Das Buch behandelt die sehr interessante Frage, wie Lernmaterial, Lernatmosphäre und Lehrerverhalten Kinder dazu führen können, sich absolut konzentriert und über längeren Zeitraum einem Thema oder einer Aufgabe zu widmen. Diese ' polarisierte Aufmerksamkeit ' betrachtet Maria Montessori als Kernprinzip ihrer Pädagogik, denn hier gewinnt das Kind nicht nur Erkenntnisse über die Welt, sondern insbesondere auch über sich. Es lernt sich selbst kennen, einschätzen und lieben und wendet sich demzufolge ebenso offen und einfühlsam seiner Umwelt zu. Maria Montessori spricht von Charakterbildung.
Trotz der fesselnden Thematik fand ich das Lesen des Buches nervig. Zu viele Texte aus unterschiedlichen Quellen werden hier zusammengestellt. Es sind Originaltexte von Montessori dabei. Die Auswahl der Passagen aus unterschiedlichen Schriften und Vorträgen ist jedoch nicht nachvollziehbar. Es kommen Zitate aus dem Duden, einem Wörterbuch für Soziologie und einer selbst ernannten Montessori-Kennerin hinzu. Dann kommentiert die Herausgeberin wieder selbst und leitet über. Oft ist beim Lesen nicht klar, wessen Aussagen man nun gerade vor sich hat. Spricht hier Montessori oder Becker-Textor? Zudem sind die Äußerungen der Herausgeberin nicht gerade erhellend. Da ich mich gerne weiter mit der Thematik beschäftigen möchte, werde ich Montessoris Originaltexte oder selbstständig verfasste Beiträge von ausübenden Montessori-Pädagogen vorziehen.