in Bosnien geborene Autor mit seiner Familie im deutschen Exil Zuflucht suchte. Seit 2001 schreibt und publiziert er deutschsprachige Texte und das für jemand, für den Deutsch im Grunde immer noch eine Fremdsprache ist. Es ist schon faszinierend, wie der junge Bosnier den Deutschen zeigt, was man mit deutschen Worten so Feines zaubern kann. Es zeigt, wie intensiv Stani¨ic sich mit der deutschen Sprache auseinander gesetzt haben muss.

Fazit: Wer ein wirklich gutes Buch lesen möchte, dem sei allerwärmstens und dringlichstens zu Sa¨a Stani¨ic "Wie der Soldat das Grammofon repariert" geraten, aber eines sollte klar sein, es ist keine leichte Kost. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann ist es ein wunderbar melancholischer Genuss.
Ein Auszug aus dem Buch beschreibt für mich eigentlich alles zu diesem Roman:
"Eine gute Geschichte... ist wie unsere Drina [der Fluss seiner Heimatstadt]: nie stilles Rinnsal, sie sickert nicht, sie ist ungestüm und breit, Zuflüsse... reichern sie an, sie... brodelt und braust, wird hier und da seichter, dann sind das aber... Ouvertüren zur Tiefe und kein Plätschern. Aber eines können weder die Drina noch die Geschichten: für beide gibt es keine Zurück."
Für mich persönlich ist Stani¨ic der eigentliche Gewinner des Deutschen Buchpreises 2006.
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Dieses Buch ist köstlich, ich habe mich schlapp gelacht. Auf meiner Bosnien-Reise habe ich viele Szenen und Situationen, die Sasa Stanisic beschreibt, wiedergefunden. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Marion Erbrich veröffentlicht

4.0 von 5 Sternen Szenen aus dem Leben eines bosnischen Flüchtlings
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Der Autor erzählt von seinem Leben in Visegrad, einer Stadt an der Drina. Man erfährt Details -die des öfteren zum Schmunzeln anregen- aus seinem Leben, den verschiedenen... Lesen Sie weiter...
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