Für Leute, die die Welt gern schwrz-weiß sehen, ist dieses Buch recht ungeeignet. Es erzählt nicht nur die mitreißende Geschichte von Elphaba Thropp, die sich später selbst zur Wicked Witch of the West macht,es regt auch zum Denken an. Kann es vorkommen, das ein Mensch keine Seele hat? Denn genau das ist es, was Elphie von sich behauptet. Trotzdem ihr Vater Pfarrer ist, entdeckt sie den Atheismus für sich. Neben der Frage nach Gott, der Natur von Gut und Böse und der Existenz einer Anderen Welt, einem Jenseits,stellt sich in diesem Buch auch die Frage, ob die Böse Hexe des Westens wirklich so böse war. Zur Infragestellung dieser These erzählt uns der Autor von Elphies Geburt an FAST alles, was sie in ihrem Leben geprägt hat: Von ihrer Geburt als haifischzähniges, grünes Mädchen über ihre Studienzeit an der Seites des beliebten, versnobten Schönchens G(a)linda; ihre Forschungsarbeit für ihren Lehrer Dr. Dillamond, ein ZIEGENBOCK (d.h., er kann sprechen); ihre Zeit als Untergrundkämpferin in der Smaragdstadt bis zu ihrer Auswanderung ins westliche Teritorium, den Vinkus und schließlich ihr Ende. Wer bereit ist, sich die Geschichte von Oz, dem Zauberer und der kleinen Dorothy neu erzählen zu lassen, die Figuren in einem anderen Licht zu sehen und sich zu Nachdenken anregen zu lassen, der wird viel Freude mit diesem Buch haben. Maguires Schreibstil ist zum Teil recht unkonventionell, z.B. erfährt man eine ganze Weile lang die Geschichte nur aus Sicht von Außenstehende, ohne in Elphies Gedanken Einblick zu erhalten. Doch er zeigt viel Liebe für Sprache und wohlgeformte Bilder, also ist auch vom lyrischen Aspekt her nichts zu bemängeln.
Fazit: Eine fantasiereiche, anspruchsvolle Geschichte mit Fesslungseffekt!