Auf den Namen Klaus Mertes SJ wurde ich durch die Berichterstattung über die früheren Missbrauchsfälle an dem heute von ihm geleiteten Jesuiten-Gymnasium in Berlin aufmerksam. Wie er und infolge dann auch der Jesuitenorden in Deutschland insgesamt sich den Fakten stellt und für Transparenz und Ehrlichkeit sorgt, ist vorbildlich. Dann der Buchtitel! Klingt das nicht wie die "Quadratur des Kreises"? Und das von einem Jesuiten, deren "Gehorsams-Ideal" ich bisher immer mit besonderer Skepsis begegnet bin. Ich habe mich durch die Lektüre eines Besseren belehren lassen, und fühle mich gar nicht belehrt. Auf dem Hintergrund der Auseinandersetzungen um die Pius-Bruderschaft von Anfang 2009 reflektiert Klaus Mertes in prägnanter und mich überzeugender Art diesen Sonderfall im Loyalitätsverständnis, dem es gelingt, den Widerspruch zu integrieren ohne sich zu verbiegen, statt ihn in ein feindliches Gegenüber abzuspalten. Darüber hinaus machte mich die Lektüre neugierig auf weitere Bände dieser Reihe "Ignatianische Impulse". Auf Empfehlung hin habe ich bisher schon Beiträge von Willi Lambert SJ und Stefan Kiechle SJ gelesen, und bin nicht minder begeistert! Diese Spiritualität deutscher zeitgenössischer Jesuiten kann einem Hoffnung machen angesichts des restaurativen, stagnierenden und lähmenden Kurses der Katholischen Kirchenleitung unserer Tage.