Meiner Meinung nach kann man "Hundebücher" grob in drei Kategorien unterteilen: Allgemeines Basiswissen, fundiertes Wissen und Spezialthemen. Dieses Buch von Stanley Coren gehört für mich in die zweite Gruppe und dort in den oberen Bereich. Deshalb ist jemand, der ein Anleitungsbuch zur Hundeerziehung sucht (also eigentlich so etwas wie eine "Gebrauchsanweisung Hund"), mit diesem Buch falsch beraten.
Der Autor überzeugt mit fundiertem Wissen, das sehr gut aufgearbeitet und dadurch leicht verständlich ist. Ausführlich, aber ohne explizit auf die biologischen Vorgängen einzugehen (dafür gibt es spezielle Fachbücher), werden die Sinne (sehen, hören, riechen, schmecken, tasten) des Hundes und deren Leistungsfähigkeit beschrieben. Weitere Themen sind Instinkt/Prägung, Hundekommunikation, soziales Verhalten und hundespezifisches Lernen. Im letzten Kapitel geht der Autor der Frage nach der Intelligenz der Hunde nach, erklärt Tests, mit denen ihre Fähigkeiten getestet werden und erläutert die Ergebnisse. (Wobei ich persönlich seine Vergleiche der Intelligenz der verschiedenen Hunderassen falsch finde, weil ich die Überzeugung vertrete, dass solche Vergleiche aufgrund der spezifischen Intelligenz nicht möglich sind.)
Bei allen Themen bleibt der Autor informativ ohne den Versuch, den Leser zu beeinflussen; er stellt Fakten und Forschungsergebnisse dar und steuert seine persönliche Überzeugung bei, aber der Leser muß selbst entscheiden, welchen Denkansätzen und Ergebnissen er folgt.