Ger van Roon hat es nicht leicht, wenn er auf gut 200 Seiten alle Aspekte des Widerstandes gegen das NS-Regime beschreiben möchte. Der Widerstand war keine klar abgegrenzte Bewegung, die im Verlauf der nationalsozialistischen Herrschaft eine Entwicklung durchmachte, die leichthin nachvollziehbar wäre. Viele Gruppen verschiedener Größe, mit unterschiedlichem Aktionsradius und z. T. gegensätzlicher Motivation bestanden nebeneinander.
Van Roon versucht, dem eine Ordnung zu geben, doch ist der Raum oft zu knapp und in den kurzen, thematisch geordneten Absätzen überhäufen sich die Ereignisse. Das macht sich gerade dann bemerkbar, wenn dem gegenüber Raum gelassen wird für die Darstellung von Einzelschicksalen oder der Ereignisse vom 20. Juli - hier wird Geschichte lebendig. Ein wenig atemlos ist dieser Überblick also, doch kann der Leser anhand der umfangreichen Literaturangaben leicht sein Wissen vertiefen, nachdem er einen Eindruck von dessen Breite erhalten hat.