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Wie der Nil in der Wüste: Der moderne Feudalismus in Deutschland - Meudalismus (Ergänzungsband 2009) [Gebundene Ausgabe]

Harald Wozniewski
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

4. Juni 2009
Dieser Ergänzungsband versteht sich nur als Aktualisierung und Erweiterung von Wie der Nil in der Wüste . Ohne Kenntnis von Wie der Nil in der Wüste ist dem Leser die Lektüre dieses Ergänzungsbands also nicht zu empfehlen.Die Reaktionen der Volkswirtschaftslehre und der Politik auf die Weltwirtschaftskrise sind ernüchternd. Zeigen Sie doch, dass die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge noch immer nicht verstanden werden und dass mit untauglichen Mitteln lediglich an Symptomen, aber nicht an Ursachen operiert wird. Welches Fehlverständnis dem dort zugrunde liegt, sei in diesem Ergänzungsband näher beleuchtet.Neue Studien in diesem Ergänzungsband erweitern das Bild vom modernen Feudalismus. Sie erhalten eine Erklärung der wirklichen der entscheidenden Ursachen der Bankenkrise.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 80 Seiten
  • Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (4. Juni 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3837035026
  • ISBN-13: 978-3837035025
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.121.156 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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5.0 von 5 Sternen Rezension von Dr. Fritz Goergen 22. Oktober 2007
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Harald Wozniewski schildert unsere Welt so, dass sie unzählige Menschen wiedererkennen - in ihrem ganz persönlichen Dasein. Aber sein Weltbild ist völlig anders, als es uns von Medien, Verbandsfunktionären, Politikern, Wissenschaftlern - kurz von unseren Eliten dargestellt wird. Daher wird der Autor es bei ihnen schwer haben.

Schwer hat es auch der Leser, der sich durch die finanztechnischen Details der extremen Vermögensanhäufung kämpft. Doch für den, der hören, lesen und fühlen will, hat Wozniewski seine Thesen klar und verständlich formuliert. Die Botschaft: "Eliten, setzt den Vermögen Grenzen, weil insbesondere gewinnbringender Grund und Boden und gewinnbringendes Industrie- und Gewerbekapital begrenzt sind." Oder Klassengegensätze wie in den 1920ern werden unsere Gesellschaften heute so wenig aushalten wie damals.

Die Geldmenge M1, welche die Deutsche Bundesbank im Februar 2007 mit 914,7 Mrd. € bezifferte, teilt der höchst sachkundige Autor durch die Zahl der deutschen Haushalte, laut Statistischem Bundesamt 39.178.000. So errechnet er die durchschnittliche Kaufkraft pro Haushalt von 23.347 €. Dieser Betrag stünde jedem Haushalt in dem fiktiven Moment der Berechnung zur Verfügung, wäre das Geld gleichmäßig verteilt. Der Autor schreibt:

"Wenn Sie also zur Mittelschicht gehören, dann verfügt Ihr Haushalt in dieser Sekunde ungefähr über 23 347 € in Form von Bargeld und/oder Girokontoguthaben. Wenn Sie (wie etwa 95 % der Bevölkerung in Deutschland) weniger als diesen Betrag haben, dann gehören Sie zu den Verlierern in dieser Gesellschaft. Wenn Sie mehr haben, dann gehören Sie zu den Gewinnern. In Anlehnung an eine gängige Definition gehören Sie zu den Armen in Deutschland, wenn Ihr Haushalt im Monatsdurchschnitt weniger als 12 000 € Geld hat." Also sind fast alle arm.

"Und ist es nicht merkwürdig, dass wir angeblich wieder unter 4 Mio. Arbeitslose in Deutschland haben, dass wir aber gleichzeitig - im Mai 2007 - 6 458 000 Arbeitslosengeldempfänger haben! Müssen wir künftig die Arbeitslosengeldempfänger zählen statt die 'Arbeitslosen', wenn wir die Wahrheit sehen wollen?" Das ist nur eine der Stellen, wo Wozniewski gegen den Strich der öffentlichen Berichterstattung bürstet.

Das Ziel seines Buches formuliert er so: "Die Krankheit, an der unsere Wirtschaftsverfassung leidet, ist der 'moderne Feudalismus' oder kurz: der 'Meudalismus'. Diese Krankheit zu beschreiben (Symptomatik) und zu belegen (Diagnose) sind die ersten beiden Aufgaben dieses Buches. Die dritte Aufgabe ist es, Wege aus dem Dilemma zu suchen und zu diskutieren (Therapie)." Kein kleines Vorhaben, aber der Anwalt für Bankrecht, Börsenrecht, Kapitalmarktrecht, Kapitalanlagerecht, Versicherungsrecht, Grundstücksrecht und Erbrecht weiß viel und versteht es, ungewohnte Zusammenhänge herzustellen und verblüffende Schlüsse zu ziehen.

"Das Heranziehen des Lebenshaltungsindexes für die Bewertung der Entwicklung von Einkommen ist eine bewusste oder unbewusste Irreführung der Bevölkerung." Denn, sagt Wozniewski, diese Darstellung blendet die Vermehrung der Geldmenge aus. In den 30 Jahren von 1968 bis 1998 sind die Einkommen von 95 Prozent der Bevölkerung auf 394 % gestiegen, der Lebenshaltungsindex nur um 268 %, die Geldmenge M1 aber um 1115 %. So verbreitert sich permanent die Kluft zwischen denen, die selbst arbeiten (müssen), und jenen, die ihr Kapital "arbeiten" lassen. Perverser Weise drängen die Politiker immer sofort auf Geldvermehrung, sobald die Konjunktur nicht so gut läuft. Damit öffnen sie die Schere zwischen den Gewinnern und Verlierern nur noch schneller.

In einem schönen Bild vergleicht der Autors die Volkswirtschaft mit unserem Blutkreislauf: "Je größer das Blutgefäß ist, an dem ein Mensch sein Lager aufgeschlagen hat, desto mehr Geld fließt ihm ständig zu. Die Reichen umlagern also die Aorta und die Armen irgendwelche weit entfernten kleinen Äderchen, in denen womöglich schon gar kein Blut mehr fließt. In einem gesunden Organismus werden alle Zellen (Menschen) gut versorgt. Ist der Blutkreislauf krank und konzentriert der Blutkreislauf (Geldkreislauf) sich immer mehr auf die großen und immer größer werdenden Blutgefäße, dann kommt in weiten Teilen des Organismus der Blutfluss zum Erliegen."

In zwei Diagrammen sehen wir die Entwicklung von Arbeitslosigkeit und Einkommen zwischen 1950 und 1997. Die Kurven verlaufen verblüffend parallel. Die Reichen, argumentiert Wozniewski, speisen viel zu wenig von ihrem Geld wieder in den Wirtschaftskreislauf ein. Viel zu viel geben sie nur untereinander aus. Bei Sotheby's und ähnlichen Gelegenheiten. "Es ist eben wie der 'Nil in der Wüste': Der Fluss ist breit und stark, aber er versorgt nur wenig Land mit Wasser. Daher ist das meiste Land eine Wüste."

Die Rolle der Geldvermehrung und der Zusammenhang mit der Vermögenskonzentration sind ein blinder Fleck bei Politikern wie Medien, setzt uns der Autor immer wieder mit vielen Fakten und Bildern auseinander. Wer in der Mitte des Buches denkt, Wozniewski redet über Arm und Reich wie Oskar Lafontaine und Albrecht Müller, irrt: "Die Vertreter der staatlichen Konjunkturprogramme übersehen daher, dass das Geld, das sie in die breite Bevölkerung zu streuen gedenken, schon am nächsten Tag in den Kassen unserer Meudalherren landet und von dort eben nicht wieder in die breite Volkswirtschaft zurückgelangt." Und: "Ich sage nicht, dass die Gegner der staatlichen Konjunkturprogramme Konzepte anböten, die der breiten Bevölkerung dienlicher wären. Im Gegenteil: Meist handelt es sich um Vertreter pseudoliberaler Ansichten (Meudalisten), die sich dafür einsetzen, den Reichtum der Meudalherren auf Kosten der breiten Bevölkerung noch mehr zu heben."

Wozniewski macht es wie gesagt denen schwer, die in alten Klischees und Schulmeinungen beider Seiten gewohnt sind zu reagieren: "Wenn jemand mit Unternehmensvermögen jährlich 23 % Rendite erzielt, dann fällt das keinem übel auf. Wenn aber jemand 23 % Zinsen verlangt, wird sein Kredit von den Gerichten wegen Wuchers für (sittenwidrig und für) nichtig erklärt und der Staatsanwalt klopft an. Das sollte bei den Diskussionen über die Bedeutung von Geldhortung und Zinsen nicht übersehen werden."

Mit den Kartell-Gesetzen wollte Ludwig Erhard die Ansammlung von wirtschaftlichen Vermögenswerten in nur wenigen Händen (Monopole) verhindern. Kartell-Gesetze sind Vermögensbeschränkungen. Damit ist Wozniewski bei seiner Therapie:

"Nur die Beschränkung von großen inländischen, gewinnbringenden Vermögen bei natürlichen Personen kann erstens den Meudalismus beseitigen und zweitens die Konjunktur wieder heilen. Die Beschränkung dieser Vermögen würde das stetige Auseinanderdriften von Arm und Reich stoppen und sogar umkehren. Sie würde außerdem erheblich zur Wiederbelebung der Konjunktur beitragen."

Gewinnbringendes Vermögen braucht einen gesetzlichen Deckel. Der würde dazu führen, dass dieses Vermögen, soweit es eine Grenze von z.B. 50 Millionen Euro übersteigt, am Markt verkauft werden muss. Damit die Wettbewerber wieder zahlreicher werden und gehortetes Geld wieder in Umlauf kommt.

Den gängigen Einwand von der Kapitalflucht, die so etwas auslöste, zerlegt Wozniewski gleich mit: Schon jetzt entziehen die Superreichen viel zu viel Geld dem Wirtschaftskreislauf, ist ja sein zentraler Vorwurf:

"Da es nur um die Beschränkung von gewinnbringendem Vermögen geht, könnten allenfalls Unternehmen, Miet- und Pachtobjekte und Darlehensforderungen der vermeintlichen Kapitalflucht anheimfallen. Unternehmen, Miet- und Pachtobjekte, die mit dem Grund und Boden verbunden sind, lassen sich doch nicht ins Ausland schaffen. Wie sollte das gehen?!! Die meisten dieser Objekte sind zudem nur deshalb so wertvoll, weil sie ihren Standort hier in Deutschland haben. Wozu wollte ein Aldi, ein Lidl oder ein Tengelmann all seine Läden ins Ausland verfrachten?!! Kein Kunde dieser Unternehmen würde den Weg ins Ausland antreten, um weiter dort einzukaufen."

Wer nicht alle 208 Seiten lesen will, kann auf zwei Seiten (194 und 195) in 10 Thesen von Harald Wozniewski sein bisheriges Bild unserer Arbeits- und Wirtschaftswelt wie ein Kartenhaus einstürzen lassen. Vor allem diejenigen, die schon alles wissen, sollten sich diesem Test unterziehen.
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5.0 von 5 Sternen Zwischen reich und r e i c h ist ein Unterschied. 13. Oktober 2009
Von Artikel 20 Grundgesetz TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Zwischen reich und r e i c h ist ein Unterschied

Sie verdienen netto (also nach Abzug von Lohn-/Einkommensteuer und allen Beiträgen zur gesetzlichen Sozialversicherung) 20.000 oder 30.000 Euro im Jahr? Vielleicht sind Sie überdurchschnittlich "fleißig" und tüchtig und es sind netto sogar 40.000 oder 50.000 Euro?

Wenn es nach einer Befragung von Passanten auf der "Kö" im Rahmen der ARD-Sendung "hart aber fair" (Moderator: Frank Plasberg) geht, dann gehört man schließlich mit einem Nettoeinkommen von 3.500 Euro monatlich (also 42.000 Euro pro Jahr) als Einzelperson schon zu den "Reichen".

Wirklich? Oder sollten Sie nicht einfach noch mal darüber nachdenken und nachrechnen? Sie können doch etwas rechnen? Ist "reich" = "reich"?

1. Stellen Sie sich einfach vor, Sie würden NETTO nicht nur 30.000 oder 42.000 Euro, sondern 100.000 Euro im Jahr (d.h. monatlich netto 8.333 Euro) verdienen und Sie würden davon die Hälfte (= 50.000 Euro) ausgeben und, weil Sie ein besonders sparsamer Mensch sind, die andere Hälfte sparen und langfristig als Termingeld oder in einen Sparbrief usw. anlegen.

Dafür bekämen Sie natürlich Zinsen. Sagen wir 4,0 Prozent p.a. und aus den gesparten 50.000 Euro wären nach Abzug der Einkommensteuer (bzw. der Kapitalabschlagsteuer) und des Solidaritätszuschlages sowie der Kirchensteuer am Ende des 1. Jahres 51.664,28 Euro geworden. Im nächsten Jahr sparen Sie von Ihrem Nettoeinkommen in Höhe von 100.000 Euro wieder 50.000 Euro und im nächsten Jahr und im nächsten Jahr und so weiter.

Nehmen wir an, Sie würden das ein ganzes Leben lang so machen. Dann hätten Sie am Ende erwartungsgemäß eine wirklich ansehnliche Summe zusammengespart. Mit Zinsen und Zinseszinsen wären das nämlich nach 45 Jahren immerhin rund 4,6 Millionen Euro. Und wie ein Hartz IV-Empfänger hätten Sie während der ganzen Zeit auch nicht gelebt.

2. Sehen wir uns nun die sogenannte "Forbes-Liste" mit den 300 reichsten Personen bzw. Familien der Welt an. Darunter finden sich neben "Mr. Microsoft" Bill Gates aus den USA und der Familie des tüchtigen und ehrenwerten italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi auch fleißige Deutsche wie die Gebrüder Karl und Theo Albrecht mit ihren Discounterläden "aldi", August von Finck, Curt Engelhorn, Susanne Klatten, Paul und Hans Riegel (die Gebr. "Haribo"), Rolf Gerling, Fürst Albert von Thurn und Taxis und der deutsche "Schraubenkönig" Reinhold Würth. (Quelle: forbes.com, 2009)

Das Vermögen von Herrn Karl Albrecht (aldi-süd) wird darin auf rund 21,5 Mrd. US-Dollar geschätzt (Stand 3/2009). Das wären zu diesem Zeitpunkt umgerechnet 16.573.200.000 Euro, also rund 16,5 Milliarden Euro. Wir wollen an dieser Stelle nicht pingelig sein, denn auf ein oder zwei Milliarden Euro (1 Milliarde = 1.000 Millionen = 1.000.000.000) mehr oder weniger kommt es bei dieser Rechnung wirklich nicht an.

3. Und jetzt vergleichen Sie einfach mal:

Wenn Sie 45 Jahre lang jedes Jahr netto 100.000 Euro verdient hätten und davon jeweils die Hälfte ausgegeben und die Hälfte gespart hätten, dann hätten Sie nach 45 Jahren mit Zinsen insgesamt etwa 4,6 Mio. Euro (=4.600.000 Euro) zusammengespart. Das entspricht derzeit etwa dem Gegenwart von 10 Einfamilienhäusern oder einer Luxusvilla der Extraklasse.

Ein einziger Leistungsträger wie Herr Albrecht hat es nach 45 Jahren aber auf ein Vermögen von 16,5 Milliarden Euro (=16.500.000.000 Euro) gebracht. Das entspricht dem Gegenwert von rund 35.000 Einfamilienhäusern oder 3.600 Luxusvillen zum Kaufpreis von je 4,6 Mio. Euro.

Jetzt wissen Sie, was unsere Politiker vom Typ Westerwelle, Schröder und Merkel, die Lobbyisten der Wirtschaftsverbände und die neoliberalen Think Tanks meinen, wenn sie von den "Leistungsträgern" unserer Gesellschaft reden. Und wenn Sie mehr wissen wollen, dann sollten Sie im Buch von Herrn Dr. Wozniewski weiterlesen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Dr. Jürgen Borchert, Vorsitzender Richter am Hessischen Landessozialgericht in Darmstadt:

"Lieber Dr. Wo,

...
Ich hatte am späten Abend noch den Fehler gemacht, Ihr Buch anzufangen. Hab es dann in einem Zug zuende gelesen. Spät nach Mitternacht hat es mir die Augen geöffnet. Denk ich an Deutschland in der Nacht.... Atemberaubend. Es sollte Pflichtlektüre für unsere politischen Schlafmützen werden.

Beste Grüße Ihr B."
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Buchbesprechung "Wie der Nil in der Wüste" von Max Otte 0 23.08.2007
Buchbesprechung "Wie der Nil in der Wüste" 0 23.08.2007
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