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Wie Max es sah: Roman
 
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Wie Max es sah: Roman [Gebundene Ausgabe]

Louis Begley , Christa Krüger
2.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 206 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (29. August 1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518407279
  • ISBN-13: 978-3518407271
  • Größe und/oder Gewicht: 19,8 x 12,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 729.722 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Louis Begley
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In "La Rumorosa", einer Villa am Corner See, begegnet Max dem Liebesgott Eros in Menschengestalt, dem jungen Amerikaner Toby, der - "mit langen Haaren und Grübchen in den Wangen, seine Haut hat die Farbe von blassem Bernstein" - so schön ist, "daß ich dachte, es sei eine Frau". Max, ein Mann in den besten Jahren, ist an sich ein Typ, an dem "Beziehungen nicht haften" bleiben: Eines seiner Wesensmerkmale ist es, Gefühle streng auf Distanz halten zu können. Der junge Adonis ist in Begleitung von Charlie, einem alten Freund von Max, und - wer weiß? - Tobys Liebhaber. Danach vergehen etliche Jahre, in denen sich die Kumpels von ehedem nicht wiedersehen. Während eines Lehrauftrages in Peking trifft Max dann zufällig wieder auf Toby und Charlie, nun offen ein Paar. Wiederum später werden die beiden Nachbarn in Massachusetts, wo Max seine Freundschaft mit Charlie auffrischt und wo dann alles zu einem überraschenden und ergreifend jähen Ende kommt.

Über den Autor

Louis Begley, 1933 in Polen geboren, arbeitete bis 2004 als Anwalt in New York. Seine Werke wurden in 15 Sprachen übersetzt und vielfach ausgezeichnet. Auf Deutsch erschienen zuletzt Der Fall Dreyfus (2009), Zwischen Fakten und Fiktionen (2008), Ehrensachen (2007).


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Louis Begleys zweiter Roman ist nicht mehr und nicht weniger als eine Campus Novel und damit so etwas wie die amerikanische Version des europäischen Gesellschaftsromans. Max ist Juraprofessor in Harvard, sein Spezialgebiet Vertragsrecht. Dank einer Erbschaft kann er sich einen Lebensstil leisten, der über die etwas beengten Verhältnisse seiner Kollegen hinausreicht. So kommt es - obwohl er kein Partylöwe ist, eher ein Einzelgänger, bei dem sich "Freundschaftsbeziehungen nicht halten" -, daß sein Bekanntenkreis nicht auf das akademische Milieu beschränkt bleibt. Ein erfolgreicher jüdischer Geschäftsmann; ein international begehrter Stararchitekt; ein pensionierter Diplomat und CIA-Agent mit Villa am Comer See; ja sogar ein Ehepaar aus dem englischen Hochadel, das aus Steuergründen auf den Bermudas residiert - sie erlauben dem Professor aus seiner "marginalen Existenzform" heraus tatsächlich so etwas wie einen Proustschen Blick auf die amerikanische upper middle class der siebziger und achtziger Jahre. Max findet heraus, daß der Architekt, einen jungen Geliebten hat: Toby, Anfang Zwanzig und schön wie ein "junger Gott". Der junge Beau wird mit mythologischen Attributen geradezu aber alles Schöne muß sterben (an Aids natürlich, was der Autor zwar nicht ausspricht, was aber jeder weiß). Max, der einfühlsam-distanzierte Beobachter, wird also zum Vertrauten und Chronisten für das schwule Liebespaar. Eine Campus Novel also mit dem Ehrgeiz nach Höherem. Solange es Begley bei vorsichtigen literarischen Anspielungen beläßt und sich im übrigen eines kühlen, knappen, schnörkellosen Tons bedient, der eher an Hemingway und James Baldwin geschult ist als an der manierierten Umständlichkeit Prousts oder Thomas Manns - so lange hält der Roman sein Niveau. Problematischer ist schon die Enthüllungsdramaturgie, die da am Werk ist. Bei Proust und Thomas Mann hatte das ganze komplizierte Drumherumreden ja seinen Grund in der Unsagbarkeit der homosexuellen Begierden und Lüste. Der Roman schwankt zwischen Geheimnistuerei und Geschwätzigkeit. Das Ende ist absehbar: Max, der Hetero, landet im Hafen der Ehe und Charlie, der schwule Witwer, singt am Grab von Toby eine Passage aus dem "Dies irae" des Verdi-Requiems... Besser nicht lesen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Polemos
Format:Taschenbuch
Die Sprengung ist mir nicht ins Gesicht geschlagen, da ich das Ende bereits kannte und mich schwach erinnerte. Das Wort AIDS wird übrigens nie erwähnt, Charlie spricht von Tobys besonderer Krankheit, doch man muss kein Mediziner sein, um eben diese Krankheit zu erkennen. Ich denke, die Vermeidung der Bezeichnung ist zeittypisch und zeigt die Ignoranz der Betroffenen und des Milieus.

Charlie, Rodney, Roland, Edna und die anderen sind die haute volée am Mittelmeer, in New York und in den Berkshires. Max, der eigentlich nicht dazu gehört und hineinpasst, wird durch die 'Freundschaft' mit Arthur, später durch das Votum von Charlie und durch eine gute Erbschaft 'integriert'. Aber er bleibt immer ein Außenstehender, der zeitweilig völlig aus der Gesellschaft heraus und in sein Professorenleben geht. Deshalb ist es die Geschichte as Max saw it, die jemand erzählt, der zwar dabei, doch nicht mittendrin ist, der teil nimmt wie ein Beobachter, doch nicht teil hat wie ein Betroffener.

Die Novelle entzieht sich Kategorisierung, es ist kein Gesellschaftsroman (hat jedoch Teile davon), es ist kein Schwulendrama (hat jedoch Teile davon), es ist kein Heldenepos über Freundschaft, Treue und Liebe (hat jedoch Teile davon). In den Rezensionen taucht bisweilen die Frage auf, wie und warum Begley über Schwule schreibe und ob das überhaupt könne, vielleicht sogar dürfe? Es treten schwule Charaktere auf so wie andere auch; Camilla ist ein ziemlicher Vamp - wird die Story dadurch zur Nymphomanenkisten? Zum zweiten Teil der Frage, ob er das könne, sei gefragt, ob man im Krieg gewesen sein muss, um einen Roman zu schreiben, der im Krieg spielt? Oder Satanist sein muss, um darüber zu schreiben?

Für die Tiefen, die Begley ansteuert, ist der Roman recht kurz, so dass manches an der Oberfläche bleibt. Das stört die Handlung nicht, es bricht sie eher auf die kühle Beobachtung, die nicht in Emotion aufgeht, sondern beschreibt. Trotzdem werden starke Charaktere eingeführt, der stärkste von allen ist Charlie, der eigentliche Protagonist. Ich finde die Figur meisterlich beschrieben in ihren Brüchen, Anspielungen, Manierismen und Verzweiflungen. Charlie ist der tragische Held, der alles andere als tragisch sein will und bewusst daraus ausbricht, um sich kurz darauf in die Rolle zu ergeben - bis zum nächsten Affront, bis zum nächsten Bruch (um nicht gebrochen zu werden?).

Toby, die Edelnutte, geht an sich selber zugrunde; schön und anbetungswürdig, ist er zugleich selbstverliebt und ignorant; eine Art verkürzter Dorian Gray. Doch auch er ist gebrochen: Auf der einen Seite das strahlende Leben des schönen Bonvivant, auf der anderen Seite die Suche nach Halt und Unterstützung bei Charlie und in Max, der zu einer Art Mentor aus der Ferne wird. Sicherlich ist Toby ein tragischer Held en miniature, zum wahren Helden fehlt ihm jedoch das Format und die Selbsterkenntnis. Sein Tod ist so traurig wie unvermeidlich.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tagebuch 28. November 2002
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Ein spießbürgerliches Leben eines Juraprofessors, namens Max, der im Kreis anscheinend reicher akademischer Erfolgsmenschen verkehrt. Max ist ein zurückhaltender Mensch, der die Beobachterrolle einnimmt. Seine Ehen scheitern. Die Beziehung von Charlie und Toby endet tragisch durch den Tod von Toby, der an Aids erkrankte. Die Geschichte wirkt wie ein Bericht der in einzelnen Etappen tagebuchähnlich gegliedert ist. Wenig Emotionen. Statisch. Es gibt keinen Höhepunkt, von Spannung ganz zu schweigen.
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