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Widerstand und Opposition in der DDR
 
 
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Widerstand und Opposition in der DDR [Gebundene Ausgabe]

Klaus-Dietmar Henke , Peter Steinbach , Johannes Tuchel
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 376 Seiten
  • Verlag: Böhlau (1999)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3412156981
  • ISBN-13: 978-3412156985
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.141.008 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Zehn Jahre nach dem Fall der Mauer resümiert dieser Band den aktuellen Stand der Forschung zur Vielfalt des Widerstands in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR. Angeregt durch die grundlegenden Forschungen von Karl Wilhelm Fricke werden die Entwicklungslinien, Bedingungen und Formen von Widerstand und Opposition in Ostdeutschland nachgezeichnet.In dreizehn Beiträgen setzen sich die Autoren kritisch und anregend mit den Kontinuitäten und Brüchen oppositioneller Bewegungen in SBZ und DDR auseinander. Jenseits von Heroisierung und Mythenbildung leisten sie damit einen wichtigen Beitrag zur Geschichte widerständigen Verhaltens in Deutschland.

Über den Autor

Peter Steinbach, geboren 1948 in Lage/Lippe, leitet die zentrale Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin und ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Karlsruhe.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Würdigung 19. März 2003
Kundenrezension

Opposition und Widerstand in der DDR, 16. März 2003
Heinrich Hora (mehr übert mich) aus Sydney, Australien

Dieses Buch unterscheidet sich ganz von der Flut der üblichen Literatur. Selbst im relativ kleinen Bereich zur Aufarbeitung der Zeitgeschichte um das Pankower Regime ist es ein selten gut gelungenes Werk, höchst notwendig die Augen öffnend, so treffend zur Anklage des Unrechts und zur Ehre der vielen Ermordeten und Kerkeropfer. Kein Wunder, dass schnelle Neuauflgagen die Bedeutung des Buches belegen. Den Herausgebern ist es gelungen, für eine stattliche Anzahl von Opfern des Regimes auf konzentriertem Raum das Wichtigste von kompetenten Autoren sagen zu lassen.

Wie auf dem Buchumschlag schon hervorgehoben, sind die Beiträge von Wolfgang Enke über Achim Näther und von Michael Richter über das Ehepaar Köhler Beispiele von sehr vielen, die hingerichtet wurden. Näther hat nur über das Gericht in Weimar verächtlich gelächelt als es über ihn das Todesurteil verkündete. Er war ein großartiger angehender Dichter und kompromissloser Gegner aller Diktatur und Unterdrückung. Er hat mit Flugblattaktionen gehandelt und mit seinen Gleichgesinnten durch einen Störsender die Huldigungsrede von Wilhelm Pieck zu Stalins Geburtstag entkräftet.

Auch das Ehepaar Köhler lebte im kargen Zonenalltag. Erwin Köhler versuchte sich aus christlicher Tradition innerhalb der CDU kompromisslos dem Regime zu stellen. Er wurde unter den noch sehr wenigen freien Entscheidungen nach 1945 in Ämter berufen, er war stellvertretender Oberbürgermeister von Potsdam und Kreisvorsitzender der CDU. Sein Leitbild war Jakob Kaiser, der bis 1947 von Ostberlin aus noch in diesem Bereich Deutschlands als bewährtes Gewicht gegenüber Besatzungsmächten wirken konnte. Die Sowjets hatte sich aber danach mit Otto Nuschke einen willfährigen Ost-CDU-Chef geschaffen, und Köhler gehörte zu den vielen, die demontiert werden mussten. Seine aufrechte Haltung auch ohne eine zu gewagte Opposition zu betreiben führte zu seinem und seiner Frau Todesurteil. Sie gehörten zu den hunderten Menschen, die täglich im Butyrka Gefängnis in Moskau erschossen wurden.

Das Buch beschreibt aber auch viele Opfer des Regimes, die aus gut gemeinten Motiven versucht haben, den Zonenalltag aufzuhellen und bis zu einer bestimmetn Grenze mitzuarbeiten. Ein Beispeil ist Erich Loest, der sich als Zeitungsjournalist betätigt hat und als Schriftstller sehr erfolgreiche Texte mit kritischen Wendungen zum Regim vorbrachte. Erst wurde das auch gedruckt, dann zurückgehalten und schliesslich erbrachte es ihm 7 Jahr Zuchthaus in Bautzen und angeschlagene Gesundheit. Gross ist sein Roman "Thomaskirche" über die Ereignisse der Wende von 1989, der von Frank Beyer, einem Oskar-Nominierten, verfilmt wurde. Alle diese Dinge sind leider im heutigen Alltag der Berliner Republik nur noch schwach in Erinnerung.

Als etwas extremer Fall soll noch Prof. Robert Havemann erwähnt werden. Wer in der Zone hat nicht an die seitenlangen Huldigungsartikel dieses Physikochemikers im "Neuen Deutschland" zu Stalins Geburtstag gesehen oder sein Eintreten für die sowjetische Atombombe. Unter Hitler war er aus Neugier Kommunist und Widerständler geworden und vor der Vollstreckung seines Todesurteils hat ihn nur gerettet, weil er ein Fachmann für den Gaskrieg war. Seine Opposition erstand 1961 als er gegen die Todesstrafe eintrat. Selbst Ulbricht ließ druchblicken, dass man ihn doch reden lassen sollte zumal er doch selbst unter Hitler zum Tode verurteilt worden war. Aber das System kannte keine Flexibilität. Er wurde seiner Ämter enthoben, unter Hausarrest getsellt, sogar aus der Akademie ausgeschlossen, was z.B. im Moskau mit Andrei Sacharov nicht gelang, da dort Peter Kapitza sagte " das einzige mal dass ein Akademiemitglied ausgeschlossen wurde war Einstein 1933 bei der Preussischen Akademie". Damit war die Diskussion beendet. Havemann wirkte in der Opposition "Frieden schaffen ohne Waffen" mit Rainer Eppelmann, Dachdecker und Pfarrer, der 1998 als Vorsitzender der CSA, des Arbeitnehmerfügels der CDU, die Lösungen wie in Holland gegen Arbeitslosigkeit und Schwarzarbeit sehr klar aufzeigte (siehe S. 216 von ISDN 3-89073-230ß5), was Dr. Angela Merkel am 14.3.03 Herrn Schröder auch vorhielt.

Es kann gefragt werden, was Wolfgang Harich in dieser Reihe zu suchen hat. Er hatte als Opposition zwar 8 Jahre Einzelhaft zu überstehen, aber er war auch noch nach der Wende ein eingefleischter Erzkommunist. Soll man diesen Hauptaktivisten bei der Errichtung des Pankower Mordregimes als Widerständler bezeichnen? Diese Frage sollte aber die grosse Leistung der Herausgeber der Sammlung und der sehr dezent geschrieben Würdigungen nicht trüben!

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