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Wider den Methodenzwang (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
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Wider den Methodenzwang (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Paul Feyerabend , Hermann Vetter
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 11. (26. Mai 1986)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518281976
  • ISBN-13: 978-3518281970
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,9 x 2,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (10 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 57.160 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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E. Y. Meyer
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Paul K. Feyerabend (1924-1994) lehrte Philosophie und Wissenschaftstheorie u. a. in Berkeley, London und Zürich.


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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
36 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Alles geht 16. März 2007
Format:Taschenbuch
Es ist schade, dass das ganze Potential dieses Buches nie ausgeschöpft werden konnte, da Imre Lakatos leider zu früh verstarb. Das Buch war eigentlich als ein Schlagabtausch zwischen Feyerabend und Lakatos geplant, wobei Feyerabend die Seite des Methodenpluralismus und des Anarchisten einnehmen sollte und Lakatos, als Schüler Poppers, die des kritischen Rationalismus (auch wenn er sich von Popper entfernt hatte). Da sich Lakatos Part nicht mehr aufnehmen ließ, werden vielleicht viele Leser nicht mehr die Seitenhiebe gegen den kritischen Rationalismus in Poppers Fassung oder in Lakatos Abwandlung wahrnehmen. Das trübt trotz des vorbildlichen Stils Feyerabends den Lesegenuss in meinen Augen doch ein. Ich kann daher nur empfehlen, wenigstens die ersten 100 Seiten von Poppers "Logik der Forschung" zu lesen, um das Buch noch besser nachzuvollziehen. Um Feyerabends Pluralismus zu verstehen, bzw. seine Position zum Pluralismus, ist das aber nicht nötig. Ein weiteres Highlight ist für mich auch das Kapitel über die Position der Kirche zu Galilei. Hier ist Feyerabend eine Entmystifizierung des empirischen Helden Galileis der modernen Naturwissenschaften gelungen, ohne Galileis Leistung auch nur im Geringsten Herabzuwürdigen. So war mir z.B. nicht klar, dass die Berechnungen der Kirche auf Basis des ptolemäischen Weltbildes wesentlich genauere Prognosen erlaubten als Galileis Berechnungen, da sie ein paar Rechenfehler enthielten. Nachahmenswert finde ich auch Feyerabends Inhaltsverzeichnis: Auf Überschriften verzichtet er gänzlich, stattdessen findet man nur ein kleines Abstract über jedes Kapitel, dass die Kernaussagen griffig zusammenfasst. Wissenschaftstheoretiker wie Ernest Nagel haben Feyerabend zwar schon einige Jahre vor dem Erscheinen dieses Buches die Zurechnungsfähigkeit abgesprochen, für mich bleibt Feyerabend aber dennoch einer der einfallsreichsten Theoretiker, der sich ' meiner Meinung nach - gar nicht einmal soweit vom kritischen Rationalismus entfernte: Denn mit seinem provokativen und leicht lesbaren Schreibstil wird er sowohl der Forderung nach Einfachheit als auch nach provozierenden Hypothesen sehr wohl gerecht.

Trotz des vielen Lobes hat das Buch auch seine Schwächen. Erstens hatte Feyerabend eine chaotische Arbeitsweise, sodass das Buch eher ein Bündel verschiedener Essays mit stellenweise wissenschaftshistorischen Exkursen ist. Zweitens gibt es ungefähr in der Mitte des Buches einige dieser historischen Exkurse, die doch sehr langatmig sein können. Drittens fehlt Lakatos Teil, weshalb der Leser evtl. zu stark in eine Richtung beeinflusst werden könnte. Feyerabend hat stellenweise bewusst seine Rolle des Anarchisten in diesem Buch sehr stark betont, obwohl er es mit der Anarchie in der Wissenschaft, bzw. einen Methodenpluralismus genauso hält wie mit dem Schweinebraten und der Vernunft: "Gegen die Vernunft habe ich nichts, ebenso wenig wie gegen Schweinebraten. Aber ich möchte nicht ein Leben leben, indem es tagaus tagein nichts anderes gibt als Schweinebraten". Das gleiche betont er an einer Stelle in "Wider den Methodenzwang" auch für das Schlagwort "Anything Goes". Wenn es nur noch ein "Anything Goes" gäbe, wäre Feyerabend auch dagegen gewesen.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Dieses brilliante Buch stellt eine absolute Pflichlektüre für jeden dar, der in wissenschaftstheoretischen Diskussionen mitsprechen will. Feyerabend gibt hier eine Skizze seiner methodologisch-anarchistischen Erkenntnistheorie. Diese Skizze stellt er anhand vieler Beispiele aus der (vor allem physikalischen)Forschung dar. Daher ist das Buch an einigen Stellen für Sozialwissenschaftler und Psychologen, die mit der klassischen Physik und der Quantentheorie wenig vertraut sind, schwer zu verstehen. Feyerabend stellt die "klassischen Sichtweisen" der methodischen und erkenntnistheoretischen Ansätze dar und zeigt hierbei anschaulich Schwächen der verschieden Ansätze auf. Dabei kritisiert er auch die Kuhn'sche Phasenlehre und Lakatos' Methodologie der wissenschaftlichen Programme, die beide in der Methodologie einen hohen Stellenwert eingenommen haben. Der Ausweg, den Feyerabend anbietet erscheint sicherlich radikal, wenn er schreibt: "Der einzige Grundsatz, der den Fortschritt nicht behindert, lautet: Anything goes." Ein kleiner Tipp noch: Lest die Fussnoten, hier verstecken sich bissige Kommentare gegenüber Kritikern von Feyerabend's Buch, die zwar nicht wissenschaftlich sind, aber auf jeden Fall sehr amüsant.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Paul Feyerabend macht Schluss mit dem Alleinvertretungsrecht der Wissenschaft im Bereich der Erkenntnis. Andere Erkenntnisformen sollen nicht weniger Wert sein, als die bekannten Wissenschaften. Er macht deutlich, dass jede Regel im Laufe der Wissenschaftsgeschichte bereits einmal gebrochen wurde; deswegen sollten die so genannten Rationalisten nicht glauben, im Besitz der einzigen wahren Erkenntnis zu sein. Die Rationalisten sind sich nach Feyerabend zu Schade Phänomene, wie z.B. die Regentänze der Hopi-Indianer wissenschaftlich zu untersuchen. Möglicherweise haben die Regentänze tatsächlich Einfluss auf das Wetter, wir wissen es nur nicht, weil wir unseren rationalistischen Aberglauben über eine wissenschaftliche Überprüfung, des Einflusses von Regentänzen auf das Wetter, stellen.
Interessen, Macht, Propaganda und Gehirnwäsche spielen in der Entwicklung der Erkenntnis und der Wissenschaft eine große Rolle. Der Aberglaube an feste wissenschaftliche Methoden basiert auf einer naiven Anschauung vom Menschen und seinen sozialen Verhältnissen.
Feyerabend kritisiert trefflich die Abspaltung einzelner Wissenschaftsbereiche von einander und fordert Pluralität in den Wissenschaften! Die einseitige Ausbildung an den Universitäten hält er für unmenschlich; diese schränkt schließlich das kreative und vielfältige Denken ein. Auch macht er darauf aufmerksam, dass Tatsachen in den Wissenschaften durch ältere Ideologien geschaffen wurden. Da diese dogmatisch auferlegten Tatsachen die Forschungsgrundlagen der nächsten Generation sind, wird der Fortschritt blockiert. Fortschritt ist für Feyerabend nur möglich, wenn die Regeln überschritten und gebrochen werden! Nur auf diesem Wege können neue Erkenntnisse gewonnen werden.
Allerdings ist seine Argumentation alles andere als anarchistisch, sie ist sachlich und enthält mehr Beispiele aus den Naturwissenschaften als aus anderen Erkenntnisformen. Obwohl er doch eigentlich die anderen Erkenntnisformen(Voodoo, Gebete u.a.) stärken wollte.
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Querdenker Feyerabend
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