"Wie im Himmel" erzählt mit einfachen Mitteln eine wunderbare Geschichte!
Im Mittelpunkt steht ein international erfolgreicher Dirigent, der nach einer schweren Herzattacke den Rückzug sucht.
Er entscheidet sich für das Dorf seiner Kindheit, wo er aufgrund seiner musikalischen Vorlieben schrecklich gehänselt und gequält wurde. Viele seiner einstigen Peiniger leben noch immer in der dörflichen Enge, jedoch bringt ihn niemand mehr mit dem Jungen von einst in Verbindung, da er für seine Karriere einen anderen Namen gewählt hat. So sind die Dorfbewohner von seinem Ruhm geblendet und freuen sich, als er den kleinen Kirchenchor übernimmt.
Seine Ideen, aus jedem Sänger das beste herauszuholen, sind ungewohnt und bringen das fragile Gefüge der Dorfgemeinschaft durcheinander. Schnell bringt er mit seiner Art die Altvorderen gegen sich auf, da er jedoch aus dem eher vernachlässigten Sängerkreis einen erfolgreichen Chor macht, kann er seine Position halten. Jedoch wird immer klarer, dass er bei den Sängerinnen und Sängern unbekannte und ungeahnte Se(a)iten zum Klingen bringt und damit Veränderungen heraufbeschwört, die eine solche Eigendynamik entwickeln, dass sich die Beziehungen der Menschen unweigerlich verändern...
Dieser Film hat mich aus mehreren Gründen sehr berührt. Da ist zum einen die Musik, die zu sprechen beginnt, die wirklich - so kitschig das klingen mag - aus dem Herzen kommt. Dann zeigt dieser Film Menschen jenseits aller Hollywood-Schönheitsideale, an denen durchaus auch der Zahn der Zeit genagt hat, in ihrer ungeschminkten und umso berührenderen Schönheit. Und schließlich erzählt er einfach eine ganz besondere und wunderschöne Geschichte! Sehr sehenswert!