Vom ursprünglich angelegten schwarzen Humor ist leider nicht ganz so viel übrig geblieben. Dennoch ist mit dem Film eine nette, in ihrem Unterhaltungswert durchaus passable, Komödie auf den Markt gekommen. Die Story selbst hört sich eher nach langweiligem Käse an, dieser entwickelt sich aber durch Ben Affleck und den witzigen James Gandolfini zu einem zumindest satt machenden Camembert. Affleck kann zwar mit den Leistungen von Ben Stiller, welcher hervorragend in die Rolle gepasst hätte, nicht mithalten, er nähert sich mit diesem Streifen aber zumindest der gleichen Ebene an. Auf obligatorische Lovestory und Happy End hat man natürlich nicht verzichtet, deshalb bleibt der Film gewohnt leichte Kost, auch wenn sich sicherlich auch so mancher Weihnachtsmuffel beim Schmunzeln ertappen wird. Die alljährlichen Rituale, die hier ausgestellt werden, sind zwar etwas platt gewählt, dafür aber treffend überzeichnet. Dabei wird glücklicherweise zu Gunsten von vergnüglicher Situationskomik auf jeglichen Sketchcharakter verzichtet. Fazit: Vergnügliche Blödelei
Moviemans Kommentar zur DVD: Aufgrund des permanenten Rauschens und der nicht besonders herausragend ausfallenden Schärfe- und Kontrastwerte bleibt, mal abgesehen von der netten aber nicht wirklich überzeugenden Farbgestaltung, nicht viel zu Loben übrig. Der Ton schneidet etwas besser als das Bild ab, dies aber auch nur deshalb, weil die Sprachebene in ihrer Direktionalität sehr deutlich angelegt wurde. Effekte vermögen den Raum nur von der Front aus zu durchdringen. Da weiß das Orchester wesentlich mehr zu bewegen. Immerhin!
Bild: Den ganzen Film über sind recht penetrant rauschende Felder auf den Wänden der Innenräume vorhanden. Dass hier zugunsten der Schärfe mit Filtern gearbeitet wurde, geht aber dadurch nicht etwa auf. Die Schärfewerte sind weder im Detail noch aus der Distanz (Haus, 00:38:44) sonderlich bemerkenswert. Aufgrund der stellenweise etwas plakativen und dabei nicht gerade natürlich angelegten Setbeleuchtung müssen kontrastlose Dunkelfelder (Bereich unter dem Esstisch, 00:31:37) vermerkt werden. Auch im schönen Rauschebart von James Gandolfini sind leider keine einzelnen Strukturen auszumachen, da die optisch nicht vorhandenen Konturen hier übergangslos vom dunkelbraunen Bartansatz in ein flächiges Schwarz der Bartmitte verschwimmen (00:32:25). Während die Farben der Szenen mit Kunstlicht noch einigermaßen ausgewogen ausfallen, herrscht im Tageslicht vorwiegend Mattigkeit vor (Flughafen, 00:08:21). Ansonsten sind es die Rottöne, welche angesichts des Weihnachtsmotives so stark hochgezogen wurden (Girlande, 00:33:15 oder Pullover, 00:54:14), dass hin und wieder die Hautfarben darunter leiden. Insgesamt herrschen Bonbon-Farben der klassisch-amerikanischen Filmweihnacht vor, welche einerseits zwar noch an der Grenze zum puren Kitsch vorbei kommen, andererseits durch ihrer milde Überzogenheit durchaus der Einfärbung einer leicht bösen Komödie entsprechen. Insgesamt verweilt die Disc im guten Durchschnittsbereich.
Ton: Es ist vor allem die Orchestermusik, die sämtliche Kanäle erfüllt. Effektgeräusche, wie das eines zusammenbrechenden Treppengeländers (00:19:37), vermögen leider nicht bis in den Hintergrund des Raumes vorzudringen. Dennoch verteilen sich Vogelzwitschern oder das Rauschen von Verkehr aus der Ferne relativ ausgewogen und abwechslungsreich über die gesamte Front. Die Dialoge bleiben hingegen centerverhaftet. Originalspur und deutsche Vertonung sind in Auslastung der Boxen, als auch Lautstärke gleichwertig gestaltet. Auch die Dialoge präsentieren sich in beiden Versionen gleichermaßen satt und rund und verhalten sich in ihrem Ausdruck direkt vermittelnd. Lediglich betreffend des Volumens der Stimmen kann der Originalton einen Pluspunkt einfahren, da die deutschen Synchronstimmen ungleich voll ausfallen.
Extras: Das Bonusmaterial ist zwar nicht besonders ausufernd aber es weiß durch Finesse zu überzeugen. Neben den üblichen Kommentaren und Erläuterungen zu Story und einzelnen Szenen befindet sich eine alternative Anfangssequenz auf der Disc, die vom ursprünglich angelegten aber leider nicht durchgesetzten schwarzen Humor der Vorlage berichtet. Dabei handelt es sich um eine Reihe von humorvoll in Szene gesetzten Selbstmordmöglichkeiten, die pünktlich zur Weihnachtszeit einen Ausweg aus der Vorweihnachtsdepression darstellen sollen. Diese werden unter anderem auch in der Storyboard-Galerie bebildert, die wahrhaftig entzückend daher kommt und zum Durchblättern einlädt. --movieman.de
Marketingspezialist Latham mag ein erfolgreicher Geschäftsmann sein, doch zur Weihnachtszeit ist er trotzdem einsam. Als er am Haus seiner Jugend vorbei kommt, wo inzwischen längst Familienvater Tom Valco mit den Seinen wohnt, kommt ihm ein toller Gedanke. Für 250.000 Dollar sollen die Valcos dem Yuppie vorübergehend Familienersatz sein und ihn wie einen eigenen Sohn behandeln. Valcos älteste Tochter, die über die Feiertage angereiste Alicia, ist vom neuen Brüderchen allerdings alles andere als begeistert.