Kurzbeschreibung
Arnold Gehlen sprach mit Blick auf die Moderne von einer Kristallisation der Entwicklung: De Mensch habe eine Kulturschwelle überschritten, und neben den Zwängen und Aufgaben, die jede Massengesellschaft mit sich brächte, blieben den Intellektuellen und den politischen Eiferern bloß noch Spielplätze höherer Art . Frank Lisson nimmt im vorliegenden Beitrag zur Reihe Kaplaken dieses Diktum ernst und fragt nach den Möglichkeiten, die dem einzelnen bleiben, wenn er sich den Formierungskräften der Masse nicht unterwerfen und den Überwachungs- und Versorgungsstrukturen des Staates widerstehen will. Was ist Widerstand, woher kommt das Recht zum Widerstehen und wie sieht der Vollzug aus? Es geht also um Freiheit und Persönlichkeit, um die Ver-teidigung des Eigenen und das Recht auf echte Abseitigkeit. Denn die konforme Abseitigkeit wäre nicht viel mehr als eine geschickte Variante des Otto Normalabweichers (Jürgen Kaube), und insofern nichts Wider-ständiges. Von Frank Lisson ist bei Edition Antaios außerdem erschienen: Oswald Spengler. Philosoph des Schicksals (2005); Homo Absolutus. Nach den Kulturen (2008).
Über den Autor
Frank Lisson, geboren 1970, Studium der Germanistik, Geschichte und Philosophie, schreibt Sachbücher, Romane, Features und Hörspiele mit dem Schwerpunkt Kulturphilosophie. Veröffentlichungen vor allem über Nietzsche und Spengler, u.a.: Nietzsche, 2004 (dtv); Oswald Spengler, Philosoph des Schicksals, 2005 (Edition Antaios).