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5.0 von 5 Sternen
Nichts für sanfte Gemüter, 14. Juni 2006
Für Leute, die die Welt gern schwrz-weiß sehen, ist dieses Buch recht ungeeignet. Es erzählt nicht nur die mitreißende Geschichte von Elphaba Thropp, die sich später selbst zur Wicked Witch of the West macht,es regt auch zum Denken an. Kann es vorkommen, das ein Mensch keine Seele hat? Denn genau das ist es, was Elphie von sich behauptet. Trotzdem ihr Vater Pfarrer ist, entdeckt sie den Atheismus für sich. Neben der Frage nach Gott, der Natur von Gut und Böse und der Existenz einer Anderen Welt, einem Jenseits,stellt sich in diesem Buch auch die Frage, ob die Böse Hexe des Westens wirklich so böse war. Zur Infragestellung dieser These erzählt uns der Autor von Elphies Geburt an FAST alles, was sie in ihrem Leben geprägt hat: Von ihrer Geburt als haifischzähniges, grünes Mädchen über ihre Studienzeit an der Seites des beliebten, versnobten Schönchens G(a)linda; ihre Forschungsarbeit für ihren Lehrer Dr. Dillamond, ein ZIEGENBOCK (d.h., er kann sprechen); ihre Zeit als Untergrundkämpferin in der Smaragdstadt bis zu ihrer Auswanderung ins westliche Teritorium, den Vinkus und schließlich ihr Ende. Wer bereit ist, sich die Geschichte von Oz, dem Zauberer und der kleinen Dorothy neu erzählen zu lassen, die Figuren in einem anderen Licht zu sehen und sich zu Nachdenken anregen zu lassen, der wird viel Freude mit diesem Buch haben. Maguires Schreibstil ist zum Teil recht unkonventionell, z.B. erfährt man eine ganze Weile lang die Geschichte nur aus Sicht von Außenstehende, ohne in Elphies Gedanken Einblick zu erhalten. Doch er zeigt viel Liebe für Sprache und wohlgeformte Bilder, also ist auch vom lyrischen Aspekt her nichts zu bemängeln. Fazit: Eine fantasiereiche, anspruchsvolle Geschichte mit Fesslungseffekt!
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Vorgeschichte zum ZAUBERER VON OZ, 7. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Wicked Musical Tie-in Edition: The Life and Times of the Wicked Witch of the West (Wicked Years) (Taschenbuch)
Nach dem Terroranschlag des 11. September wurde es Zeit für einen echten neuen Broadway-Hit in New York und den konnte das Stück "Wicked" mit der bezaubernden Musik von Stephen Schwartz verzeichnen. Doch nicht nur die Musik allein macht einen handfesten Broadway-Hit aus, sondern natürlich auch die Handlung: Gregory Maguire lieferte die Romanvorlage zu "Wicked" mit dem Untertitel "The Life And Times Of The Wicked Witch Of The West". Erfahrene Musicalveteranen werden bei der bösen Hexe des Westens natürlich sofort an das grüne Monster mit ihren fliegenden Affen aus dem Klassiker "Der Zauberer von Oz" denken, die durch Dorothys Eingreifen mit einem Eimer Wasser buchstäblich dahingeschmolzen ist. Doch war die böse Hexe wirklich so böse wie der Zauberer von Oz immer behauptet hat? Warum war sie so versessen auf Dorothys rote Slipper, die sie von G(a)linda, der guten Fee des Nordens , geschenkt bekam, nachdem Dorothys Haus auf die Hexe des Ostens - der Schwester der Hexe des Westens - gefallen war und so die unterdrückten(?) Munschkin-Zwerge befreit hat? Denn wie im richtigen Leben trügt der äussere Schein so oft: Elphaba oder Elfie - so der Name der nach dem Genuss eines zwielichtigen Liebeselexiers von Mamma Melana leider mit grüner Hautfarbe geborene Mädchen, hat es nicht leicht auf der Hochschule von Shiz, weil sie nun mal anders ist und auf gruftig-schwarze Klamotten steht. Ihre Zimmerpartnerin Galinda, versnopt und mit Barbiekleidern immer im Mittelpunkt des (männlichen) Interesses, hat es anfangs auch nicht leicht, ihren guten Ruf in Elfies Anwesenheit zu wahren. Doch die erste Liebe schweisst die Mädels schnell als beste Freundinnen zusammen, selbst als Elfies Schwester Nessarose ebenfalls an der Schule aufgenommen wird, die ohne Arme geboren auch nicht gerade unter die Kategorie "normal" fällt. Aber Elfie hat gar nicht so sehr die jungen Männer im Sinn, sondern interessiert sich vielmehr für die Naturwissenschaften und ihr Biologie-Lehrer, Doktor Dillamond (seines Zeichens ein ZIEGENBOCK) hat interessante Theorien zum Unterschied von TIEREN (die sprechenden Exemplare mit Seele) und Tieren (den dummen Schafen, die auch schon mal für ein Festbankett geschlachtet eine nette Mahlzeit abgeben) aufgestellt. Doch die TIERE verschwinden langsam unter der neuen Herrschaft des tyrannischen Zauberers von Oz, der die kindliche Kaiserin mit seinem Ballon glatt vom Thron verstossen hat. Kurz vor seinem Durchbruch wird Doktor Dillamond plötzlich brutal ermordet. Galindas Nanny war Zeuge des Verbrechens, doch faselt sie nur noch unverständliches Zeug zu unbelebten Gegenständen. Und so machen sich Elfie und & Co. daran, die verschwörerischen Machenschaften im Lande Oz aufzuklären: was hat Schulleiterin Madame Morrible mit ihrem unbeseelten mechanischen Tick-Tock Diener mit dem Mord zu tun? Oder geht es sogar um weiterreichende politische Intrigen, die Elfie als Freiheitskämpferin erst viele Jahre später aufdecken kann? Was zunächst wie ein neuer Harry-Potter-Roman beginnen mag, ist alles andere als ein leicht zu lesender Kinderroman. Autor Gregory Maguire wurde nicht umsonst von Kritikern zu seinem "Fantasy-Politik-Thriller mit Psychologiestudie" beglückwünscht, der "seinen Platz zwischen "Der Hobbit" und "Alice im Wunderland" redlich verdient hat. Ohne von der Urgeschichte von Oz abzuschweifen, erzählt Maguire eine faszinierende Vorgeschichte voller Magie und überraschender Wendungen, gewürzt mit einer gehörigen Portion Humor und Sex. Doch als leichte Kost für den kleinen Lesehunger zwischendurch ist "Wicked" eben nicht geeignet: durch das hohe Niveau des Stoffes und die blumige Erzählweise ist der 406 seitige englische Roman mit seinen vielen ausschmückenden, ungewöhnlichen Vokabeln für den Durchschnittsdeutschen mit Schulenglischkenntnissen ohne Wörterbuch nur schleppend zu verstehen. Trotzdem sollte man sich den Lesespass nicht verderben lassen: "Wicked" im Original hat wesentlich mehr Tiefganz zu bieten als das Broadway-Musical, für das der Stoff wesentlich vereinfacht werden musste.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Setting this old story straight, 10. März 2006
I picked up Wicked, knowing nothing except that its subject matter was the 'life and times of the Wicked Witch of the West', to be drawn immediately into Maguire's splendidly imagined world of sentient animals, multiple societies, and unique physical laws. Wicked is an enthralling, great read and hugely entertaining. On top of all this, Maguire has Bradbury's gift for creating atmosphere. The pages are heavy with dark, mysterious magic; its moral laws are ultimately incomprehensible and leave you disturbingly uncertain about the nature of evil. Apparently doomed at conception, Elphaba (the Wicked-Witch-to-be) is a truly terrifying infant. Razor-toothed and preternaturally intelligent, she is shunned from birth as a freak and regarded as a curse. She is nonetheless the tale's most complex, human, and compelling character, possessed of high moral sense and great courage. But neither of these qualities enables a single one of her brave, ethical actions to succeed. What are we to conclude from this? How is it that Dorothy, the sturdy little nobody from nowhere who committed manslaughter as she landed in Oz, struts about and skips down the Yellow Brick Road impervious to danger while Elphaba strives and plots to reap only negative results? Why is one protected while the other is doomed? Read Wicked and you will learn how the witch's monkeys became winged, where the rubies for those slippers came from, and, indeed, why the witch's skin was green. But you will wrestle, long afterward, with Maguire's moral pessimism and the snarl of grace and doom that underlies this novel. I know I will. If you can find a better book than Wicked, please let me know, the five stars don't do justice to this marvelous work.
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