Warum ein urbanes Monster wie Berlin ausgerechnet eine so zarte Americana-Songwriterin wie K.C. McKanzie hervorbringt, weiß wohl nur Frau Muse persönlich. K.C.s zweites Album mit Kompagnon Joe Budinsky (b, dr) jedenfalls klingt nach einer Veranda in Montana, aber nicht nach Nollendorfplatz. Die 23-Jährige singt mit einer ähnlich schüchternen Wärme, die einst auch Suzanne Vega in der Stimme hatte, sie singt von Einsamkeit und Landstreichern, dazu brummt Budinskys Kontrabass, und manchmal geben Cello und Geige dezente Kommentare ab. Diese so zartgliedrigen Songs zwischen Folk, Country und einer Ahnung von Blues und Soul schweben vorüber wie ein halbbetäubtes Pfauenauge. Das einzige, was man ihnen vorwerfen könnte, sind kleine Produktionsschwächen. Das Duo hat nämlich selbst gemischt - und das Brummen des Kontrabass nicht immer im Zaum gehalten. Doch wer einem mitten auf dem Nollendorfplatz das Gefühl gibt, von einer Veranda in Montana aus den Sonnenuntergang anzuseufzen, dem sieht man das natürlich gerne nach. (mw)