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Connie Walther erzählt in
Wie Feuer und Flamme in einer für das deutsche Kino ganz untypischen Weise von der Liebe in den Zeiten der Berliner Mauer und davon, wie die große Politik das kleine Glück zweier Jugendlicher zerstört. Sie nimmt sich bei der Geschichte der braven Westberliner Lehrertochter Nele und dem Ostberliner Punk Captain die notwendigen melodramatischen Freiheiten und bleibt doch sehr genau in ihrer Beobachtung der historischen Realitäten in der geteilten Stadt. Das Private und das Politische vermischen sich zu einem stimmigen Porträt einer Zeit, die, obwohl gerade einmal 20 Jahre vergangen sind, unglaublich weit weg erscheint. Zugleich funktioniert der Film
Wie Feuer und Flamme, der auf einem Drehbuch Natja Brunckhorsts, der Christiane F. aus Uli Edels
Christiane F. Wir Kinder vom Bahnhof Zoo, basiert, aber auch als ganz und gar zeitloses Drama einer ersten, überwältigenden Liebe.
Als Nele (Anna Bertheau) 1982 zum ersten Mal von West- nach Ostberlin fährt, um an der Beerdigung ihrer Großmutter teilzunehmen, hat sie keinerlei Vorstellungen vom Leben jenseits der Mauer. Es ist eine Reise in ein fremdes Land, auf das sie erst einmal völlig naiv reagiert. Und auch ihre Begegnung mit dem Punk Captain (Antonio Wannek), in den sie sich praktisch auf den ersten Blick verliebt, verändert ihre Sicht kaum. Nele sieht in ihm und seinen Freunden, die von der Stasi mit großer Feindseligkeit beobachtet werden, letztlich nur rebellierende Jugendliche, wie die Westberlinerin sie auch aus ihrem Teil der Stadt kennt. Es sind dieses Unverständnis für die politische Situation sowie ihre brennenden Gefühle für Captain, die das eigentlich eher biedere Mädchen, das gar nicht so recht in die Alt-68er-Welt ihres Vaters zu passen scheint, zu immer gefährlicheren Eskapaden treiben.
Im letzten Drittel von Wie Feuer und Flamme gehen Connie Walther und Natja Brunckhorst vielleicht etwas zu weit. Neles illegale Reise in die DDR auf einem Müllschiff wirkt kaum mehr glaubhaft. Doch zuvor haben die beiden Filmemacherinnen ihre Welt und ihre Geschichte so sorgfältig und mit solch einer Liebe zu den Details aufgebaut, dass gewisse Übertreibungen kaum mehr ins Gewicht fallen. Zudem ist es ihnen das gelungen, woran 23 letztlich doch gescheitert ist. Wie Feuer und Flamme fängt zumindest das geistige Klima im Westdeutschland der 80er-Jahre perfekt ein. Neles naive Rebellion gegen eine geteilte Welt, deren Implikationen sie nicht erfassen kann, und einen Vater, der zwar Joints raucht, aber das Aufbegehren seiner Tochter überhaupt nicht versteht, bringt letztlich all die Widersprüche dieser Dekade auf den Punkt. --Sascha Westphal
Video Jakob Kurzinhalt
Die Westberlinerin Nele verliebt sich 1982 bei einem Besuch im Ostteil der Stadt in den Punk Captain. Sie lernt auch seine Clique kennen, die von der Stasi als Spitzel missbraucht wird. Die Punks knöpfen einem ZDF-Fernsehteam die Videokamera ab und drehen ein Selbstporträt, das Nele in den Westen schmuggelt.
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Berlin im Jahre 1982: Als die im Westen lebende 17-jährige Nele zur Beerdigung ihrer Oma erstmals hinter den "eisernen Vorhang" tritt, läuft ihr zufällig Captain, der Anführer einer Punk-Clique, über den Weg. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, doch ihre Beziehung scheint hoffnungslos - Misstrauen, Eifersucht und vor allem die Stasi stellen sich ihrem Glück in den Weg. Nach einer Razzia wird Nele ausgewiesen und Captain landet im Gefängnis. Verzweifelt versucht die "West-Tussi", illegal zu ihm in den Osten zu gelangen...
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Bei ihrem Kino-Erstling fasziniert Connie Walther mit einer Mischung aus ungewöhnlicher Romeo-und-Julia-Geschichte und deutsch-deutschem Politdrama. Überzeugend nicht nur das auf Tatsachen beruhende, detailgenaue und emotional bewegende Drehbuch von Natja Brunckhorst - die Christiane F. aus "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" - und das unverkrampfte Spiel der Jungdarsteller, sondern auch der fetzige, auf Hits der 80er Jahre zurückgreifende Soundtrack. Eine packende Ost-West-Story für alle Freunde des deutschen Films.
Blickpunkt: Film
Punk ist einfach nicht totzukriegen, erlebt manchmal so etwas wie einen zweiten Frühling, nennt sich dann 'Grunge' oder 'Hardcore', schleicht sich als Out Of Bed-Look in den Friseursalon zurück oder lässt bei Spike Lee ('Summer of Sam') nostalgische Gefühle aufkommen. Punk war nicht nur irgendein Look, irgendeine subkulturelle Uniform, aus der man irgendwann herauswuchs und die man im nachhinein nur noch belächeln kann. Punk war der letzte große Aufstand gegen das bürgerliche Geschmacksempfinden. Punk war gefährlich; gefährlich für die, die diesen Stil leben wollten, und Punk gab es nicht nur in New York und London, sondern auch in Ost-Berlin. Davon handelt Connie Walthers 'Wie Feuer und Flamme'. Einerseits eine typische Romeo und Julia-Lovestory ist diese X Film-Produktion auch ein spannendes deutsch-deutsches Politdrama über den Kampf einer Gruppe Jugendlicher mit der allmächtigen Stasi oder - wie es der Sänger von SPN-X, einer der Bands des liebevoll zusammengestellten Soundtracks, ausdrückt - 'ein geschichtliches Resümee, was damals abgegangen ist'.
Es ist 1982. Helmut Schmidt steht vor seinem letzten Jahr als Kanzler und von Hip Hop hat noch niemand gehört. Man tanzt auf Ideals 'Monotonie in der Südsee' und viele Mädchen lassen sich einen Haarschnitt wie Nena verpassen. Die Mauer steht noch und im Westen der geteilten Stadt lebt die 17-jährige Nele (Anna Bertheau). Bis über beide Ohren verknallt sie sich bei einem Besuch in Ost-Berlin in den ruppigen Punk Captain (Antonio Wannek). Wenige Tage später ist sie wieder 'drüben', um ihren Schwarm bei einem Konzert in einer Kirche zu erleben. Sie lernt auch seine Clique kennen: Hacki ('GZSZ'-Darsteller Tim Sander), Tremmel (Michael Krabbe), Bax (Luise Helm, bekannt aus 'Harte Jungs'), Meise (Aaron Hildebrand, zuletzt in 'Schule') und Kopfi (Carmen Birk), die von der Stasi als Spitzel missbraucht wird. Die Punks knöpfen einem ZDF-Fernsehteam die Videokamera ab und drehen auf eigene Faust ein Selbstportrait, das Nele in den Westen schmuggelt. 'Kennzeichen D' sendet zwar Ausschnitte, stellt aber Captains Clique als verkappte Neonazis und Säufer hin, was der Stasi wie gerufen kommt. Mielke gibt Befehl, mit aller Härte gegen die Punks vorzugehen. Nele wird das erste Opfer der staatlichen Repressionen. Tagelang verhört man sie, bevor sie schließlich ausgewiesen wird. Die Clique zerfällt in gegenseitigem Misstrauen. Captain kommt ins Gefängnis. Nele überquert in einem Müllcontainer illegal die Grenze, um für Captain auszusagen, wird aber erneut abgeschoben. Zudem lässt man sie im Glauben, dass Captain gestorben ist. Sieben Jahre später erlebt Nele im Fernsehen mit, wie die Berliner die Mauer zu Grabe tragen, und macht sich auf die Suche nach Captain.
Drehbuchautorin Nadja Brunckhorst ('Christiane F.') muss es instinktiv erkannt haben. Die Maueröffnung war vielleicht der einzig wirklich romantische Moment der Wiedervereinigung. Doch bisher gelang es niemanden, sie zum Happy End einer Liebesromanze werden zu lassen. Genau das ist 'Wie Feuer und Flamme' gelungen. Es ist ein Teenager-Publikum, an das sich dieser Film richtet. Videoästhetik, ein ausgiebiger Gebrauch von Songs aus dieser Zeit und zwei mitreissende Hauptdarsteller - so emotionsgeladen erlebt man Zeitgeschichte sehr, sehr selten. flx.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Romeo-und-Julia-Lovestory und spannendes deutsch-deutsches Politdrama über den Kampf einer Gruppe Jugendlicher mit der Stasi.
Kurzbeschreibung
Berlin, die Mauerstadt, 1982: Die 17-jährige Nele lebt im Westen und nimmt die andere Seite des "Eisernen Vorhangs" nur als grauen Fleck auf der Landkarte wahr. Bei ihrem ersten Besuch im Osten der Stadt lernt sie zufällig den Punk Captain kennen. Die beiden sind sofort Feuer und Flamme füreinander. Aber ihre Beziehung steht unter keinem guten Stern, denn die Stasi hat Captains Clique bereits im Visier. Als die Staatsmacht zuschlägt, beginnt für die beiden Teenager ein dramtischer Kampf um ihre unmögliche Liebe...
Produktbeschreibungen
Berlin, die Mauerstadt, 1982: Die 17-jährige Nele lebt im Westen und nimmt die andere Seite des "Eisernen Vorhangs" nur als grauen Fleck auf der Landkarte wahr. Bei ihrem ersten Besuch im Osten der Stadt lernt sie zufällig den Punk Captain kennen. Die beiden sind sofort Feuer und Flamme füreinander. Aber ihre Beziehung steht unter keinem guten Stern, denn die Stasi hat Captains Clique im Visier. Als die Staatsmacht zuschlägt, beginnt für die beiden Teenager ein dramatischer Kampf um ihre unmögliche