Mich erinnert Nicolas Fayés 'Wie das Flüstern der Zeit' ein wenig an die vier Zweige des Mabinogi. Jenes 'Sagenbuch der walisischen Kelten', das einzigartig für die damalige Zeit, die bislang nur mündlich überlieferten Sagen des Altertums zusammenfasste. Im Stil einfach und gut zu lesen, hielten sie das fest, was für die Nachwelt erhaltenswert erschien.
Anfangs fand ich die Erzählweise etwas karg - vielleicht kommen mir auch deswegen die vier Zweige in den Sinn. Dann aber entdeckte ich, wie gekonnt der Erzähler es schafft, Bilder im Kopf zu erzeugen, ohne ausschweifend zu werden und mit blumigen Adjektiven um sich zu werfen. Der geschichtliche Hintergrund wurde sorgfältig recherchiert, ein weiteres Attribut, das mir gefällt. Dazu eine Prise Magie und fertig ist ein spannendes Werk, von dem man kaum glauben mag, dass es ein Erstling ist.
Fayé entführt uns in verschiedene Erzählebenen, die nebeneinander existieren. Mal wird die abenteuerliche Reise dreier Helden erzählt, die auf dem Weg sind, dem Geheimnis eines neuen Metalls zu folgen, aus dem sich hochwertigere Waffen schmieden lassen.
Eine weitere Ebene lässt uns teilhaben an dem Schicksal von Alesha, die seit ihrer Geburt ein wertvolles Amulett trägt: das Auge der Welt. Nach der Ausrottung ihrer Familie und ihres Stammes gerät sie in die Sklaverei eines Volkes, von dem ich annehme, es könnte sich um die Hunnen handeln, die in der Bronzezeit große Teile der damaligen Welt eroberten.
Fazit: Großartiges Lesevergnügen! Mein Tipp: Lesen!!