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Wie der Soldat das Grammofon repariert: Roman [Taschenbuch]

Sasa Stanisic
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

28. August 2006
Als der Bürgerkrieg in den 90er Jahren Bosnien heimsucht, flieht der junge Aleksandar mit seinen Eltern in den Westen. Rastlos neugierig erobert er sich das fremde Deutschland und erzählt mit unbändiger Lust die irrwitzigen Geschichten von damals, von der großen Familie und den kuriosen Begebenheiten im kleinen Višegrad. Aleksandar fabuliert sich die Angst weg und "die Zeit, als alles gut war" wieder herbei.

Aleksandar wächst in der kleinen bosnischen Stadt Višegrad auf. Sein größtes Talent ist das Erfinden von Geschichten: Er denkt gar nicht daran, sich an die Themen der Schulaufsätze zu halten, viel zu verrückt sind die Erntefeste bei seinen Urgroßeltern, viel zu packend die Amokläufe betrogener Ehemänner und viel zu unglaublich die Geständnisse des Flusses Drina. Als der Krieg mit grausamer Wucht über Višegrad hereinbricht, hält die Welt, wie Aleksandar sie kannte, der Gewalt nicht stand, und die Familie muss fliehen. In der Fremde eines westlichen Landes erweist sich Aleksandars Fabulierlust als lebenswichtig: Denn so gelingt es ihm, sich an diesem merkwürdigen Ort namens Deutschland zurechtzufinden und sich eine Heimat zu erzählen. Seinen Opa konnte er damals nicht wieder lebendig zaubern, jetzt hat er einen Zauberstab, der tatsächlich funktioniert: seine Phantasie holt das Verlorene wieder zurück. Als der erwachsene Aleksandar in die Stadt seiner Kindheit zurückkehrt, muss sich allerdings erst zeigen, ob seine Fabulierkunst auch der Nachkriegsrealität Bosniens standhält.

Mit "Wie der Soldat das Grammofon repariert" hat Sasa Stanisic einen überbordenden, verschwenderischen, burlesken und tragikomischen Roman über eine außergewöhnliche Kindheit unter außergewöhnlichen Umständen geschrieben, über den brutalen Verlust des Vertrauten und über das unzerstörbare Vertrauen in das Erzählen.


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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (28. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630872425
  • ISBN-13: 978-3630872421
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,2 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (31 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 320.902 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb 2005 lag er in der Publikumsgunst ganz vorn. Dennoch machte Am Seil, Thomas Langs “Kammerspiel auf der Tenne” (Jurymitglied Heinrich Detering), das Rennen. Nun winkt dem Publikumsliebling auch noch der renommierte Deutsche Buchpreis. Saša Stanišiæ? Wer ist das? Was ist passiert? Nicht viel. Ein junger Bosnier hat lediglich uns Deutschen auf deutsch ein kleines Meisterwerk vorgelegt. Vom heiter-sentimentalen bosnischen Familienidyll zum blutigen Massaker und Verlust der Heimat. Eine solche Erfahrung lässt sich offenbar nur träumend und fabulierend bewältigen. Saša Stanišiæ tat dies, in einer Sprache, in der sich Wehmut, Verlustschmerz, Erinnerungswonne und der Kinderblick auf den Wahnwitz einer tollwütigen Welt aufs Schönste vereinigen. Man kann sich gut und gerne in ihr verlieren.

Verantwortlich für Aleksandars (Sašas alter ego) Überlebenswerkzeuge war Opa Slavko, der kurz vor seinem Tod seinem Enkel Zauberhut und Stab vermacht hatte. Erfindung und Fantasie, so der Opa, seien die wertvollsten Gaben. „Merk dir das und denk dir die Welt schöner aus“. Und war gestorben, schnell wie Carl Lewis, der im Fernsehen gerade in Tokio den 100-Meter-Weltrekord brach. Was auf den ersten Blick lächerlich wirkt, waren simple aber mächtige Instrumente. Die Erinnerungssterne, mit denen Aleksandar fortan seinen Zauberhut beklebte, wandelten sich zu Schreckensbildern, als der 14-Jährige 1992 mitansehen musste, wie serbische Truppen in seine Heimatstadt Višegrad einfielen und sie dem Erdboden gleichmachten. Hier half auch kein Zauberstab.

Eine Restfamilie und ihr zukünftiger Autorensohn fand damals Zuflucht in Deutschland. Essen, dann Heidelberg. Welch anheimelnde Neue Heimat! Und doch wurde auch in der merkwürdigen Kältezone namens Deutschland Aleksandars Zauberhut mehr als nötig. Wegträumen. Bilder aufkleben. Nicht verdrängen, spielend verarbeiten. Aleksandars Briefe an die zurückgebliebene Freundin Asija zerreißen fast das Herz. Saša Stanišiæ studierte die deutsche Sprache. Wie sehr ihm dies gelang, liegt nun vor uns. Ein Kind als Spielball zwischen massakrierenden Horden, gefangen im Epizentrum der Kriegsgräuel und Unmenschlichkeit. Und die poetische Reise in eine Heimat die einst Jugoslawien hieß, zurück zur quirligen Tante Taifun, zurück an die Drina, den ewigen Schicksalsstrom, zurück in eine Zeit, als alles gut war. Was Aleksandars Zauberstab berührt, bleibt für immer am Leben. Und ist -- man darf es sagen --, eindringlicher als manche Kriegsberichterstattung. --Ravi Unger

Pressestimmen

Deutscher-Buchpreis-Gewinner der Herzen. (Tagesspiegel)

Und wie Sasa Stanisic die Geschichten dieser Stadt mit unglaublicher Lust am Erzählen und Erfinden in dieses Buch hineinschreibt und wie er diese Stadt dann wenig später, mit winzigen Details zunächst, vom Haß, vom Blut, vom Krieg verschlingen läßt, das ist große Kunst. (FAS)

Wir aber können uns freuen über die Ankunft eines jungen, hochbegabten Erzählers in der deutschen Literatur. (FAZ)

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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioser tragikomischer Schelmenroman 3. April 2007
Von Floetelei TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dieses Buch ist der schönste und beste Beweis dafür, dass exzellente Literatur manchmal mehr leisten kann als -zig Sachbücher und Nachrichtensendungen. Die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien sind doch an den meisten von uns vorbei gerauscht - zu kompliziert, zu traurig, zu beängstigend.

Mit seinem Aleksandar und seinen anderen Figuren hat Stanisic "Helden" geschaffen, die in der Lage sind, Herzen von Lesern weltweit zu bewegen - gerade, weil sie so in ihrer Heimat verwurzelt sind - im Guten wie im Bösen.

Nun sind "gut" und "böse" simple Kategorien und simpel ist Stanisic Roman keinesfalls, auch wenn er Züge eines Schelmenromans à la "Simplicissimus" aufweist. Denn wie bei jenem grandiosen Epochengemälde aus dem 30-jährigen Krieg, liegen auch bei Stanisic das Heitere, das Groteske und das Schreckliche eng beieinander.

Einige Szenen werden den Leser nie mehr verlassen, etwa das Fußballmatch, das sich Serben und Bosnier während einer Gefechtspause auf dem Schlachtfeld liefern.

Meisterhaft beschreibt Stanisic wie Hass und Krieg in eine scheinbare Idylle eindringen. Eine erste Vorahnung gibt es schon bei einem fröhlichen Fest auf dem Lande, als einer der serbischen Gäste sich über den "türkischen Zigeunerdreck" ereifert, den die Musiker spielen.

Ein Qualitätsmerkmal eines wunderbaren Buches ist, dass es nie, wie ein Schundroman, alle Fragen beantwortet, sondern die richtigen Fragen offen lässt. Mich hat dieses Buch so bewegt, dass ich nun zum Beispiel gerne mehr darüber wissen möchte, wie ein Arzt und Psychiater wie Radovan Karadzic sich zu einem Kriegsverbrecher entwickeln konnte.

Ich wünsche Stanisic tragikomischen Roman noch viele Leser, die sich nicht von der Thematik abschrecken lassen sollten. Sie werden mit der Lektüre eines grandiosen Buches belohnt, das sie nicht mehr vergessen werden.
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40 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer Geschichtenerzähler liefert sein Debut ab 6. September 2006
Format:Taschenbuch
Auf Seite 16 habe ich das erste Mal geweint. Auf Seite 20 habe ich herzhaft gelacht. Später habe ich gelacht und geweint und gelungene Bonmots und Wortspiele laut vorgelesen. Gänsehaut hatte ich und einen Kloß im Hals. Gelesen, bis ich nicht mehr wusste ob die Bilder in meinen Kopf Buch oder Traum sind.

Großartig ist der spielerische Umgang des Autors mit der Sprache, die genüßlichen Wortspiele, die feinsinnige Ironie und der kilometerweite Abstand zu blöden Floskeln. Großartig auch die Art, wie die Sinnlosigkeit des Krieges durch die Kinderaugen deutlich wird.

Ein fantastischer Roman mit unbedingter Leseempfehlung.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike G HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Diese Lebensweisheit gibt Opa Slavko seinem Enkel Aleksandar am Tag seines Todes mit auf den Weg. Und Aleksandar hält sich daran. Fortan findet er alles Abgeschlossene unnötig, unglücklich und unverdient und versucht sich als "Fähigkeitenzauberer". Er erzählt mit unbändiger Lust die irrwitzigen Geschichten seiner Kindheit, von der großen Familie und den kuriosen Begebenheiten im kleinen Višegrad, zuweilen brüllend komisch.

Als 1992 der Bürgerkrieg ausbricht, lässt er uns in seiner naiv-altklugen Kindersicht daran teilnehmen. Angst spielt dabei eine geringe Rolle. Politische Hintergründe werden fast vollständig ausgeblendet, Kriegsereignisse lediglich beschrieben, ohne sie zu interpretieren. Es ist vielmehr die Ungläubigkeit der großen Kinderaugen, die lediglich die Fakten benennt, ohne sie in einen großen Zusammenhang zu stellen.

Hier wird deutlich, wie kindliche Beobachtung funktioniert.

Immer nüchterner wird der Erzählstil, als der junge Aleksandar mit seinen Eltern nach Deutschland flieht. Zu stark waren die traumatischen Erlebnisse, zu kühl die Atmosphäre in dem neuen Land und immer "erwachsener" wird er. Zwischenzeitlich flieht er in frühe Kindheitserinnerungen, "als alles noch gut war", was sich sogar in den Kapitelüberschriften widerspiegelt (sie sind jetzt wesentlich kleiner dargestellt)

Erst bei einem Besuch seiner geliebten Heimat nach zehn Jahren Exil kommt die Fabulierfreude wieder zum Vorschein, obwohl ihn das immer noch traumatisierte Land und seine verbliebenen Bewohner stark erschüttern.

"Wie der Soldat das Grammofon repariert" ist ein märchenhaft schönes und wahrlich beeindruckendes Meisterwerk. Gerade wegen des manchmal stark übertriebenen und daher schon fast verzweifelt anmutenden Erfindungsreichtums des Protagonisten Aleksandar, der sich mit aller Macht eine heile, idyllische Welt voller wundersamer Begebenheiten erschaffen möchte, spiegelt dieses Buch eindringlicher als so manche Kriegsberichterstattung die Gräuel des Krieges wider.

Sicherlich trägt dieser Roman stark autobiografische Züge, denn es war 1992, als der 1978 in Bosnien geborene Autor mit seiner Familie im deutschen Exil Zuflucht suchte. Seit 2001 schreibt und publiziert er deutschsprachige Texte und das für jemand, für den Deutsch im Grunde immer noch eine Fremdsprache ist. Es ist schon faszinierend, wie der junge Bosnier den Deutschen zeigt, was man mit deutschen Worten so Feines zaubern kann. Es zeigt, wie intensiv Stanišic sich mit der deutschen Sprache auseinander gesetzt haben muss.

Fazit: Wer ein wirklich gutes Buch lesen möchte, dem sei allerwärmstens und dringlichstens zu Saša Stanišic "Wie der Soldat das Grammofon repariert" geraten, aber eines sollte klar sein, es ist keine leichte Kost. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann ist es ein wunderbar melancholischer Genuss.

Ein Auszug aus dem Buch beschreibt für mich eigentlich alles zu diesem Roman:

"Eine gute Geschichte... ist wie unsere Drina [der Fluss seiner Heimatstadt]: nie stilles Rinnsal, sie sickert nicht, sie ist ungestüm und breit, Zuflüsse... reichern sie an, sie... brodelt und braust, wird hier und da seichter, dann sind das aber... Ouvertüren zur Tiefe und kein Plätschern. Aber eines können weder die Drina noch die Geschichten: für beide gibt es keine Zurück."

Für mich persönlich ist Stanišic der eigentliche Gewinner des Deutschen Buchpreises 2006.
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Die neuesten Kundenrezensionen
5.0 von 5 Sternen ein KUNSTwerk
DAS Buch "Wie der Soldat das Grammophon reparierte" kann ich voll und ganz empfehlen zu lesen, wenn man gerne literarische Werke mag, die durchaus Niveau haben. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Wagner Rebekka veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen TOP!!!
Ein hervoragendes Buch das feselt. Gibt auch starke einblicke in den Balkan-Pulverfass!!! Eine rührende Geschichte welche für einen Deutschen... Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Drazen Baric veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen Gute 3 Sterne, aber leider nicht mehr
Ich kann mich den teils überschwenglichen Rezensionen leider nicht anschliessen. Das Buch ist teilweise sehr gut gelungen, gerade bei den Geschichten in der Jugend vor dem... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von buecheroeli veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen eine einfühlsame modern erzählte Geschichte
Am Anfang hatte ich die Befürchtung es handelt sich um eine der üblichen Geschichten vom leicht verblödeten fremden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Oktober 2010 von Jürgen Müller
3.0 von 5 Sternen Feinsinnige Schilderungen, nur wiederholen Sie sich oft
Zugegeben, Sasa Stanisic kann schreiben das es die Leserschaft berührt, doch was mir gefehlt hat waren zum einen die Übergänge von Bosnien nach Deutschland und... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. April 2010 von Ferus Dheri
5.0 von 5 Sternen Gold wert.
Zugegeben, die ersten Seiten dieses Romans verlangen nach (zumindest war es bei mir so) ein wenig Einlesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Februar 2010 von Mrs Doyle
5.0 von 5 Sternen Super-Buch
Dieses Buch ist köstlich, ich habe mich schlapp gelacht. Auf meiner Bosnien-Reise habe ich viele Szenen und Situationen, die Sasa Stanisic beschreibt, wiedergefunden. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. August 2009 von Marion Erbrich
4.0 von 5 Sternen Szenen aus dem Leben eines bosnischen Flüchtlings
Im Mittelpunkt des Romans steht Aleksandar aus der bosnischen Kleinstadt Visegrad. Bis zum Bürgerkrieg 1992 leben Serben und (muslimische) Bosnier dort weitestgehend friedlich... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Februar 2009 von Sommerzeit
5.0 von 5 Sternen fantastisches buch!
Der Autor erzählt von seinem Leben in Visegrad, einer Stadt an der Drina. Man erfährt Details -die des öfteren zum Schmunzeln anregen- aus seinem Leben, den... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 30. Januar 2009 von E. groß
3.0 von 5 Sternen Überschätztes Werk
Zugegeben, auf einigen Seiten gelingt es dem Autor tatsächlich mit seiner phantasievollen bilderreichen Sprache eine Zauberkraft zu entwickeln, die eine gewisse Faszination... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Dezember 2008 von Buchdachs
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