...und mit solchen Superlativen werfe ich wirklich nicht oft (und eigentlich schon gar nicht gern) um mich. Aber hier stimmt einfach alles. Ehrlich :-).
Die Musik von S. Schwartz ist "typisch Musical" (wenn es sowas gibt) (dh zB kein Rock-Musical), sie unterstuetzt den gesungenen Text und spielt sich nicht in den Vordergrund; und vor allem ist sie interessanter gemacht und klingt "intelligenter" als *beispielsweise* Lloyd-Webber-Musik - man hoert sich nicht schon bald ab an dieser CD. Auch die Texte sind wirklich schoen geschrieben, nicht Standard, und ueberraschen insbesondere mit recht kreativen Reimen. Also *mir* gefallen sie :-).
Ich persoenlich sehe dieses Musical als Paradebeispiel gegen die Behauptungen allzu vieler Zeitungs-etc-Kritiker, Musicals seien schon per Definitionem bloede, "Webber-Weichspuel-Mist"
Was diese CD aber zu was wirklich Besonderem macht, sind die Saenger, insbesondere die beiden Protagonistinnen Idina Menzel (Elphaba) und Kristin Chenoweth (Glinda), die beide fuer den Tony Award nominiert wurden (leider konnte ihn nur eine von ihnen gewinnen). Zwei wirklich starke Stimmen, und beide bringen perfekt den Charakter ihrer Rollen rueber - der (anfangs) zickige, ueberhebliche, quietschige, "blonde" Star der Schule (Galinda) und die ernste "Streberin", die gemaess oeffentlicher Meinung auf die Seite des Boesen faellt (Elphie).
Man muss die Geschichte vom "Zauberer von Oz" (die, soweit ich weiss, in Deutschland & Co. wesentlich weniger bekannt ist als in den USA) nicht kennen, um dieses Musical zu verstehen. Nuetzlich zu wissen waere nur, dass sich "Wicked" (IMO) als eine Art andere Sichtweise zu dieser bekannten Geschichte versteht, in der die "Wicked Witch of the West" (Elphaba) tatsaechlich die boese Figur darstellt und in der die kleine Dorothy versucht, aus dem fremden Land Oz wieder zurueck nach Kansas zu gelangen, mit der Hilfe von "Glinda the Good", dem cowardly lion, dem tin woodman und natuerlich dem Wizard. "Wicked" bringt zu dieser Geschichte diverse "Richtigstellungen", wie es "wirklich" gewesen sei, und die im Original eher duemmliche Kindergeschichte bekommt eine gewisse Tiefe.
Erwaehnenswert waere noch, dass die CD alle musikalischen Nummern den Stuecks zu bieten hat. Bis auf eine - man wollte auf der CD naemlich nicht den Clou der Handlung verraten. Angesichts der Tatsache, dass es allein von der CD auch ein wenig schwierig ist, die Story *wirklich* zu verstehen, moege man sich am besten aus dem Internet eine Zusammenfassung der Handlung besorgen - das CD-Booklet schweigt sich darueber aus.